Verkehrssicherheit Ins Leere geblitzt

Heute ist Blitzertag: Bundesweit werden Strafzettel verteilt. Moderne Blitzanlagen sind schuss-gesichert. Sie haben Alarmsysteme, die vor wütenden Verkehrssündern schützen. Doch High-Tech überfordert manchen Polizisten.
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Blitz-Marathon kennt kein Erbarmen

Blitz-Marathon kennt kein Erbarmen

DüsseldorfEs sind irrwitzigen Szenen aus dem täglichen Straßenverkehr, wie wir sie alle kennen: Autofahrer mit Handy in der Hand können die Spur nicht halten, andere tüfteln am Navigationsgerät und bremsen zu spät, von vermeintlichen Verkehrserziehern ausgebremste eilige Berufspendler drängeln unverfroren durch zu dichtes Auffahren. Nebenbei wird mit Kippe und Kaffeebecher hantiert. Bei Radfahrern ist das Bild nicht viel besser: Kurzsichtige Senioren ziehen rechts am Stop and Go-Verkehr per Pedelec vorbei, als säßen sie sicher wie im Panzer und jeder fünfte radelt auch gerne schon mal besoffen heimwärts.

Natürlich stehen all diese leichtfertigen und teils lebensgefährlichen Verhalten unter Strafe. Aber wer soll das alles regelmäßig kontrollieren? Die Jagd auf Raser dagegen stellt sich sowohl technisch wie auch personell als relativ einfach dar. Starenkästen am Straßenrand und Lasermessgeräte hinter schwarz getönten Nutzfahrzeug-Heckscheiben sind einfach und schnell aufgebaut, und sie rechnen sich auch flott. Kein Wunder also, dass sie bei Autofahrern zu den meistgehassten „Folterinstrumenten“ der Behörden zählen.

Die High-Tech-Messung kennt keine Barmherzigkeit. Selbst wer stundenlang sein Gefährt selbstlos und vorausschauend durch brenzlige Situationen pilotiert, wird gnadenlos vom Blitzer "abgeschossen", wenn er an der falschen Stelle das Gaspedal auch nur ein paar Millimeter zu weit durchdrückt.

Und diese Technik, die viele Fahrer im übertragenen Wortsinn zur Raserei bringt, wird immer besser. Selbst Motorradfahrer, die bislang meist straffrei dem Blitzer zuwinkten, weil ihr Gefährt vorne kein Kennzeichen führt, müssen mittlerweile sogenannte Rückwärtsblitzer fürchten. Und finanziell klamme Kommunen rüsten weiter auf: Der gute alte Starenkasten könnte sogar bald ganz ausgedient haben.

Tausende Bilder speichern und digital versenden

Viele Städte ersetzen die alten analogen Blitzer, in denen bis heute noch ein Film rattert, durch moderne Laserblitzer. Eines der beliebtesten Produkte ist Poliscan Speed von der Firma Vitronic, das sowohl in der mobilen als auch in einer stationären Version ausgeliefert wird.

Mit der laserbasierte LIDAR-Technologie (Light Detection and Ranging) kann das Gerät mehrere Fahrbahnen  gleichzeitig erfassen. Die Fotos der Raser sind gestochen scharf, bis zu 3.000 Bilder kann die Säule speichern und digital versenden.

Selbst bei Sonne, getönten Scheiben und extremen Temperaturen von minus 20 bis plus 50 Grad Celsius liefert die Anlage genaue Ergebnisse. Und auch gegen wütende Verkehrssünder ist die moderne Blitzersäule geschützt. Auf Wunsch verfügt sie über ein Alarmsystem und wird mit schusssicherer Außenhülle ausgeliefert.

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7 Kommentare zu "Verkehrssicherheit: Ins Leere geblitzt"

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  • SCHWACHSINN MIT ANSAGE..AMTSSCHIMMEL LÄSST GRÜSSEN
    ..................................................
    die blitzaktion wäre nur sinnvoll gewesen, ohne vorherige
    bekanntmachung..
    so kam es zu einem eintägigen unnatürlichen fahrverhalten
    und einem grossen verwaltungsaufwand.!!
    ..
    AB MORGEN WIRD DANN WIEDER FRÖHLICH GAS GEGEBEN..!!
    typischer beamtenzirkus..undurchdacht und nicht effektiv
    ..

  • Es gibt in unserem Überwachungsstaat nur wenige Momente, in denen man ein Gefühl von gelebter Solidarität unter den Menschen bekommt. Dazu gehören Autofahrer, die auf in der Gegenrichtung entdeckte Blitzer mit Lichthupe oder Handzeichen hinweisen.

    Einen Hass bekomme ich jedoch, wenn ich sehe, wie in der bayerischen Provinz Besitzer von Privatgrundstücken ihren Vorgarten für Blitzer zur Verfügung stellen, wahrscheinlich noch mit kostenlosem Strom und Kaffee für die Wegelagerer. Hätte ich so einen als Nachbarn, ich würde ihn nicht mehr grüssen.

