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Ratgeber Wann sich Carsharing lohnt

Schon seit den 1980er Jahren gibt es Carsharing in Deutschland, in Mode gekommen ist es allerdings vor wenigen Jahren. Wer den richtigen Tarif finden will, muss auf die Details achten.
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Car-Sharing News: Aktuelle Nachrichten zur Sharing Economy bei Autos Quelle: dpa/picture alliance

Buchung leicht gemacht: Selbst unterwegs kann man per Smartphone noch ein freies Auto vormerken.

(Foto: dpa/picture alliance)

Düsseldorf Die Grundidee ist eng mit dem Umweltschutz verknüpft, heute gibt es mehr Argumente für das Carsharing, also das gemeinschaftliche Nutzen eines Autos. Was in den 1980er Jahren mit gemeinnützigen und ehrenamtlichen Projekten begann, hat sich zu einem wachsenden Markt entwickelt, in den immer mehr Unternehmen einsteigen. Insgesamt 128 Anbieter gibt es in Deutschland, darunter sind viele kleine, regionale Anbieter, aber auch große Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Daimler oder BMW haben ihre eigenen Projekte. Jüngst ist auch VW in das Geschäft eingestiegen.

Laut dem Bundesverband Carsharing (BCS) lohnt sich das Gemeinschafts-Auto für Kunden, die weniger als 12.000 Kilometer im Jahr fahren. Gerade auf kürzeren Strecken, wo es keine angemessene ÖPNV-Verbindung gibt, wird Carsharing attraktiv. Doch hier muss der Kunde auf die verschiedenen Berechnungsmodelle der einzelnen Anbieter achten, welches für ihn wirklich am günstigsten ist.

TeilAuto beispielsweise verlangt für einen Kompaktwagen einen mit 2,40 Euro einen relativ niedrigen Stundenpreis (Standard-Tarif), die zusätzlichen Kosten pro gefahrenem Kilometer liegen aber über der Konkurrenz (0,28 Euro/km). Die Deutsche Bahn mit ihrem Carsharing-Angebot will für ein vergleichbares Auto eine Stundenpauschale von sechs Euro, jeder Kilometer kostet aber nur 18 Cent. Wer also mehr als 36 Kilometer in dieser Stunde fährt, kommt in diesem Beispiel bei DB Carsharing günstiger weg, sind es weniger, ist das Angebot von TeilAuto besser.

Andere Hersteller rechnen pro Stunde ab - wie Daimler bei seinem Projekt "car2go". Statt einer kombinierten Stunden- und Kilometerpauschale muss der Kunde nur einen Mietpreis von 24 bis 29 Cent pro Minute bezahlen. Spontane, kurze Fahrten werden durch den Entfall des Fixpreises für eine ganze Stunde attraktiver. Den gleichen Weg geht auch BMW mit "DriveNow", das aus einer Kooperation mit dem Autovermieter Sixt hervorgegangen ist. In München und Berlin werden 800 Autos (Mini und BMW 1er) zu einem Preis von 29 Cent pro Minute bereitgestellt. Das ist zwar mehr als bei dem Smart-Projekt, dafür erhält man auch einen Viersitzer mit größerem Kofferraum. Benzin und Parkgebühren sind bei beiden Anbietern inklusive. Wer den günstigsten Anbieter finden will, muss vergleichen.

Privates Carsharing als dritte Möglichkeit

Das Carsharing-Angebot beschränkt sich im Moment noch auf größere Städte, im ländlichen Raum sucht man die Tauschstationen oft vergebens. Doch auch hier besteht eine Nachfrage nach gemeinsam genutzten Autos, nur lohnt sich das für die großen Anbieter nicht. Die Lösung: privates Carsharing.

Die Grundidee ist ähnlich wie bei der klassischen Variante. Ein potenzieller Auto-Leiher gibt nach einer Registrierung an, wo, wann und für wie lange er ein Fahrzeug sucht. Aus der Datenbank werden dann passende Angebote herausgesucht und die Kontaktaufnahme zu einer Privatperson, die ein Auto zur Verfügung stellen will, ermöglicht. Werden sich Leiher und Verleiher handelseinig, schließen sie einen Überlassungsvertrag.

Zusammen kommen die beiden Parteien über Online-Portale wie Nachbarschaftsauto, Tamyca oder Autonetzer. Hier bieten Privatpersonen ihr Auto an, wenn sie es selbst nicht benötigen. "Private Autos werden am Tag durchschnittlich nur eine Stunde bewegt. Das ist eine Verschwendung von Ressourcen", weiß Christian Kapetyn, Geschäftsführer von Nachbarschaftsauto. "Günstige Mieten und die Nähe der Nutzer zueinander sind ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Anbietern."

Im Moment sind diese Angebote noch kostenlos, doch wenn das private Carsharing etablierter ist, wollen Nachbarschaftsauto und Autonetzer eine Servicegebühr für die Vermittlung verlangen.

Während der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Projekte als Ergänzung zu kommerziellen Anbietern lobt, steht der ADAC dem privaten Carsharing skeptisch gegenüber. Jurist Klaus Heimgärtner hält den finanziellen Vorteil für den Halter für fraglich. Den Einnahmen stehe die Abnutzung des Autos und der damit verbundene Wertverlust durch die zusätzlich gefahrenen Kilometer entgegen. Zudem überlasse man einem fremden Menschen einen wertvollen Gegenstand. Dieses Risiko sieht auch Kapteyn: "Ein gewisses Grundvertrauen muss man als Verleiher schon mitbringen."

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