VCD-Rangliste Toyota und VW belasten Umwelt am wenigsten

Welche Autos sind die ökologischsten? Diese Frage beantwortet der Verkehrsclub Deutschland jedes Jahr mit einer Rangliste. Reine Elektroautos tauchen dabei nicht auf. Aus einem ganz einfachen Grund.
Ein VW Eco Up: In die Umweltauto-Empfehlungsliste des VCD schaffte es Volkswagen 2014 mit sechs Modellen seiner Konzernmarken. Quelle: dpa

Ein VW Eco Up: In die Umweltauto-Empfehlungsliste des VCD schaffte es Volkswagen 2014 mit sechs Modellen seiner Konzernmarken.

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BerlinFahrer von Autos mit Erdgas- oder Hybrid-Antrieb liegen aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ökologisch vorn. Das geht aus der neuen Auto-Umweltliste des VCD hervor. Angeführt wird sie vom Hybrid CT 200h der Toyota-Tochter Lexus, bei dem ein Elektroantrieb den Verbrennungsmotor unterstützt.

Auf dem zweiten Platz liegen drei baugleiche Kleinwagen aus dem Volkswagen-Konzern, die mit Erdgas fahren: der VW eco up, der Seat Mii Ecofuel und der Skoda Citigo. Reine Elektroautos tauchen in der Liste nicht auf. Dafür fehlen aus VCD-Sicht verlässliche Angaben zur Reichweite, zu oft verbreiteten Hersteller hier „Wunschwerte“.

So geht umweltbewusstes Autofahren
Damit Autofahrer möglichst selten zur Zapfpistole greifen müssen, reicht ein verbrauchsarmer Wagen allein nicht aus - sie selbst müssen auch aufs Spritsparen getrimmt sein. Foto: Silvia Marks
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Die beste Spritspartechnik nützt wenig in den Händen ungestümer Autofahrer. Denn Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß hängen nicht allein vom Fahrzeugantrieb ab, sondern auch von der Fahrweise. Nachfolgend die einfachsten Tipps für umwelt- und preisbewusstes Autofahren ...

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Tipp 1: Früh schalten

Je niedrigtouriger moderne Autos gefahren werden, desto besser. Eine geringe Motordrehzahl spart bis zu 30 Prozent Sprit und schont den Antrieb. Der Wagen macht dann außerdem weniger Krach. Im Stadtverkehr reichen 2.000 Umdrehungen pro Minute aus. Spätestens bei dieser Motordrehzahl sollte in den jeweils nächsthöheren Gang geschaltet werden.

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Tipp 2: Vorausschauend fahren

Beim Anfahren und Beschleunigen schlucken Autos viel Sprit. Wer gleichmäßig durch den Verkehr gleitet - am besten auch noch auf Leichtlaufreifen -, nutzt großes Spritsparpotenzial.

Wenn Fahrer zum Beispiel ein gutes Stück vor einer roten Ampel den Fuß vom Gas nehmen und den Wagen rollen lassen, kommen sie womöglich bis zur nächsten Grünphase gar nicht ganz zum Stehen und können den Schwung für die Weiterfahrt nutzen.

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Tipp 3: Motor abstellen

Ob beim Ampelstopp oder im Stau - bei mehr als zehn Sekunden Wartezeit lohnt es sich, den Motor abzustellen. Fahrzeuge mit Start-Stopp-System schalten sich automatisch aus.

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Tipp 4: Kurzstrecken vermeiden

Mit kaltem Motor sind Autos besonders durstig. Erst nach rund vier Kilometern wird die Betriebstemperatur erreicht, und der Spritverbrauch normalisiert sich. Kurze Fahrten gilt es daher zu vermeiden. Oder man steigt einfach mal wieder aufs Rad.

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Tipp 5: Stromverbraucher ausschalten

Klimaanlage, Heckscheibenheizung, elektrische Fensterheber und andere Stromverbraucher sollte man nur benutzen, wenn man sie wirklich benötigt. Denn je stärker die Lichtmaschine des Autos durch elektrische Verbraucher belastet wird, desto höher ist der Kraftstoffverbrauch. Allein die Klimaanlage kann den Spritverbrauch im Stadtverkehr um annähernd zwei Liter auf 100 Kilometer erhöhen.

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Tipp 6: Ballast über Bord werfen

Überflüssiges Gepäck muss aus dem Kofferraum verschwinden. Und eine Dachbox gehört in den Keller, wenn sie nicht gebraucht wird. Jedes Kilo zählt: 100 Kilogramm Mehrgewicht kosten laut dem VCD etwa einen halben Liter Kraftstoff mehr auf 100 Kilometer. Je leichter und windschlüpfiger ein Auto ist, desto besser.

„Wir haben weiterhin eine Dominanz vom Toyota-Konzern“, kommentierte der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen, die Umweltliste. „Das liegt auch daran, dass die deutschen Hersteller zum Teil noch immer hinterherhinken und dass sie sich zu sehr aufs Premiumsegment konzentrieren.“

In die Top Ten der Liste - die wegen Mehrfachbelegungen der einzelnen Ränge 18 Fahrzeuge umfassen - schaffte es einzig Volkswagen mit sechs Autos seiner Konzernmarken.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hob die Aussage des VCD hervor, dass der Ausstoß von Kohlendioxid und Schadstoffen sinke. Zudem hätten die deutschen Hersteller angekündigt, Hybrid-Antriebe auf alle Modellgruppen auszudehnen. „Unterm Strich sind wir zufrieden“, sagte VDA-Sprecher Eckehart Rotter.

