Für wen sich Auto-Leasing lohnt Kaufen oder leihen?

Autokäufer bezahlen ihren neuen Wagen selten in bar und meist in Raten. Leasingverträge, wie sie bei Firmenwagen die Regel sind, gibt es für Privatpersonen nur selten. Dabei scheint das Mieten auf Zeit zunächst reizvoll.
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Neuwagen sind teuer. Wer kein Auto auf Kredit finanzieren will, kann es auch leasen. Lohnenswert ist das oft für Selbstständige oder Freiberufler. Quelle: dpa
Alternative Leasing

Neuwagen sind teuer. Wer kein Auto auf Kredit finanzieren will, kann es auch leasen. Lohnenswert ist das oft für Selbstständige oder Freiberufler.

(Foto: dpa)

Die Vorteile scheinen so offensichtlich: Eine große Anschaffungsinvestition entfällt, die monatlichen Raten sind überschaubar, und am Ende wird man das Auto ohne viel Aufwand wieder los. Doch Leasing, so glaubt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen glaubt trotzdem, rentiert sich in den meisten Fällen nur für Unternehmen. „Denn wesentliche Vorteile wie steuerliche Absetzbarkeit oder Bilanzneutralität gelten nicht für Privatleute oder spielen für sie keine Rolle”, sagt er.

Aber: Selbstständige und Freiberufler, die ihr geleastes Auto vor allem beruflich nutzen, können die Raten oft auch von der Steuer absetzen. Darüber hinaus können Privatleute vom Vorteil geringer Monatsraten profitieren.

Wichtig ist, dabei zu beachten: „Der Leasingnehmer erlangt beim Privatleasing nie Eigentum an der Sache, sondern bekommt nur ein Nutzungsrecht eingeräumt”, erklärt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). „Verbraucher müssen sich klarmachen, dass sie letztlich Äpfel mit Birnen vergleichen und die reine Betrachtung der monatlichen Belastung nicht aussagekräftig ist”, sagt Verbraucherschützer Scherfling.

Wer ein Auto nur nutzen und nicht besitzen will und dabei Wert auf Komfort und niedrige laufende Kosten legt, kann aber vom Leasing profitieren. Denn die Differenz der Monatsraten ist oft erheblich, erklärt Marius Rechenbach vom Arbeitskreis Autobanken (AKA): „Da beim Leasing nicht der Kaufpreis des Fahrzeugs getilgt werden muss, sondern nur der Wertverlust des Fahrzeugs, ist die Höhe der monatlichen Leasingraten häufig fast um die Hälfte geringer als eine Finanzierungsrate”, sagt er.

Wer ein Auto least, kann es außerdem an seine Wünsche und Bedürfnisse anpassen. „Privatpersonen können ein frei konfigurierbares, neues Wunschfahrzeug im Alltag nutzen - mit erschwinglichen Monatsraten”, sagt Constantin Hack.

Über sogenannte Service-Pakete sind oft auch die Versicherung und Wartungskosten Teil der Monatsrate. Für Autofahrer, die gerne alle Kosten im Blick haben und sich wenig um Papierkram kümmern wollen, bietet Leasing so gleich mehrere Vorteile. „Leasing ist quasi der All-inclusive-Urlaub unter den Autos”, so Hack.

Diese Autos sind auch 2019 noch was wert
Was teuer ist, behält auch viel an Wert
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Der Wertverlust ist der am meisten unterschätzte Kostenfaktor beim Neuwagenkauf. Wer sparen will, sollte daher nicht nur auf einen niedrigen Anschaffungspreis, sondern auch auf einen guten Werterhalt achten. Besonders hoch ist dieser bei Premiumautos. Aber nicht nur dort ...

Steile Wertverlustkurve flacht langsam ab
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Dass der schöne Neuwagen schon tausende Euro weniger Wert ist, wenn man ihn nur vom Händler bis nach Hause gefahren hat, ist so bekannt wie bedauerlich. Doch gibt es große Unterschiede, wie es mit der Entwicklung von Restwert und Wertverlust weitergeht.

Grundsätzlich gilt die Regel: Zu Anfang verliert jeder Neuwagen schnell an Wert, die Kurve flacht dann aber ab. Betrachtet man den durchschnittlichen Wertverlust über alle Pkw-Segmente Klassen hinweg, und setzt eine jährliche Fahrleistung von 15.000 km an, so ist nach dem ersten Jahr rund ein Viertel (24,2 Prozent) des Wertes vernichtet ...

Nach den kräftigen Wertverlusten im ersten Jahr ...
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... verlieren Pkw (über alle Fahrzeugklassen hinweg betrachtet) nur noch rund fünf bis sechs Prozent. Je nach Marke, Modell, Motorisierung und Klasse fällt dieser Wertverlust aber sehr unterschiedlich aus.

Gewinner sind die letztlich Modelle, die in den nächsten vier Jahren , also bis 2019, prozentual wohl am meisten vom heutigen Kaufwert behalten werden. Eine durchschnittliche Nutzung der Fahrzeuge wird bei diesen Prognosen stets vorausgesetzt.

Und es gibt eine zweite Betrachtungsweise:
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Neben diesem relativen Wert (in Prozent) werden in der Prognose auch die Autos genannt, die bis 2019 den geringsten Verlust in Euro und Cent aufweisen dürften. Wir nennen in unserer Übersicht jeweils beide Werte.

Kategorie: Kleinstwagen
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Restwert-Sieger (prozentual): Opel Karl 1.0, Peugeot 108 Vti, Toyota Aygo X; Restwert nach vier Jahren (2019): 54 Prozent.

Das Auto mit dem real geringsten Wertverlust ist bei den Kleinstwagen der o.g. Peugeot 108 Vti 68 mit einem Wertverlust von 4.089 Euro in vier Jahren.

Alle genannten Werte kommen von den Prognoseexperten BF Forecasts, die diese Auswertung zwei Mal pro Jahr für „Focus Online“ erstellen. BFF erstellt außerdem die Restwertprognosen im Rahmen der wöchentlichen Handelsblatt-Autotests.

Kategorie: Kleinwagen
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Restwert-Sieger (prozentual): Mini One; Restwert nach vier Jahren (2019): 60 Prozent. Damit platziert er sich knapp vor dem Kompakt-SUV Mercedes GLA 180 (59 Prozent) und dem BMW 218i Coupé (58,5 Prozent).

Anders ausgedrückt: Auch wer auf einen hohen relativen Werterhalt achtet, kann trotzdem teuer kaufen. Denn gerade bei den preisstabilen Premiummodellen ist der absolute Wertverluste aufgrund des hohen Neupreises hoch; der Käufer des Mini One beispielsweise verliert trotz des guten Werterhalts in vier Jahren 6.720 Euro.

Das Auto mit dem real geringsten Wertverlust ist bei den Kleinwagen der Dacia Sandero 1.2 16V mit 3.273 Euro.

Kategorie: Kleinwagen
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Wer seine Investitionen möglichst gering halten will, sollte daher ein günstiges Modell wählen. Den geringsten Wertverlust verspricht der Dacia Sandero 1.2 16V 75. Zwar verliert der rumänische Kleinwagen in vier Jahren 47,5 Prozent seines Neuwagenpreises, da dieser aber lediglich 6.890 Euro beträgt, muss der Kunde nur 3.237 Euro als Verlust verbuchen.

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