Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Auto in Waschstraße demoliert Gericht stärkt Kundenrechte

In einer Waschstraße zieht ein Band die Autos automatisch nach vorne. Doch was, wenn sich ein Fahrzeug verhakt und das darauffolgende hineinkracht? Dann haftet der Betreiber der Waschanlage.
Kommentieren
  • dpa
Für die Sicherheit in der Waschanlage ist deren Betreiber zuständig. Quelle: dpa

Für die Sicherheit in der Waschanlage ist deren Betreiber zuständig.

(Foto: dpa)

PaderbornDer Betreiber einer Autowaschanlage haftet für Schäden an Fahrzeugen - und kann sich auch nicht damit herausreden, dass Sicherheits-Vorrichtungen zu teuer wären. Das hat das Landgericht Paderborn entschieden und damit die bisherige Rechtsauffassung gekippt. (Az. 5 S 65/14)

Konkret ging es um den Fall einer Autofahrerin, die in Paderborn in eine Waschstraße gefahren war, in der die Fahrzeuge auf einem Band durchgezogen werden. Allerdings blieb das Auto vor ihr stecken, während ihr eigenes Auto weiter nach vorne gezogen wurde. Die Frau hupte, doch das Personal reagierte nicht. Als die Fahrzeuge aufeinanderprallten, entstand am Auto der Klägerin ein Schaden von 1.300 Euro.

Doch die Versicherung des Waschanlagenbetreibers wollte nicht zahlen. Automatische Vorrichtungen wie Lichtschranken oder Sensoranlagen, die solche Unfälle verhindern könnten, seien sehr teuer. Deshalb könne von Betreibern einer Waschanlage nicht erwartet werden, sie einzubauen. Auch mehr Aufsichtspersonal zu beschäftigen, wäre zu kostspielig. Die Versicherung verwies dabei auf die weit verbreitete Rechtsauffassung und bekam in erster Instanz vor dem Amtsgericht Paderborn recht.

Ganz anders urteilte dann die 5. Zivilkammer des Landgerichts Paderborn in der Berufungsverhandlung. Die Richter dort stärkten den Kunden den Rücken: Der Betreiber müsse gewährleisten, dass im Falle einer «offenkundig gefahrträchtigen Situation» das Laufband sofort abgeschaltet werde. Wenn entsprechende Sicherheitsmaßnahmen nicht vorhanden seien, müsse der Betreiber den Betrieb mit genügend Personal überwachen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Startseite

Mehr zu: Auto in Waschstraße demoliert - Gericht stärkt Kundenrechte

0 Kommentare zu "Auto in Waschstraße demoliert: Gericht stärkt Kundenrechte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote