Volkswagen auf der CES 2017 Wenn das Auto den Kühlschrankinhalt kennt

Die Vernetzung des Autos mit der digitalen Umwelt wird schon in Kürze im Serienauto verfügbar sein. Nur einige Details, die vor allem das künftige autonome Fahren betreffen, werden noch Jahre auf sich warten lassen.
  • Peter Maahn
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  • Spotpress
Volkswagen auf der CES 2017 - Eco mal ganz anders Quelle: vw
Volkswagen auf der CES 2017

Die Wolfsburger haben Amazon als Partner gewonnen. In Zukunft soll es möglich sein, aus einem VW heraus über Amazons Sprachassistenten „Alexa“ mit der eigenen Wohnung zu kommunizieren und umgekehrt.

(Foto: vw)

Wer im Zusammenhang mit dem Thema Autos das Kürzel „Eco“ verwendet, meint zumeist sparsames und damit umweltbewusstes Fahren. Jetzt müssen wir umlernen. Volkswagen definiert seit der CES in Las Vegas das viel strapazierte Wörtchen einfach neu und fasst unter dem Begriff „Ecosysteme“ all das zusammen, was das Autofahren erleichtert, vereinfacht und damit ein Stück weit auch durchschaubarer machen soll.

„Ein durchaus logischer Begriff, an den sich unsere Kunden schnell gewöhnen werden“, meint VW-Entwicklungschef Frank Welsch. „Er steht für das Zusammenwirken unserer digitalen Technik mit der von großen Anbietern wie Google, Apple oder auch Amazon“.

Der deutsche Konzern, gerade als weltgrößter Autohersteller im abgelaufenen Jahr geadelt, nutzte die grell-schrille Bühne der größten Elektronikmesse der Welt für eine überraschende Ankündigung. „Wir haben Amazon als Partner gewonnen“, berichtet Welsch. „In Zukunft wird es möglich sein, aus einem VW heraus über Amazons Sprachassistenten „Alexa“ mit der eigenen Wohnung zu kommunizieren und umgekehrt“.

Ähnlich wie Apples „Siri“ ist der Helfer des vor allem als Online-Buchhändler bekannten US-Unternehmens in der Lage, sich mit Haushaltsgeräten und elektrischen Einbauten in der Wohnung zu vernetzen und diese zu steuern. Dazu allerdings müssen die Geräte über die Fähigkeit verfügen, die „Alexa“-Befehle auch zu verstehen.

Die Infotainmentsysteme werden schicker und bedienfreundlicher Quelle: vw
Volkswagen auf der CES 2017

Die Infotainmentsysteme werden schicker und bedienfreundlicher

(Foto: vw)

So wird es also möglich sein, vom Auto aus die Heizung daheim hochzufahren, die Rollläden zu öffnen oder zu schließen oder auch diverse Lichtquellen zu aktivieren. Auch der bevorzugte Radiosender kann schon vom Fahrersitz aus so programmiert werden, dass die zur jeweiligen Stimmung der Heimkommenden passende Musik bereits beim Öffnen der Haustür erklingt.

Da mittlerweile einige Kühlschränke ebenfalls ferngesteuert werden können und stets über ihren Inhalt Auskunft informiert sind, kann der Sprachassistent auf die Frage „Alexa, haben wir noch genug Milch im Kühlschrank?“ schnell antworten, dass ein Umweg über den nächsten Supermarkt empfehlenswert ist.

Und natürlich noch den Hinweis ans weit entfernte Auto senden, dass „der Liter Milch beim Discounter X gerade im Sonderangebot ist“. Eine zumindest scheinbar schöne neue Welt also, die Volkwagen-Eignern und sicher bald auch denen anderer Konzernmarken wie Audi, Skoda oder Seat offen steht.

Frank Welsch (52), der seit Ende 2015 die Verantwortung für die VW-Entwicklung hat, betont, dass „Alexa“ umgekehrt auch von zu Hause aus mit dem geparkten Volkswagen plaudern kann. Dazu wird zum Beispiel die Frage „Volkswagen, hast du noch genügend Benzin, um von Wolfsburg nach Hamburg zu fahren“ in ein kleines Mikrophon im Wohnzimmer gesprochen.

