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Überfüllte Autobahn-Rastplätze Parkplatznot steigert Crash-Gefahr

Viele Fernfahrer finden auf Autobahn-Rastplätzen keine Stellplätze mehr. Vor allem an blockierten Abfahrten drohen gefährliche Unfälle.
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Keine Zeit für Ruhepausen, und wenn, dann ist kein Platz finden: Immer öfter treffen Polizisten bei Kontrollen auf übermüdete LKW-Fahrer. Quelle: dpa

Keine Zeit für Ruhepausen, und wenn, dann ist kein Platz finden: Immer öfter treffen Polizisten bei Kontrollen auf übermüdete LKW-Fahrer.

(Foto: dpa)

Münster/Stutgart Ab vier Uhr nachmittags sucht Olaf Rost einen Parkplatz für die Nacht. Sonst wird es für den Lastwagenfahrer mit seinem 40-Tonner eng. Seine Zeit läuft ab: Laut Fahrtenschreiber darf er nicht mehr lange am Steuer sitzen. Und wenn er überzieht und erwischt wird, wird es teuer. Ein Zwiespalt für den 43-Jährigen, der mit seinem Sattelzug über die Autobahn 1 bei Münster rollt. Es staut sich schon in der Abfahrt zur Raststätte Münsterland Ost. Bald parken sich die Brummis gegenseitig zu, stehen quer auf Auto-Parkplätzen. Wer zu spät kommt, muss weiter. Die verzweifelte Parkplatzsuche wird für Fernfahrer jeden Abend zur Belastungsprobe - besonders jetzt in der Reisezeit.

„Es wird immer schlimmer“, sagt Rost. „Der Job macht langsam fast keinen Spaß mehr.“ An diesem Tag hat er schon in vier Parkbuchten vor der Raststätte nahe Münster nach einem Halteplatz gesucht - vergeblich. Jetzt hat er die Nase voll. Mit seinem grünen Sattelzug, in dem er Reklametafeln geladen hat, quetscht er sich an den Rand einiger anderer Lkw-Parkplätze, stellt mehrere andere Brummis zu. „Geht nicht anders“, sagt er. Nebenan ist eine abgesperrte Baustelle, ansonsten ist alles restlos voll. Zwei rumänische Auto-Transporter drehen eine Runde über den Rasthof. Zu spät, sie müssen wieder raus auf die Autobahn.

1999, auf einem Autohof. Inzwischen ist dort oft schon am späten Nachmittags kein Platz mehr zu finden.

1999, auf einem Autohof. Inzwischen ist dort oft schon am späten Nachmittags kein Platz mehr zu finden.

Gerade an der Autobahn 1 sei das Normalzustand, sagt Hermann Lentfort, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei in Münster. Die Situation auf der Nord-Süd-Achse ist kein Einzelfall. Ende Juni passierte auf der A drei bei Wörth in Bayern ein folgenschwerer Crash: Bei dem Versuch, auf einen überfüllten Parkplatz zu fahren, krachte ein Laster mit mehreren geparkten Lkw zusammen. Die Fahrzeuge gingen in Flammen auf, der Fahrer des ersten Lastwagens starb.

„An Parkplatz-Auffahrten ist die Gefahr, dass so etwas passiert, am größten“, sagt Lentfort. „Dann schicken wir die Lastwagen weg oder gucken, wo noch Lücken sind.“ Auch auf der A zwei bei Gelsenkirchen oder auf den südlichen Parkplätzen der A 31 staut es sich ab dem frühen Abend regelmäßig. Den Polizisten bleibt nichts anderes übrig, als bei einem Parkverstoß auch mal ein Auge zuzudrücken, sagt Lentfort.

Selbst die geplanten Plätze werden nicht reichen
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