Supersportwagen McLaren stellt bis 2025 auf Hybrid um – und investiert über eine Milliarde Pfund

Der britische Sportwagenbauer kündigt 18 neue Modelle an, poliert die Ökobilanz – und korrigiert die eigenen Absatzziele nach oben.
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Einstiegspreis 185.000 britische Pfund – der 600LT ist das jüngste Modell im McLaren Konzern. Quelle: Bloomberg
McLaren 600LT

Einstiegspreis 185.000 britische Pfund – der 600LT ist das jüngste Modell im McLaren Konzern.

(Foto: Bloomberg)

Westhampnett6000 Supersportwagen pro Jahr: Der britische Autohersteller McLaren Automotive hat seine eigene Geschäftsprognose nach oben korrigiert. „Wir entwickeln unseren Businessplan fortwährend weiter, die neuesten Änderungen sind so bedeutend, dass wir sie kommunizieren müssen“, sagte McLaren-Chef Mike Flewitt auf der britischen Motorsport-Show „Goodwood Festival of Speed“ an diesem Donnerstag.

Bislang hatte das Unternehmen im Rahmen des „Track22“-Plans bis 2022 einen Absatz von jährlich 5000 Fahrzeugen angepeilt. Die aktuelle Geschäftsentwicklung liege schon jetzt bei 4000 Verkäufen im Jahr. Für das Jahr 2025 wurde das Verkaufsziel um 1000 Stück nach oben geschraubt.

Für einen Massenhersteller wäre dies verschwindend gering. Die Supersportwagen des Unternehmens aus dem britischen Woking starten allerdings bei einem Einstiegspreis von etwa 160.000 Euro. McLaren gibt an, dass ein Verkauf von 5.000 Fahrzeugen pro Jahr nicht nur die Betriebskosten decke, sondern auch die Kosten für die selbstgesteckten Investitionsziele. Sprich: Es wird genug verdient um weiter zu wachsen. Erreicht werden soll die Absatzsteigerung durch 18 neue Modelle in den kommenden sieben Jahren und einen behutsamen Ausbau des Händlernetzes mit Fokus auf die bisher unerschlossenen Märkte Indien und Russland. Das in Goodwood vorgestellte neueste Spitzenmodell der Sportserie, der unter anderem mit dem Porsche 911 S konkurrierende 600LT, stammt noch aus der zuvor angekündigten Produktreihe.

Anteil der Teile aus Großbritannien steigt auf 58 Prozent

Die Vorsicht ist angebracht, leidet die russische Wirtschaft doch nach wie vor unter den im Krimkonflikt verhängten europäischen Sanktionen. Auch der indische Markt gilt nicht als einfach zu beherrschen. Größter Absatztreiber in den vergangenen Jahren war wenig überraschend China. „Ein McLaren wird aber eine Ausnahmeerscheinung im Straßenbild bleiben“, erklärte Jolyon Nash, Direktor der Abteilung Global Sales und Marketing.

McLaren Automotive, Tochter der McLaren Group, die auch den gleichnamigen Formel-1-Rennstall unterhält, lässt sich das einiges kosten: 1,2 Milliarden britische Pfund nimmt der Konzern in die Hand. Name des auf das Jahr 2025 aktualisierten Businessplans: „Track25“.

Eine der Säulen ist ein neue Produktionsstätte im englischen Sheffield. Das Werk stellt Carbonfasern her, der Anteil der in Großbritannien hergestellten Teile der McLaren wird damit auf 58 Prozent steigen. Mit dem Brexit habe das allerdings nichts zu tun, sagte Finanzchef Paul Buddin.

Auch andere britische Hersteller wie das Formel-1-Team Williams hatten zuletzt die Produktionskapazitäten in England gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen. Nicht nur in Zeiten des Brexits eine wohlwollend aufgenommene Maßnahme.

McLaren stellt sich im Zuge des neuen Plans auch technologisch für die Zukunft auf. „Bis zum Jahr 2024 planen wir, unsere Serienfahrzeuge zu 100 Prozent mit Hybridantrieben auszustatten“, erklärte Jens Ludmann, operativer Geschäftsführer des Unternehmens.

Einzelne Ausnahmen im Hochleistungsbereich behält sich McLaren jedoch vor. Der Autobauer setzt dabei vor allem auf den Gewichtsvorteil der eigenen Fahrzeuge, die nach eigenen Angaben im Vergleich zu den Konkurrenzmodellen deutlich leichter gebaut sind.

Elektromotoren sind kein Thema

Klar ist, dass das Unternehmen auch entsprechend umstellen muss. Schadstoffemissionen und Treibstoffverbrauch lassen gerade Supersportwagen zunehmend als nostalgisches Luxusgut erscheinen.

Elektromobilität ist für das Unternehmen derzeit kein Thema. Es mangele schlicht noch an den technischen Möglichkeiten, stabile Reichweiten im Sportbereich zu garantieren. Zudem sind die Batterien noch so schwer, dass der Gewichtsvorteil der McLaren dahin wäre. Ludmann setzt stattdessen auf das, was bei McLaren „E-Fuel“ heißt: Wasserstoff.

Mit Hilfe von erneuerbaren Energien hergestellt liege dessen CO2-Bilanz zum Teil unter der von Elektromobilität. Gerade in Kombination mit einem Hybrid könnte das die Umweltbilanz gen null führen. Das wird allerdings auch bei McLaren noch nicht als Nahziel ausgerufen. Vor allem die Netzversorgung müsse noch gewährleistet werden.

Für das Ende des Geschäftszyklus kündigte McLaren einen Nachfolger zum Spitzenmodell P1 an – jedoch ohne irgendein Detail nennen zu können. Nur eins ist klar: Ein SUV wird es nicht werden. Die Herstellung eines solches Modells lehnt der Sportwagenbauer nach wie vor kategorisch ab.

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