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Übernahme von Drivy Carsharing-Riese Getaround drängt nach Europa

Privates Carsharing ist in Deutschland noch ein Nischengeschäft. Mit der Übernahme von Drivy will das US-Start-up Getaround nun expandieren.
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Drivy-Gründer Paulin Dementhon (links) und Getaround-Chef Sam Zaid arbeiten künftig zusammen.
Carsharing-Duo

Drivy-Gründer Paulin Dementhon (links) und Getaround-Chef Sam Zaid arbeiten künftig zusammen.

DüsseldorfDie Expansion nach Europa lässt sich der US-Carsharing-Anbieter Getaround ganze 300 Millionen Dollar kosten. Für diese Summe übernimmt das Start-up aus San Francisco den französischen Konkurrenten Drivy. Mit dem Investment schielt Getaround vor allem auf den europäischen Kundenstamm der Franzosen. Nach eigenen Angaben sind 2,5 Millionen Nutzer registriert.

Mit der Übernahme entstehe „die größte Carsharing-Plattform Europas“, teilte das Unternehmen mit. Über Drivy und Getaround können private Autobesitzer ihr Fahrzeug vermieten. Die Plattform kümmert sich um die Vermittlung und die Versicherung, betreibt aber keine eigene Flotte. In Europa vermittelt Drivy nach eigenen Angaben 50.000 Fahrzeuge, Getaround gibt die Größe der eigenen Flotte nicht an.

Genaue Angaben zu Umsatz und der Zahl der Mietvorgänge machen die Partner aber nicht. Das verwundert nicht: So genanntes Peer-to-Peer-Carsharing ist in Deutschland noch ein absoluter Nischenmarkt.

Durch die kurzzeitigen Vermietungen sollen Autofahrer sich spontan ein Auto teilen können. Das hilft dem Besitzer, die Kosten für das eigene Auto zu finanzieren. Und soll die Zahl der Autos in den Städten deutlich reduzieren. „Carsharing wird den Autobesitz in großen, urbanen Ballungsgebieten ersetzen“, ist Drivy-Gründer Paulin Dementhon überzeugt.

Auch nach der Übernahme durch Getaround soll der Franzose, der Drivy im Jahr 2010 gegründet hat, weiter an der Spitze des Carsharing-Dienstes stehen. In sechs Ländern vermittelt das Unternehmen mittlerweile Privatautos. Neben Deutschland ist der Dienst auch Frankreich, Spanien, Österreich, Belgien und dem Vereinigten Königreich verfügbar. Der Name Drivy soll zunächst beibehalten werden.

Der Markt für privates Carsharing hatte sich in den vergangenen Jahren bereits deutlich konsolidiert. Anbieter wie Tamyca und Nachbarschaftsauto gibt es mittlerweile nicht mehr. Größter Konkurrent von Drivy in Deutschland sind der Dienst Turo, an dem auch Daimler beteiligt ist, und Snappcar aus den Niederlanden.

Mit der Hilfe von Getaround will Drivy der Konkurrenz die Stirn bieten und das Angebot ausbauen. „Gemeinsam werden wir uns der Vision einer Welt annähern, in der alle Fahrzeuge vernetzt sind und geteilt werden können“, sagt Getaround-Gründer Sam Zaid.

Dafür bringen die Amerikaner auch Technologie mit: Über eine eigene App sollen sich Fahrzeuge automatisch reservieren und öffnen lassen. Auch Privatautos könnten damit spontan vermietet werden. Bislang ist Getaround mit der Technik in 140 Städten in den USA vertreten. Mit dem Zusammenschluss kommen die beiden Partner auf 11.000 vernetzte Autos, die sich per App öffnen lassen.

Dass Carsharing mit Privatautos auch in Europa zum Milliardengeschäft werden könnte, glauben vor allem die bekannten Investoren von Getaround. Zuletzt hatte das japanische Investmentkonglomerat Softbank etwa 300 Millionen Dollar in den Carsharing-Dienst investiert. Aber auch der japanische Autoriese Toyota und die Investmentgruppe des chinesischen Autoherstellers SAIC haben in den Dienst investiert.

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