Vollgas für alle Mit dem Alltagsauto auf die Rennstrecke

Schnelles Autofahren ist auf öffentlichen Straßen kaum noch möglich. Warum nicht mal mit dem Privatwagen auf eine Rennstrecke? Ein Schongang fürs eigene Auto sind die sogenannten Publikumsfahrten aber nicht.
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Viele Rennstrecken-Betreiber öffnen ihre Rundkurse auch für Privatleute - wie hier in der Motorsport Arena Oschersleben. Quelle: dpa

Viele Rennstrecken-Betreiber öffnen ihre Rundkurse auch für Privatleute - wie hier in der Motorsport Arena Oschersleben.

(Foto: dpa)

Köln/BerlinDie Strecke ist sauber, der Asphalt griffig, die nächste Kurve gut einsehbar. Wir befinden uns auf einer Rennstrecke, hier darf gerast werden. Manche Rundkurse bieten aber nicht nur PS-Profis eine Spielwiese für ihre Passion, sondern auch Laien mit ihren Alltagsautos.

Zu den Rennstrecken in Deutschland, die ihre Pisten für sogenannte Trackdays, Touristen- oder Publikumsfahrten ohne Zeitmessung geöffnet haben, gehören Nürburgring, Hockenheimring, Sachsenring, Eurospeedway Lausitz, Heidbergring und der Spreewaldring. Ein ähnliches Programm bieten der Motorpark Oschersleben, das Bilster Berg Drive Ressort und der ehemalige Flughafen Groß-Dölln.

85 Jahre - und kein bisschen leise
Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring
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Auf dem Nürburgring wurde am 19. Juni 1927 das erste Autorennen (bis 5.000 ccm) ausgetragen. Der Sieger des ersten Wettbewerbs, der deutsche Rennfahrer Rudolf Caracciola, empfand die Strecke als "bärig schwer". Kein Wunder: Sie war als Teststrecke für neue Autos konzipiert worden und besaß entsprechend viele Kurven, Gefälle und Sprunghügel.

Die ursprünglich rund 28 Kilometer lange "Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke" war nach zweijähriger Bauzeit, einen Tag zuvor, am 18. Juni 1927, feierlich eröffnet worden - mit einem Eifelrennen für Motorräder.

Foto: In der ersten Startreihe warten Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz 680 S (Nr. 1), Adolf Rosenberger (Nr. 2) und Rittmeister von Mosch (Nr. 3) auf den Start ...

huGO-BildID: 26814017 Eröffnung der Nürburgring Nordschleife im Jahr 1927 - Die Boliden haben sich auf der Start und Zielgerade versammelt; Vneg, Vsw
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Schnell entwickelte sich der Nürburgring zu einem Zuschauermagneten. 1934 feierten die Silberpfeile von Mercedes auf der Nordschleife ihre Premiere. Der Legende nach hatte das Team angeblich noch in der Nacht vor dem Rennen eigenhändig den Lack von seinem Wagen abgekratzt, um das neu eingeführte Gewichtslimit einhalten zu können. Und auch wenn der Wahrheitsgehalt dieser Anekdote gegen Null tendiert: Das Werksteam um den Piloten Manfred von Brauchitsch siegte tags darauf im silber glänzenden Mercedes überlegen.

Foto: Eröffnung der Nürburgring Nordschleife im Jahr 1927 - Die Boliden haben sich auf der Start und Zielgerade versammelt.

huGO-BildID: 26816866 Bildnummer: 10331617 Datum: 28.05.1967 Copyright: imago Pressefoto BaumannLotus Bam Bam von Hans Wängstre und Evert Christo
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1951 fand das erste Formel-1-Rennen nach dem Krieg auf der Eifelstrecke statt. Es siegte Alberto Ascari auf Ferrari. Er erzielte eine durchschnittliche Rundenzeiten von 10:15 Minuten und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 134,801 km/h.

Der Grand Prix am 29. Juli 1951 war das 14. Internationale Rennen um den Großen Preis von Deutschland. Die Strecke wurde nach dem Zweiten Weltkrieg schnell wieder zum Publikumsmagneten: 400.000 Zuschauer sahen den Großen Preis von Deutschland im Jahr 1954.

