Automobilbranche Autos tanken unterwegs Strom

Elektroautos brauchen mehr Reichweite, um erfolgreich zu werden - eine Lösung ist das Aufladen der Akkus während der Fahrt. Induktionsschleifen in der Fahrbahn sollen ein Magnetfeld erzeugen, das die Autos mit Energie versorgt. Die deutschen Autohersteller zeigen Interesse.
  • Chris Löwer
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GM will die Akkus in seinem Elektroauto "Volt" während der Fahrt mit Hilfe eines kleinen Verbrennungsmotors aufladen.. Auf diese Weise könne das Fahrzeug statt 64 bis zu 1000 Kilometer weit fahren. Quelle: Reuters

GM will die Akkus in seinem Elektroauto "Volt" während der Fahrt mit Hilfe eines kleinen Verbrennungsmotors aufladen.. Auf diese Weise könne das Fahrzeug statt 64 bis zu 1000 Kilometer weit fahren.

(Foto: Reuters)

BERLIN. Das Interesse der Autobauer an Elektroautos ist groß, wie der Einstieg von Daimler beim amerikanischen Elektro-Sportwagenbauer Tesla zeigt. Die Vereinbarung der beiden Unternehmen sieht vor, enger bei der Entwicklung von Batteriesystemen, Elektroantrieben und einzelnen Fahrzeugprojekten zusammenzuarbeiten. Und das ist auch dringend notwendig, denn leistungsfähige und leichte Akkus sind nicht in Sicht. Damit sind die Fahrzeuge bis auf weiteres aus eigener Kraft nicht langstreckentauglich - sofern man unterwegs nicht Stunden mit dem Aufladen der Batterie vertrödeln möchte.

Attraktiv sind derzeit einzig Autos, deren Elektro- durch einen Verbrennungsmotor ergänzt wird, der einspringt, wenn der Strom knapp wird. Forscher und Entwickler arbeiten daran, mit neuen Varianten eines sogenannten Range Extenders, also "Reichweitenverlängerers", ganz weg vom Verbrennungsmotor zu kommen.

Einen interessanten Ansatz verfolgt dabei die Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV): Elektroautos sollen nach den Vorstellungen der Entwickler unterwegs ihre Akkus laden, wenn sie fahren oder parken. Ohne Steckdose. Der Trick: Induktionsschleifen in der Fahrbahn erzeugen ein Magnetfeld, das die Autos mit Energie versorgt.

Das magnetische Wechselfeld macht es möglich. Entweder wird das Elektroauto so direkt angetrieben, oder es lädt, während es auf einer solchen Schleife steht, seine Akkus auf. "Somit wird die Straße zum Range Extender", sagt Wilfried Nietschke, der bei der IAV neue Technologien entwickelt. Es gebe bereits solche kabel- und berührungslosen Ladeverfahren bei Schienenfahrzeugen. Daher sei es nur konsequent, diese Technik auch für Autos nutzbar zu machen, so Nietschke.

Das Prinzip ähnelt dem einer Carrera-Bahn für Kinder: Die Fahrbahn ist mit einem elektrischen Leiter bestückt, der ein Magnetfeld erzeugt. Am Unterboden des Fahrzeugs befindet sich als Gegenstück ein Abnehmer, in den der Strom induziert wird. Auch in der Autoproduktion oder auf großen Lagergeländen werden auf diese Weise Transportfahrzeuge automatisiert bewegt - auch sie tanken gewissermaßen während der Fahrt.

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