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Verfassungsgerichtshof des Saarlandes Gericht: Fotos von bestimmtem Blitzgerät nicht verwertbar

Anstatt 100 Euro Bußgeld zu zahlen, hat ein Temposünder einen beachtlichen juristischen Erfolg vor dem Verfassungsgerichtshof des Saarlandes erwirkt.
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Die Bilder des Blitzersystems sind juristisch umstritten. Quelle: Jenoptik
Traffistar S350

Die Bilder des Blitzersystems sind juristisch umstritten.

(Foto: Jenoptik)

SaarbrückenIn Bußgeldverfahren sind von einem bestimmten Blitzgerät gemachte Temposünder-Fotos nach Ansicht des Verfassungsgerichtshofs des Saarlands nicht verwertbar. Er hob mit seinem an diesem Dienstag veröffentlichten Urteil Entscheidungen des Amtsgerichts Saarbrücken sowie des Saarländischen Oberlandesgerichts auf.

Ein Fahrer, der innerorts mit 27 Stundenkilometern zu viel erwischt worden war und eigentlich 100 Euro zahlen sollte, feierte damit einen beachtlichen juristischen Erfolg.

Zudem kündigten die Verfassungsrichter in Saarbrücken an, in gleich gelagerten Fällen abweichende Entscheidungen saarländischer Gerichte ebenfalls zu korrigieren. Über das Saarland hinaus entfaltet das Urteil den Angaben zufolge aber keine bindende Wirkung.

Bei dem Messgerät handelt es sich nach Angaben des Verfassungsgerichtshofs um das Modell Traffistar S 350 des Herstellers Jenoptik. Dem Innenministerium in Saarbrücken zufolge gibt es von diesem Blitzgerätetyp derzeit rund 30 Exemplare in saarländischen Kommunen.

Im Kern hatte der betroffene Fahrer moniert, dass das von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) zugelassene Gerät nicht alle Messdaten speichere. Es könne daher keine Messfehler aufzeigen.

Nach einer Expertenanhörung kamen auch die Verfassungsrichter zu dem Schluss, dass die derzeit gespeicherten Daten „keine zuverlässige nachträgliche Kontrolle des Messergebnisses“ erlauben. Die Speicherung der Rohdaten sei aber technisch ohne großen Aufwand möglich.

Insofern seien die Grundrechte des Beschwerdeführers auf ein faires Verfahren und eine effektive Verteidigung verletzt.

Mehr: Die Seite „Geblitzt.com“ wirbt damit, Bußgeldbescheide kostenlos auf Fehler zu prüfen. Das könnte die Kommunen viel Geld kosten. Doch der Deutsche Anwaltverein ist skeptisch, dass das Geschäftsmodell Bestand hat.

  • dpa
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