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„Blaue Plakette“ Das neue Ärgernis für Diesel-Fahrer

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Wertverlust und Diesel-Frust droht

Was sind die Folgen für Pkw ohne blaue Plakette?

Zunächst einmal drohen Fahrverbote in manchen Innenstädten. Wie viele und welche das sind, ist noch unklar. Geplant ist aber offenbar, die Verbotsbereiche kleiner zu halten als bei den bekannten Umweltzonen, die teils ganze Regionen umfassen.

Wer sich nicht an das Fahrverbot hält, dem droht wie bei der Umweltzonenregelung ein Bußgeld von 80 Euro. Punkte in Flensburg gibt es hingegen seit der Reform des Punktekatalogs nicht mehr. Wie streng kontrolliert wird hängt von der jeweiligen Kommune ab, doch bereits bei der Umweltzonenregelung kritisieren Umweltschützer eine zu geringe Überprüfung.

Gravierender als drohende Bußgelder dürfte indes der Wertverlust bei Diesel-Pkw unterhalb von Euro 6 sein. Auch die gelbe und rote Umweltzonen-Plakette ist längst ein Verkaufshindernis und macht ältere Diesel häufig zu Ladenhütern. Eine langanhaltende Diskussion zu blauen Plaketten dürfte zudem für Verunsicherung bei Autofahrern sorgen, die dann vom Kauf eines Diesels absehen könnten. Für die Industrie wäre das schlecht, ist sie doch auf den sparsamen Selbstzünder angewiesen, um die kommenden CO2-Grenzwerte einzuhalten.

Kann man durch Nachrüstung eine blaue Plakette erhalten?

Nach aktuellem Stand und wohl auch darüber hinaus: eher nicht. Selbst neuere Diesel der Klassen Euro 4 oder 5 sind nicht mit vertretbarem Aufwand auf Euro-6-Niveau zu hieven. Die Nachrüstung wäre ungleich komplizierter als etwa der nachträgliche Einbau eines Rußpartikelfilters.

Die NOx-Abgasreinigung verlangt neben speziellen Katalysatoren auch eine ausgeklügelte Motorsteuerung, die alle Komponenten aufeinander abstimmt. Denkbar hingegen ist laut Umwelt-Bundesamt (UBA) die Nachrüstung von Abgasreinigungssystemen bei Nutzfahrzeugen der Klassen Euro III und IV – auch weil dort der benötigte Bauraum weniger knapp ist als bei Pkw.

Wer profitiert von der Blauen Plakette?

Zunächst wohl die Bewohner der „blauen Zonen“. Zumindest, wenn sich die Fahrverbote tatsächlich auf die Luftqualität auswirken. Und vielleicht die Luftqualität in Deutschland allgemein. Auch die Anbieter von Hybrid-, Erdgas- und Elektroautos könnten aus dem Diesel-Bann ihre Vorteile ziehen.

Mittelfristig dürfte die Plakette der gesamten Industrie aber eher schaden, da die Hersteller auf einen hohen Dieselanteil angewiesen sind, um ihre CO2-Ziele einzuhalten. Allein mit alternativen Antrieben wird das kaum gelingen.

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