Das Auto, das bekanntlich immer online ist, hört genau zu und wird schnell die gewünschte Info liefern, dass ein Tankstopp dank des gut gefüllten Tanks nicht nötig ist. Das Stichwort „Benzin“ kommt für den promovierten Maschinenbauingenieur gerade recht: „Viele Menschen denken, dass all diese neuen Funktionen vor allem für die ohnehin gut vernetzten Elektroautos gedacht sind. Wir werden sie aber nach und nach natürlich auch für unsere klassischen Modelle mit Verbrennungsmotor anbieten.“

So könnte es in einem VW der Zukunft aussehen Quelle: vw
Volkswagen auf der CES 2017

So könnte es in einem VW der Zukunft aussehen

(Foto: vw)

Welsch erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass auch im Jahr 2025 beim geplanten Absatz von einer Millionen E-Mobilen immer noch gut fünf Sechstel aller Volkswagen einen konventionellen Antrieb haben werden.

Ganz gleich also ob neuzeitlicher Stromer oder bewährter Klassiker. Das digitale Zeitalter erobert das Auto, das mehr und mehr mit dem Smartphone verheiratet wird. Ob eine neue App, die einem oder auch vorher angemeldeten Nutzern den schlüssellosen Zugang zu ihrem VW ermöglicht oder eine VW-eigene Spracherkennung, die unabhängig vom erwähnten Amazon „Alexa“ endlich auch Umgangssprache wie „Volkswagen, ich habe Hunger“ versteht und schnell die nächstgelegenen Restaurants auflistet – die Reihe der elektronischen Helfer im VW-Ecosystem ist lang.

Das Auto kommuniziert künftig mit Smart Homes Quelle: vw
Volkswagen auf der CES 2017

Das Auto kommuniziert künftig mit dem Smart Home

(Foto: vw)

Dazu gehört auch die Neugestaltung des Cockpits, deren Vorläufer schon im neuen Golf Dienst tut. Fast serienreif ist eine Kombination aus zwei Monitoren, die hinter dem Lenkrad hintereinander angeordnet sind und so einen 3-D-Effekt zum Beispiel für die Navigation ermöglichen. Auch das bekannte Head-up-Display, das Informationen auf die Frontscheibe spiegelt, wird erweitert.

Eine Kamera hat dabei die Augen des Fahrers im Visier und merkt sich, in welche Richtung er für welche Anzeigen blickt. Dann können selten genutzte Informationen ausgeblendet und nur dann aus dem Schafmodus erweckt werden, wenn die Augen in die bewusste Ecke zielen. „Eine wichtige Funktion“, betont Frank Welsch, denn sie reduziert die Zahl der Anzeigen auf die relevanten“.

Was Autobauer auf der Gadget-Messe zeigen
Mercedes EQ
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Mercedes setzt auf CASE. So heißt die neue Unternehmensstrategie, die auf den vier Säulen Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive aufbaut. Bei den großen Trendthemen wird es aber wohl bei Ankündigungen bleiben, ein neues Concept-Car hat Daimler wohl nicht im Gepäck. Stattdessen sollen die Elektro-Studie Concept EQ (im Bild) und der Mercedes-Benz Vision Van gezeigt werden. Die „große“ Premiere: Die beiden Studien werden Daimler zufolge zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne stehen.

BMW wagt einen Blick in das Interieur der Zukunft
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Mit einer neuartigen Touch-Oberfläche wollen die Münchner ein neues Bedienkonzept vorstellen. Die innovative Schnittstelle namens HoloActive Touch zwischen Fahrer und Fahrzeug gleicht einem virtuellen Touchscreen, dessen frei im Raum schwebende Anzeige mit Fingergesten bedient wird und die so erteilten Befehle mit einer haptisch wahrnehmbaren Rückmeldung quittiert.

