Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

911er Carrera für 2012 Segeln mit dem neuen Porsche

Der 911er wird einer der Stars der Automesse IAA im September. Die siebte Auflage ist komfortabler ausgelegt - sticht aber auch sportlich die Vorgänger aus. Auf Knopfdruck.
Modelljahrgang 2012: Der Porsche 911 Carrera wird schon 48 Jahre alt. Dem neuen S-Boxer sieht man das nicht unbedingt an. Quelle: Pressefoto

Modelljahrgang 2012: Der Porsche 911 Carrera wird schon 48 Jahre alt. Dem neuen S-Boxer sieht man das nicht unbedingt an.

(Foto: Pressefoto)

WeissachIn Weissach werden die Heiligtümer von Porsche gehütet. Keinen Schritt dürfen Gäste im Porsche-Entwicklungszentrum westlich von Stuttgart unbeobachtet machen. Als Pfand müssen sie an der Pforte ihre Autoschlüssel abgeben. Denn hinter den Garagentoren schlummern nicht nur Prototypen oder Erlkönige, sondern sie bewegen sich auch auf den Werksstraßen, wie etwa der neue voll getarnte Boxster, der gerade vorbeifährt. Aber unser Ziel ist das Schwarzwaldhäuschen mitten auf der Teststrecke. Davor steht das Objekt der Begierde: der neue 911er. Silbergrau, die Scheinwerfer noch leicht getarnt.

Heute am 23. August 2011, hat Porsche die ersten offiziellen Bilder vorgestellt. Auf den ersten Blick hat sich die siebte Auflage der Markenikone nicht weit von ihrem Vorgängermodell entfernt. Der Radstand ist 100 Millimeter weiter, die Windschutzscheibe etwas flacher gezogen. 400 PS sorgen beim 911 Carrera S für das typische Röhren. Trotz 15 PS höherer Leistung verbraucht das 45 Kilo leichtere Fahrzeug mit 8,7 Litern auf 100 Kilometern 14 Prozent weniger Sprit. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 205 g/km.

Mit dem 911er können alle Spaß haben, selbst wenn die meisten Kunden gerade mal zehn Prozent des möglichen Fahrzeugpotenzials überhaupt nutzen. Schließlich ist der durchschnittliche Porschefahrer etwas älter als 50 Jahre. Quelle: Pressefoto

Mit dem 911er können alle Spaß haben, selbst wenn die meisten Kunden gerade mal zehn Prozent des möglichen Fahrzeugpotenzials überhaupt nutzen. Schließlich ist der durchschnittliche Porschefahrer etwas älter als 50 Jahre.

(Foto: Pressefoto)

Größer und komfortabler steht er da. "Das Gesamtpaket ist stimmig. Das Auto kann mehr als sein Vorgänger", betont Bernd Kahnau, Entwicklungschef der 911er-Baureihe. Und der muss es wissen. Nur bei der ersten Auflage 1963 war er noch nicht dabei. Seit 30 Jahren betreut er den 911er. Dieser ist sein letztes Baby. Anfang September geht er in den Ruhestand.

Der neue 911er soll der Star auf der Automesse IAA in Frankfurt Ende September werden. Ich darf schon vorher erfahren, was er kann, demonstriert von dessen Testfahrer in der Entwicklung, der denselben Namen trägt wie der ehemalige Papst: Johannes Paul. Der Mann mit dem grauen Pferdeschwanz steigt lachend ein. Mir schwante schon, dass man auf der Teststrecke von Porsche Gott etwas näher kommen würde. Ich fürchte einen Katapultstart und presse die Knie links und rechts gegen die Innenwände, um nicht wie eine Marionette herumgeschleudert zu werden. "Wir demonstrieren erst einmal das Segeln", sagt Paul. Segeln mit einem 911er - vielleicht ins Kiesbett?

Der Innenraum orientiert sich am Carrera GT. Durch die nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit dem rennsporttypisch hoch, besonders nah am Lenkrad liegenden Schalt- oder Wählhebel wird der Fahrer stärker ins Cockpit integriert. Quelle: Pressefoto

Der Innenraum orientiert sich am Carrera GT. Durch die nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit dem rennsporttypisch hoch, besonders nah am Lenkrad liegenden Schalt- oder Wählhebel wird der Fahrer stärker ins Cockpit integriert.

(Foto: Pressefoto)

Bei Knopfdruck Rennstart

Porsche verspricht: Alle Versionen des neuen 911ers sollen im Verbrauchsdurchschnitt mit deutlich weniger als zehn Liter Sprit auskommen. Quelle: Pressefoto

Porsche verspricht: Alle Versionen des neuen 911ers sollen im Verbrauchsdurchschnitt mit deutlich weniger als zehn Liter Sprit auskommen.