Foto: 1.000-Kilometer-Rennen 1967

huGO-BildID: 26816868 Bildnummer: 10331746 Datum: 01.01.1980 Copyright: imago Pressefoto BaumannStart zu den 1000km vom Nürburgring 1970; ord1502A
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Immer wieder kam es auf der Eifel-Rennstrecke auch zu folgenreichen Unfällen: Bereits 1928 verunglückte mit Čeněk Junek ein bekannter Pilot tödlich, dem in den 1930er Jahren weitere folgen sollten. Mit dem Argentinier Onofre Marimón verunglückte 1954 erstmals ein Formel-1-Fahrerauf dem Nürburgring tödlich.

Beim Großen Preis von Deutschland 1958 traf es den Engländer Peter Collins. Einige Tage nach dem F1-GP 1966 starb der Fahrer John Taylor an den bei seinem Unfall erlittenen Brandverletzungen. Gerhard Mitter nahm 1969 mit einem Formel 2 von BMW am Training der F1 teil und verunglückte am Schwedenkreuz tödlich.

Foto: Start zu den 1. 000 km vom Nürburgring 1970

huGO-BildID: 26816779 Bildnummer: 04362426 Datum: 04.08.1973 Copyright: imago LAT PhotographicCarlos Reutemann (Argentinien Brabham Ford) in sei
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Die enge, von Hecken umsäumte Strecke geriet seit Ende der 1960er Jahre angesichts der immer schnelleren Fahrzeuge zunehmend in die Kritik. Im Jahre 1970 erwirkten die Formel-1-Fahrer kurzfristig einen Boykott, woraufhin der Große Preis von Deutschland vorübergehend auf dem Hockenheimring ausgetragen wurde. Dieser Hochgeschwindigkeitskurs war nach dem tödlichem Unfall von Jim Clark 1968 umgebaut worden, wobei insbesondere Leitplanken zum Einsatz kamen, die am dreimal so langen Nürburgring noch fehlten.

huGO-BildID: 26816836 Bildnummer: 04514758 Datum: 24.05.2009 Copyright: imago Hoch Zwei SuerVon Fans bemalter Streckenabschnitt des Nürburgrings w
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Für die immer schnelleren Rennwagen der Formel Eins war der Nürburgring Mitte der 70er Jahre nicht mehr sicher genug: So gab es zum Beispiel Hecken statt Leitplanken. Nicht von ungefähr taufte Jackie Stewart den Kurs "Grüne Hölle".

huGO-BildID: 26816876 Bildnummer: 10496976 Datum: 03.05.1970 Copyright: imago Pressefoto BaumannStart zum Lauf der Formel 2 Europameisterschaft au
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Start zum Lauf der Formel 2 Europameisterschaft auf dem Nürburgring am 03. Mai 1970.

Auf den Internetseiten der jeweiligen Betreiber finden sich Öffnungszeiten und Preise. Beispielsweise kostet eine Runde auf legendären Nordschleife des Nürburgrings 27 Euro.

"Das Auto sollte allgemein in einem guten Zustand sein, denn Fahrten auf Rennstrecken sind für einen Wagen sehr belastend", sagt Hans-Gerd Brauneiser von der Rheinland-Garage in Köln. Der Mechaniker mit Rennsporterfahrung empfiehlt, vor dem Start alle Betriebsflüssigkeiten wie Öle und Wasser zu kontrollieren und diese bis auf den erlaubten Maximalstand aufzufüllen. Die Bremsflüssigkeit sollte für möglichst hohe Bremsleistung nicht älter als zwei Jahre sein.

Beim Luftdruck ist Nachjustieren angesagt: "Der Reifendruck sollte zu Beginn der Fahrt den vom Hersteller vorgeschriebenen Wert haben. Nach ein paar Runden steigt wegen der Erwärmung der Druck, dann sollte man etwas Luft ablassen", sagt Brauneiser. Auch wenn Fahrer nicht dazu verpflichtet sind: Sicherer ist die Fahrt mit einem Schutzhelm.

Eine Auslaufrunde schont Motor, Getriebe und Bremse
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