Extremsparer sind auch alt noch teuer
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Benziner bis 5 Liter: VW Golf III

Wenn Sie ein preiswertes, aber dennoch sparsames Auto fahren wollen, könnte der Golf III einen Blick wert sein. Laut einer Statistik des Gebrauchtwagen-Portals AutoUncle gehört der 90er-Jahre-Golf zu den günstigsten und sparsamsten Benzinern.

Das Portal vergleicht mehr als 1,5 Millionen Gebrauchtwagenanzeigen von 19 Online-Portalen, darunter Mobile.de, Auto.de und AutoScout24.de. Die Auswertung zeigt: Mit einem Durchschnittspreis von gerade einmal 1.009 Euro und einem Normverbrauch von 4,1 Litern gehört der Golf III zu den wohl günstigsten Möglichkeiten, Auto zu fahren.

Wenn da nicht die Kosten für Versicherung und Reparaturen wären...

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Benziner bis 5 Liter: Suzuki Alto

Der Suzuki Alto (im Bild das Modell des Jahres 2009) taucht in einer aktuellen Statistik der Gebruahctwagen-Megasuche Autouncle.de gleich dreifach auf: Die vor 2004 gebauten Fahrzeuge kosten im Schnitt 1.936 Euro, Altos aus den Jahren 2004 bis 2008 rund 2.250 Euro – bei einem Verbrauch von jeweils 4,9 Litern.

Sparsamer wird es mit den ab 2009 gebauten Fahrzeugen, sie gönnen sich in der Norm nur noch 4,4 Liter, sind aber auch mit über 6.300 Euro in der Auswertung deutlich teurer.

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Benziner bis 6 Liter: Opel Corsa C

Eines der günstigsten Modelle zwischen fünf und sechs Litern Verbrauch ist der Opel Corsa der Baujahre 1994 bis 2001. Er wird laut AutoUncle im Internet bei 765 Angeboten im Schnitt mit 1.471 Euro gehandelt. Den Normverbrauch gab Opel zu seiner Zeit mit 5,7 Litern an.

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Benziner bis 6 Liter: VW Polo III

Wer ohne Marken-Vorlieben zum Gebrauchtwagenkauf schreitet, sollte eher zu dem Corsa greifen: Die dritte Generation des VW-Kleinwagens verbrauchte im Schnitt mit 5,8 Litern etwas mehr als der Opel. Zudem listet ihn AutoUncle mit 1.605 Euro bei vergleichbaren Baujahren. Dieses Modell wurde von 1995 bis 1999 gefertigt.

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Diesel bis 4 Liter: VW Lupo

Wer allerdings mehr auf den Verbrauch als auf den Preis achtet, kommt nicht an einem Diesel vorbei. Hier sind bei Kleinwagen Verbräuche von weniger als vier Litern drin. So auch beim VW Lupo, von dem sogar einst eine 3-Liter-Variante aufgelegt wurde.

Doch selbst ohne dieses Sparmodell kommt der kleine Wolfsburger auf einen Verbrauch von 3,7 Litern auf 100 Kilometern – bei einem Gebraucht-Preis von im Schnitt 2.572 Euro.

Aber: Da diesen Autos meist ein Rußpartikelfilter fehlt, bekommen sie höchstens eine gelbe Umweltplakette – und sind deshalb aus vielen Innenstädten verbannt.

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Diesel bis 4 Liter: Smart Fortwo

Der Kleinstwagen der Daimler-Tochter ist nicht nur ein Leichtgewicht, sondern sein 800-Kubik-Dreizylinder gehört auch zu den sparsameren Triebwerken. So kommt die erste Smart-Generation auf einen Verbrauch von 3,4 Litern. Die zwischen 1998 und 2004 gebauten Smarts werden noch mit 2.707 Euro gehandelt. Leider ist die Halbautomatik nervig, und der Motor klingt wie eine Nähmaschine.

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Diesel bis 4 Liter: Smart Fortwo

Hatten wir nicht gerade erst einen Smart? Richtig, doch das war die erste Generation. Die ab 2005 gebauten Fortwos vertrauen zwar auf den selben Motor mit 3,4 Litern Verbrauch, sind aber meist besser ausgestattet und in einem besseren Zustand als die älteren Smarts. Doch das schlägt sich auch im Preis nieder: Ein Smart der zweiten Baureihe wechselt laut AutoUncle.de für durchschnittlich 7.166 Euro den Besitzer – rund 4.500 Euro mehr als für einen alten Smart.

Wer ein Cabrio der zweiten Generation will, muss mit etwa 400 Euro Aufpreis rechnen. Geduld könnte sich rechnen: Auf weiter sinkende Preisen kann man wetten, wenn die neue Smart-Generation im Herbst an den Start geht ...

Der Duisburger Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer kritisierte, dass Elektroautos nicht in die Rangliste aufgenommen wurden: „Jeder, der sich ein E-Auto kauft, wird auch grünen Strom kaufen, damit beträgt der CO2-Ausstoß null.“ Von dieser Größe macht der VCD seine Bewertung zum größten Teil abhängig.

Lottsiepen forderte strengere CO2-Grenzwerte für Europa. Der für 2020 festgelegte Flottengrenzwert von 95 Gramm pro Kilometer sei schon jetzt ohne Probleme zu erreichen. 2025 müsse die Grenze bei 65 bis 68 Gramm liegen. Notwendig seien auch realitätsnähere Verbrauchs- und Emissionstests.

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