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Unbekannte Automarken Die exotischen Chinesen von Guangzhou

Im Zuge der Globalisierung gibt es Marken, die weltweit bekannt sind. Doch beim Auto hört die Gleichmacherei offenbar auf. Zumindest in China.
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  • dpa
Der Hongqi H7 präsentiert sich dem chinesischen Publikum. Quelle: dpa
Chinesischer Luxus

Der Hongqi H7 präsentiert sich dem chinesischen Publikum.

(Foto: dpa)

Guangzhou Die Chinesen lieben zwar die deutschen Autohersteller und sind deshalb für Audi, Mercedes oder BMW längst zum größten Markt geworden. Dennoch haben sie eine stattliche Auswahl an Eigenmarken mit einem eigenen Stil. Und auf jeder Automesse im Reich der Mitte kommen gefühlt ein Dutzend dazu. Von vielen hat man noch nie etwas gehört – und weil die meisten nicht einmal im Traum an den Export denken, wird sich daran so schnell auch nichts ändern.

Besonders deutlich wird das auf der Guangzhou Motor Show, mit der sich die PS-Branche aus dem Jahr verabschiedet. Während die Leitmessen in Peking oder Schanghai mittlerweile immer gewöhnlicher werden, gibt es drei Flugstunden von Chinas Hauptstadt entfernt deutlich mehr Lokalkolorit und ungewöhnliche Entdeckungen.

Marken wie Enovate, Exeed oder Geometry haben es bislang kaum auf das internationale Radar geschafft. Und viele sind so regional verwurzelt, dass sie ihren Namen nicht einmal in lateinischen Buchstaben auf den Stand schreiben. Von Personal mit Fremdsprachenkenntnissen ganz zu schweigen.

Doch egal, ob sich der Name nun entschlüsseln lässt und was die technischen Daten so hergeben – fast alle diese Exoten, von denen die meisten natürlich elektrisch fahren und eine SUV-Silhouette haben, wirken halbwegs stilsicher und vor allem eigenständig. Wo man sich früher bei solchen Messen wie im Copyshop wähnte, muss man die geklonten Westautos mittlerweile lange suchen und fühlt sich oft nur noch von Details wie den Scheinwerfern oder dem Kühlergrill an Erfolgsmodelle aus Europa oder den USA erinnert.

Selbst bekannte Marken überraschen mit vergleichsweise fremden Autos, und das Ausstellungsprogramm bei VW, Skoda, Ford oder Toyota hat mit dem aus Frankfurt, Tokio oder Los Angeles nur wenig gemein.

Schon mal was von der Marke Geometry gehört? So sehen deren Autos aus. Quelle: dpa
Modernes Design

Schon mal was von der Marke Geometry gehört? So sehen deren Autos aus.

(Foto: dpa)

Weil die Chinesen so viele Autos kaufen, bekommen sie von allen Herstellern eigenständige Modelle: VW zum Beispiel baut für sie ganz neu den XXL-Van Viloran, Skoda macht den Geländewagen Kamiq zu einem schmucken GT mit angedeuteter Coupé-Silhouette. Und Autos wie den Audi A4, den Peugeot 2008 oder die Limousine der Mercedes A-Klasse gibt es mit verlängertem Radstand und mehr Platz im Fond.

Sogar eigene Marken haben die Westkonzerne für ihre wichtigste Absatzregion auf den Weg gebracht: So wurde Jetta bei VW vom vielleicht bekanntesten Modell zu einer neuen Einstiegsmarke. Und Mercedes baut für China zusammen mit BYD Elektroautos unter dem Namen Denza. Nachdem der Erstling noch auf der B-Klasse basierte, gibt es jetzt ein zweites Modell mit einer Plattform aus China: den Denza X. Als SUV mit sieben Sitzen verspricht er bis zu 500 Kilometer Reichweite und kostet trotzdem nur etwa 40.000 Euro.

So sehr die Motorshow auf den lokalen Markt fokussiert ist und der Globalisierung trotzt, hat sie dennoch ein paar Premieren von weltweiter Bedeutung zu bieten und wie es kaum anders sein könnte, sind das alles SUVs. Die liegen allerdings bei Anspruch, Auftritt und Antrieb so weit auseinander, wie es nur irgend möglich ist.

Den GLS präsentiert Mercedes in China unter Verwendung eines beträchtlichen Chromanteils als Luxus-SUV Maybach GLS. Quelle: dpa
Bling-Bling

Den GLS präsentiert Mercedes in China unter Verwendung eines beträchtlichen Chromanteils als Luxus-SUV Maybach GLS.

(Foto: dpa)

So zeigt Lexus mit dem UX 300e sein erstes Elektroauto und rüstet den kompakten Geländewagen, der 2021 auch nach Deutschland kommt, mit Akkus für bis zu 400 Kilometern aus. Aston Martin zieht das Tuch vom DBX, der nach dem Jahreswechsel zu Preisen um 200.000 Euro mit 404 kW/550 PS und knapp 300 km/h Topspeed eine sportliche Alternative zu Rolls-Royce Cullinan und Bentley Bentayga bieten will. Und Mercedes adelt den GLS als Maybach mit kiloweise Chrom, einem 410 kW/558 PS starken V8-Motor mit Mildhybrid und einer Luxuskabine samt Liegesitzen im Fond.

Während es in den Klassen darunter deutliche Anpassungen an den lokalen Geschmack und zum Beispiel verlängerte Karosserien gibt, sind DBX und Maybach GLS weltweite Einheitsmodelle. Zumindest in der Luxusliga ist der globale Geschmack offenbar wieder ziemlich ähnlich.

Mehr: Elektropionier Tesla landet gleich mit drei Modellen unter den meistverkauften Elektroautos weltweit. BMW, VW und Daimler sucht man vergeblich.

Der chinesische Hersteller Xpeng macht es mit seinem P7 für westliche Besucher nicht einfach, den Markennamen zu erkennen. Quelle: dpa
Zeichendeutung

Der chinesische Hersteller Xpeng macht es mit seinem P7 für westliche Besucher nicht einfach, den Markennamen zu erkennen.

(Foto: dpa)
Bei uns wohl kaum einem Autofan bekannt: die chinesische Automarke Enovate. Quelle: dpa
LED-Erscheinung

Bei uns wohl kaum einem Autofan bekannt: die chinesische Automarke Enovate.

(Foto: dpa)
Konzeptstudie: SUV-Modell des chinesischen Herstellers Venucia. Quelle: dpa
SUV von Venucia

Konzeptstudie: SUV-Modell des chinesischen Herstellers Venucia.

(Foto: dpa)
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