Ford hat seine Forschungsfahrzeuge in den USA für autonomes Fahren weiterentwickelt
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Die Rechenleistung der als Versuchsträger dienenden Ford Fusion (hierzulande als Mondeo bekannt) wurde wesentlich verbessert, die elektrischen Steuerungen sind deutlich näher an der Serienreife, und die Sensor-Technologie mitsamt den Platzierungen der Sensoren ermöglicht den Autos eine noch bessere Erfassung der Umgebung.

Die neuen LiDAR-Sensoren (Light Detection And Ranging) sind zum einen noch schlanker ausgeführt, zum anderen greifen sie auf einen noch exakteren Zielbereich zu. Auf diese Weise kommt die neue Fahrzeug-Generation mit zwei statt vier Sensoren aus – die aber genauso viele Daten liefern.

Waymo
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Im Mai 2016 kündigten FiatChrysler und die Google-Mutter Alphabet ihre Zusammenarbeit beim autonomen Fahren an. 100 Testfahrzeuge sollten entstehen, die ersten werden auf der CES 2017 gezeigt. Die Sensoreinheit auf dem Dach des Chrysler Pacifica sehen aus wie von den Google Cars entnommen, sind aber im Grunde neu entwickelt.

Waymo, wie die für das autonome Fahren zuständige Abteilung bei Alphabet inzwischen heißt, will mit den Fahrzeugen die Erprobung in drei US-Bundesstaaten fortsetzen.

Mehr ein Mobilitätskonzept als eine Auto-Studie will der Honda NeuV sein.
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Der fahrende Würfel soll elektrisch angetrieben und den Stadtverkehr völlig autonom bewältigen können. Da die Insassen nicht mehr selbst fahren müssen, sollen sie sich dank der tiefgreifenden Vernetzung anderweitig beschäftigen können. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine will Honda vollkommen neu gestaltet haben.

Continental will die Biometrie ins Auto bringen
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Die Hannoveraner wollen das Ent- und Verriegeln und den Motorstart sicherer machen, indem sich die berechtigten Fahrer per Fingerabdruck identifizieren müssen. Zudem soll eine Innenraumkamera das Gesicht des Fahrers erkennen und so Fahrzeugeinstellungen wie Sitz- und Spiegelposition, Musik, die Klimaanlage oder die Navigation für den jeweiligen Fahrer personalisieren.

Eine weitere Neuheit: Ein intelligentes Glas soll die Scheiben gezielt verdunkeln können, sobald das Auto verriegelt wird. dem Auto, hellen sich dessen Scheiben automatisch auf.

Autovisionär Frank M. Rinderknecht hat sich wieder ein neues Konzeptfahrzeug ausgedacht
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Auf der CES in Las Vegas zeigt der Schweizer das Elektrofahrzeug Rinspeed Oasis. Die Basis für das autonome Auto bildet das „Intelligent Rolling Chassis“ (IRC) von ZF aus Friedrichshafen. Die fahrbereite Plattform verfügt über zwei Elektromotoren mit je 54 PS, ein spezielles Fahrwerk und eine neuartige Lenkung, die den Wendekreis auf Großstadt-taugliche 6,50 Meter schrumpfen soll.

Keine Rinspeed-Studie ohne Skurrilität: Das besondere Innenraumkonzept wird durch einen kleinen Wintergarten hinter der Frontscheibe abgerundet.

Und wann kommt was? „Wir werden die einzelnen Stufen unseres neuen Ecosystems nach und nach zünden, beginnend mit dem neuen Passat im nächsten Jahr“. Weiter in die Zukunft reichen all die Apps und Systeme, die dem selbstfahrenden Auto vorbehalten sind.

„Unser Elektroauto I.D., das 2020 auf die Straße kommt, ist für das autonome Fahren vorbereitet“, sagt Christian Senger, der Chef aller heutigen und künftigen E-Modelle von VW. Zum Marktstart in drei Jahren wird der I.D. aber noch ein ganz normales Auto sein, in dem ein Mensch am Steuer sitzen muss.

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  • Wenn der Kühlschrank leer ist und das Portemonnaie auch, wird das Auto ebenfalls traurig sein?

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