  • Mal abgesehen, daß mit dem fotografieren ohne Einwilligung des Betroffenen seine Persönlichkeitsrechte verletzt werde. Einen Verbrecher darf man natürlich fotografieren, jemanden der nur eine Ordnungswidrigkeit begeht, wohl kaum! Auch stellt das Blitzen in die Augen sicher eine Körperverletzung dar. Darf der Bürger auch Polizisten gezielt ins Gesicht blitzen?

    Der Vorwand dait die Sicherheit zu verbessern ist absurd. Dann sollte man Mobibilät überhaupt verbieten. Wohl der einzige Weg um Verkehrsopfer zu vermeiden. Allerdings die sehr viel größrere Anzahl von Selbstmorden wird weiter bestehen bleiben, die sehr viel größere Anzahl sonstiger (Haushalts- und Freizeit-) Unfälle ebenfalls.

    Nein: diese CDU-Aktion soll bloß Geld in die Kassen spülen und den Bürger zu Sklavengehorsam weiter erziehen. Dabei ist weiter zu bedenken ob Geschwindigkeitsbeschränkungen überhaupt sinnvoll sind! Sicherheitsabstand ist sinnvoll, angepasste Geschwindigkeit natürlich auch. Aber bitte keine starre Vorschrift gleichzeitig für Autos mit miserabler und mit excellenter Straßenlage! Die eigene Urteilsfähigkeit darf nicht durch starre Vorschriften eingeschläfert werden. Am besten die Mittel der ineralölsteuer zweckgebunden für Verkehrszwecke ausgeben. Also für Rabulisten: die Mineralsteuer in ineralölabgabe umbenennen. Dann hat auch der unfähigste Verkehrsminister -wie Ramsauer- genügend Knete für den Straßenbau. Und damit gibt es weniger Stau und weniger Agressionen, - und nachhaltig weniger Verkehrsopfer. Will das die Regierung Merkel wirklich ?

    Außerdem sollte die Polizei eine Nachweispflicht haben, daß an den jetzigen Kassierstellen überdurchschnittlich viele Unfälle passieren!

    Die Haltung des ADAC erkläre ich mir nur mit der Durchsetzung des Personals mit grünen Gutmenschen. Von der Problematik hat der ADAC keine Ahnung, von Lösungsmöglichkeiten auch nicht.

  • Ich wurde vor vier Monaten innerhalb von 10 Tagen dreimal geblitzt - und habe bis heute keine Mitteilung und Protokoll erhalten. Wahrscheinlich war ich so schnell, dass die Fotos durch die schnelle Bewegung des Fahrzeugs "verschmiert" waren.

  • Das war die dümmste Aktion, die man sich vorstellen kann.
    In Deutschland wird in der Regel unfair geblitzt. Das Ziel ist "Kasse" zu machen. Es geht nicht wirklich um Unfallvermeidung auf Raserstrecken. Deutschland und die zuständigen Verkehrsminister haben hier völlig versagt.
    Zum Teil soll es sogar zu Unfällen durch Radarkontrollen gekommen sein!
    Ein Beispiel wirklich fairer "Blitzpolitik" ist Frankreich. Hier hat man im Land der Schnellfahrer tausende von Radarfallen aufgestellt. Vor jeder Radarfalle gibt es eine automatische Geschwindigkeitsanzeige und ein Hinweisschild. Das Tempolimit liegt auf der Autobahn bei generell bei 130 km/h und bei Regen bei 110 km/h.
    In geschlossenen Ortschaften wird das gleiche System bei 50 km/h angewandt.
    Dieses System ist fair play, funktioniert augenscheinlich sehr gut und ist auch stressfrei und angenehm zu fahren. Der Verbrauch sinkt drastisch und man kommt dennoch schnell und sicher von A nach B.
    Wenn unsere zuständigen Stellen etwas Grips beweisen würden, kann man sich beim Nachbarn etwas Sinnvolles abgucken.
    Daneben finde ich die von FoCS Methode "natürlich auch klasse". Die Ösi's multiplizieren zudem mit dem Hubraum oder dem Format der Reifen.
    Auch in Überlingen am Bodensee schreibt man Tickets für kurzzeitiges Falschparken nach Marke und Hubraum.

    Solche Systeme muss man natürlich meiden, weshalb ich mit 21" und knapp 4 L Hubraum in solchen Ländern und Städten jeglichen Konsum vermeide. Als Verbraucher muß man nur konsequent handeln.
    Die 4 L Hubraum verbrauchen im Übrigen knapp 6,5 Liter beim französichen System. Das ist also auch noch nachhaltig und ökologisch :-)
    An diese Regeln gewöhnt man sich sehr schnell

  • "Aber die Fakten sprechen für sich: Jede Tempo-Verringerung bedeutet weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr."
    Lassen wir unsere Frauen mit Warnfahne vor dem Auto herlaufen oder radeln. Dann haben wir die absolute Tempo-Verringerung! (Ironie aus)

  • Ich finde, wir sollten es machen wie in Österreich: Die Geschwindigkeit wird durch engagierte Polizeibeamte geschätzt. Und da man eine Schätzung nicht anzweifeln kann, werden auch die Gerichte entlastet.

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