Virtuelles Cockpit und Tablet-Computer Audi erfindet das Armaturenbrett neu

Audi plant ein neues Armaturenkonzept: Wenn der Autohersteller im Sommer seinen neuen TT präsentiert, wird es für den Sportwagen erstmals ein virtuelles Cockpit geben. Und zusätzlich ein Tablet zur Bedienung.
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Virtuelles Audi-Cockpit: Wenn das Navi Vorrang haben soll, rückt im neuen TT der Tacho nach rechts. Quelle: dpa

Virtuelles Audi-Cockpit: Wenn das Navi Vorrang haben soll, rückt im neuen TT der Tacho nach rechts.

(Foto: dpa)

Las VegasWie Audi auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas (7. bis 10. Januar) zeigte, wird der neue Audi TT einen 12,3 Zoll großen Monitor hinter dem Lenkrad bekommen, der die konventionellen Instrumente ersetzt. Auf dem volldigitalen Bildschirm werden nicht nur Fahrdaten, sondern auch Navigations- und Musikinformationen eingeblendet. Bei Bedarf breitet sich zum Beispiel die Navigationskarte über die komplette Fläche aus, gleichzeitig schrumpft die Anzeige von Tacho und Drehzahlmesser. Durch das neue Konzept werde der Navigationsmonitor in der Mittelkonsole überflüssig, heißt es.

Bedient werden die Funktionen über das Multifunktionslenkrad oder den Dreh-Drück-Steller auf der Konsole des Mitteltunnels. Den kann zwar auch der Beifahrer bedienen – allerdings sieht er kaum, was auf dem Monitor des Fahrers passiert. Eine radikale Fokussierung auf den Fahrer – möglich bei einem Sportwagen, für andere Modelle der Marke aber wohl nicht richtungsweisend.

Neben dem virtuellen Cockpit bereitet Audi noch eine zweite Neuheit für die Instrumentierung und Bedienung des Zweitürers vor: einen eigenen Tablet-Computer, der mit der Fahrzeugelektronik vernetzt ist. Das sogenannte Smart Display hat ein Format von 10,2 Zoll. Es dient als Fernbedienung für das Infotainment und als Unterhaltungsgerät für die Passagiere im Fond, erklärt Audi.

Anders als bisher könne das Gerät aber auch außerhalb des Fahrzeugs genutzt werden - als konventioneller Tablet-Computer mit Android-Betriebssystem und als Schnittstelle zum Fahrzeug, die zum Beispiel den Standort speichert oder die Klimasteuerung von außerhalb übernimmt.

Noch ist das in Las Vegas gezeigte Gerät zwar nur ein Prototyp, doch nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird es schon im kommenden Jahr für den neuen Q7 als Zubehör angeboten.

Wie Audis Elektronik-Chef Ricky Hudi am Dienstag auf der CES in Las Vegas erläuterte würden auch Apps über das „Smart Display“ aufgerufen, Audi rüste seine Autos außerdem mit LTE-Datenfunk auf.
In Las Vegas hatte der Hersteller bereits eine Allianz mit Google angekündigt, an der Audi neben Honda, Hyundai und der Opel-Mutter General Motors beteiligt ist.

Die Partner wollen das dominierende Smartphone-System Android im Auto etablieren. So wird in den Audis zum Beispiel Googles Sprachsuche verfügbar sein. Das „Smart Display“ hat typische Elemente der Android-Bedienung integriert.

Audi-Chef Rupert Stadler betonte jedoch, die Rolle von Android beschränke sich im Auto auf Kommunikation und Vernetzung. „Wenn ein PC mal schwach auf der Brust ist, machen Sie einen Neustart. Wenn Sie im Auto unterwegs sind, geht es um Sicherheits-Anforderungen und Produkthaftung, da kann man nicht jeden herumfuhrwerken lassen“, sagte er in einem dpa-Interview. Deshalb gebe es klare Vorgaben, dass es keine Eingriffe zum Beispiel in Steuer- oder Bremssysteme geben dürfe.

Audi brachte nach Las Vegas seine Prototypen selbstfahrender Autos mit und ließ sie auch über die berühmte Hotelmeile rollen. Für das viel diskutierte Problem der Verantwortung bei automatisierten Fahrzeugen sieht Stadler eine klare Lösung: „Der Fahrer des Fahrzeugs wird immer in der Haftung sein.“

Allerdings müsse die Industrie ihm genug Sicherheit geben, „dass er sagt: Das ist sowas von ausgereift und gut, das mache ich jetzt“. Der Audi-Chef rechnet damit, dass viele offene Fragen in zwei bis drei Jahren geklärt sein werden.

„Die vergangenen 30, 40 Jahre der Automobilindustrie waren relativ einfach im Vergleich zu dem, was wir in den nächsten 10 Jahren vor uns haben“, sagte Stadler. Das liege zum einen an der Herausforderung, die Fahrzeuge deutlich umweltfreundlicher zu machen. Zum anderen erfordere die Vernetzung der Autos „gigantische Investitionen“.

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5 Kommentare zu "Virtuelles Cockpit und Tablet-Computer: Audi erfindet das Armaturenbrett neu"

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  • Was hat bitte solch ein häßlicher screen im Auto verloren? Innovativ? Was für eine Volksverdummung, jeder Fahrkartenautomat hat seit Jahren einen Touchscreen. Das ist ein Gimmick, das Anfang der 2000er noch ganz nett angekommen wäre als TFTs im Kommen waren, aber jetzt doch nicht mehr. Allein schon das Vorhandensein von touchscreens erzeugt das gewisse Billigheimergefühl, also sorry, da hilft auch kein Retina-Gorilla-Glas und was weiß ich nicht noch alles.

  • Selten einen so einseitig und schlecht recherchierten Artikel gelesen. Scheinbar kennt der Redakteur tunnelblickartig nur die Presseinfos von Audi.
    Schon mal die Digitalcockpits anderer Hersteller gesehen? Schon mal auf das nahezu frei konfigurierbare Kombiinstrument des TESLA Model S gesehen? Informieren lohnt sich hier durchaus.

  • Ironie?
    Bei manchen Autofahrern wünscht manch sich der Computer hätte die Kontrolle über das Fahrzeug. Bei Flugzeugen geht man schon lange den Weg hin zum autonomen Fliegen.
    Eine Frage wird zukünftig sein was besser ist, die rationelle Fahrweise des Computers oder die emotionale des Menschen.

  • Naja, volldigitale Instrumente und Anzeigen hat mein Volvo bereits serienmäßig. Die gesamte Navigation und Steuerung des Radios etc. ist da noch nicht drinnen, aber mehr als ein logischer weiterer kleiner Schritt ist das nicht. Wenn die Autos mal selber fahren braucht das aber eh keiner mehr.
    Ich glaube im Gegensatz zu Herrn Stadler übrigens auch nicht, dass man die Schuld an einem Verkehrsunfall eines autonomen Autos verantworten wird. Ich hafte ja auch nicht, wenn die Waschmaschine trotz Waterstop ausläuft für die Schäden. Das muss der Hersteller aufgrund Produkthaftungsgesetz aus 1992 übernehmen...

  • Diesen Unsinn sollte man als gemeingefährlich verbieten. ... Wir können nicht die Sicherheit unserer Kinder, Katzen und Witwen auf Kosten der Verkaufsoptimierungsstrategien der Autokonzerne aufs Spiel setzen.

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