(Foto: Pressefoto)

Nein. Erstmals hat Porsche diese Funktion ebenso wie Start-Stopp in die Sportwagen eingebaut. Segeln heißt, dahingleiten mit abgekoppeltem Motor, etwa im leichten Gefälle. Beim Segeln wird anders als bei der Schubabschaltung die kinetische Energie des Fahrzeugs direkt zur Überwindung der Fahrwiderstände benutzt, die Bremswirkung der Schubabschaltung entfällt. Die Steuerung kuppelt den Motor wieder ein, wenn der Fahrer Gas gibt oder stärker bremst. Bisher waren diese Spritsparfunktionen einzelnen Modellen der Geländewagen Cayenne und der Limousine Panamera vorbehalten: Ein mutiger Schritt, der für Porsche-Puristen erst mal abschreckend klingt. Einige Fans haben sich deshalb noch einmal extra mit dem alten Modell eingedeckt.

Erstmals hat Porsche die

Erstmals hat Porsche die "Segel-Funktion" ebenso wie Start-Stopp in die Sportwagen eingebaut. Segeln heißt, dahingleiten mit abgekoppeltem Motor, etwa im leichten Gefälle. Beim Segeln wird anders als bei der Schubabschaltung die kinetische Energie des Fahrzeugs direkt zur Überwindung der Fahrwiderstände benutzt, die Bremswirkung der Schubabschaltung entfällt. Die Steuerung kuppelt den Motor wieder ein, wenn der Fahrer Gas gibt oder stärker bremst.

(Foto: Pressefoto)

"Alle Optionen sind abschaltbar", beruhigt 911er-Chef Kahnau. "Es war schon immer der Ansatz von Porsche, alltagstaugliche Sportwagen zu bauen." Die Regelsysteme erweitern diese Möglichkeiten vom Stadtverkehr bis zur Nordschleife auf dem Nürburgring. Die schafft Rallye-Legende Walter Röhrl mit dem Neuen in sieben Minuten und 40 Sekunden - gut 13 Sekunden schneller als das Vorgängermodell. Und jetzt merke auch ich, warum. Per Knopfdruck aktiviert Testfahrer Paul den Rennstart. Fuß auf die Bremse, Vollgas, los. In 4,1 Sekunden von null auf hundert.

Das automatische Doppelkupplungsgetriebe schaltet so exakt und schnell, wie es kaum ein Mensch manuell könnte. Die richtige Nackenmuskulatur vorausgesetzt, schafft das jetzt jede Oma.
Was sie nicht schafft, ist das Kurvenfahren am Limit. Da schnalzt das Gerät beim Überfahren der Innenbegrenzung schon mal mit zwei Rädern durch die Luft und dopst auf der Fahrbahn auf. Testfahrer Paul ruft: "Klasse. Der Vorgänger wäre längst ins Driften gekommen." Wie beruhigend. Die neue aktive Wankstabilisierung PDCC sorgt für mehr Sicherheit und Leistungsfähigkeit in Extremsituationen.

Beim 911er Carrera S mit nun 400 PS sinkt der Verbrauch trotz 15 PS mehr Leistung um bis zu 14 Prozent oder 1,5 Liter auf 8,7 Liter/100km. Quelle: Pressefoto

Beim 911er Carrera S mit nun 400 PS sinkt der Verbrauch trotz 15 PS mehr Leistung um bis zu 14 Prozent oder 1,5 Liter auf 8,7 Liter/100km.

(Foto: Pressefoto)

Mit dem 911er können alle Spaß haben, selbst wenn die meisten Kunden gerade mal zehn Prozent des möglichen Fahrzeugpotenzials überhaupt nutzen. Schließlich ist der durchschnittliche Porschefahrer etwas älter als 50 Jahre. Dank der neuen Elektronik kann jetzt jeder auf dem Asphalt sein Alter überwinden und zackiger als mit dem Vorgänger fahren, vorausgesetzt, er hat 100.000 Euro übrig.

Ab September sind die neuen 911er bestellbar, im Dezember beginnen die Auslieferungen. Das Vergnügen beginnt bei 88.037 Euro für den Carrera mit mit 3,4-Liter Boxermotor und 350 PS bzw. 102.436 Euro für den Carrera S. Quelle: Pressefoto

Ab September sind die neuen 911er bestellbar, im Dezember beginnen die Auslieferungen. Das Vergnügen beginnt bei 88.037 Euro für den Carrera mit mit 3,4-Liter Boxermotor und 350 PS bzw. 102.436 Euro für den Carrera S.

(Foto: Pressefoto)
Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote