Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vor 100 Jahren wurde Ferruccio Lamborghini geboren Der Treckerfahrer, der Enzo Ferrari herausforderte

Seite 2 von 2:
„... dann suche ich in meiner Garage Zuflucht“

Kunden des 1916 in einem Dorf bei Bologna geborenen Autobauers waren Promis wie Frank Sinatra, Henry Ford und Grace Kelly, die 1967 mit Fürst Rainier in einem großteils verglasten Lamborghini Marzal durch Monaco brauste. Sinatra betonte: „Du kaufst einen Ferrari, wenn Du jemand sein willst. Du kaufst einen Lamborghini, wenn Du jemand bist.“

Ein Exemplar mit 500 PS, das 1998 bei einem Bonner Autohändler rund 350.000 D-Mark kosten sollte. Quelle: dpa
Lamborghini Diablo Roadster

Ein Exemplar mit 500 PS, das 1998 bei einem Bonner Autohändler rund 350.000 D-Mark kosten sollte.

(Foto: dpa)

Zwar konnten Lamborghinis Rennwagen die verhassten Ferraris bei vielen Rundstrecken-Wettbewerben hinter sich lassen, den Straßenautos gelang das in puncto Qualität und Zuverlässigkeit nicht immer.

Mit Beginn der Ölkrise zog sich der Konstrukteur der „Millionärs-Spielzeuge“ 1973 aus dem Automobil-Geschäft auf sein Landgut am Trasimenischen See zurück und startete eine zweite Karriere als Weinbauer. Drei fahrbereite Lamborghinis soll er sich „im Stall“ gehalten haben. „Wenn ich das Geräusch und die Raserei vermisse, dann suche ich in meiner Garage Zuflucht und stecke den Schlüssel in die Zündung meines Miura“, erklärte er als 68-Jähriger.

Die Ölkrise in den frühen 70er Jahren und der gescheiterte Versuch, das Acht-Zylinder-Modell Urraco zu platzieren, brachten die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mehrere Eigentümerwechsel – darunter auch Chrysler – waren für Automobili Lamborghini die Folge. Beispielsweise 1992/1993, als eine globale Rezession den Luxusmarkt bremste und Lamborghini nur noch jeweils rund 170 Autos verkaufte. Daran änderte auch ein Novitätenfeuerwerk nichts.

Chrysler verkaufte die Marke an ein Konsortium aus Malaysia und Indonesien, Geschäftsleute, die durchaus geschickt agierten. Hätte es nicht 1997 die Asienkrise gegeben. Entsprechend schnell trennten sich die asiatischen Lamborghini-Eigentümer von der Kultmarke, als sich 1998 Audi an einer Übernahme interessiert zeigte. Die anspruchsvolle Kundschaft war begeistert, versprach doch Audi erstmals seit langen Kontinuität und technische Reife für die glamouröse Marke. Bis heute zählt der Sportwagenhersteller zum Volkswagenkonzern.

Fand Ferrari zu unzuverlässig: Der Unternehmensgründer 1963 in seinem Werk in Cento (Italien). Er strebte den Bau des perfekten Sportwagens an. Quelle: dpa
Ferruccio Lamborghini

Fand Ferrari zu unzuverlässig: Der Unternehmensgründer 1963 in seinem Werk in Cento (Italien). Er strebte den Bau des perfekten Sportwagens an.

(Foto: dpa)

Ferruccio Lamborghini blieb auch auf seinem Weingut in Umbrien ganz der eigenwillige, selbstbewusste Unternehmer: Den amtlichen Vorgaben des offiziell anerkannten Weinbaus mochte er sich nie unterordnen. Die typischen Rebsorten seines Anbaugebietes verschnitt er mit importiertem französischem Cabernet Sauvignon, wodurch die Erzeugnisse als „untypisch hergestellte Weine“ eingestuft wurden und ihnen die DOC-Klassifizierung versagt blieb.

Allerdings durfte Lamborghini, der am 20. Februar 1993 im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes starb, noch erleben, dass Kenner seinen „Landwein“ sehr schätzten und in Deutschland bis zu 40 Euro pro Flasche dafür zahlten.

  • dpa
  • amp
  • SPX
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote