Bentley Azure und Continental GT V8 S Convertible Der britische Großvater und sein Enkel

Vor zwanzig Jahren war der Bentley Azure die einzige Option, ein Modell der Luxusmarke offen zu bewegen. Wie der Klassiker im Vergleich mit einem aktuellen Bentley Cabrio abschneidet.
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Impression: Bentley Azure und Continental GT V8 S Convertible - Britische Genussmittel Quelle: Patrick Broich/SP-X
Bentley Azure und Continental GT V8 S Convertible

Doppelter Brite: das exklusive Oldtimer-Cabrio Azure im Vergleich mit einem aktuellen Bentley Continental.

DüsseldorfStolze 518.300 D-Mark musste man vor ziemlich genau zwanzig Jahren auf den Tisch legen, um einen Bentley Azure zu kaufen – das damals einzig verfügbare Cabrio der britischen Nobelmarke. Das aktuelle Continental Cabrio ist dagegen schon für relativ schlanke 174.700 Euro zu haben – und das sogar als „S“ mit etwas mehr Leistung.

Der Azure ist heute deutlich günstiger, wenngleich auch als gebrauchter Youngtimer für Durchschnittsverdiener noch keine Empfehlung. In den einschlägigen Internet-Börsen wird man ab knapp unter 70.000 Euro fündig. Der Azure ist selbst als betagter Gebrauchter ein angesehener Luxusliner – gewaltige 5,34 Meter lang und mit dem klassischen „Sechsdreiviertel“-Achtzylinder (6,75 Liter Hubraum) unter der endlosen Motorhaube ausgestattet.

Dagegen wirkt der heutige Kapuzenbentley, der zweifellos ein Segment niedriger angesiedelt ist, fast wie ein Kompaktwagen mit seinen 4,81 Metern. Unter der Haube steckt ebenfalls ein Achtzylinder: der auf vier Liter gekappte Konzern-Einheitsmotor mit 389 kW/528 PS und zwei Twinscroll-Ladern mit Ladeluftkühlung, der seinen Dienst auch bei Audi und Lamborghini verrichtet.

Im Azure gibt es eine wuchtige Mittelkonsole Quelle: Patrick Broich/SP-X
Wuchtige Mittelkonsole

Alles analog: die Mittelkonsole brauchte damals noch Platz.

Bassig-tieffrequent bollert der moderne Achtender los und schiebt den Zweieinhalbtonner mit einer unbeschreiblichen Macht aus dem Drehzahlkeller an. Sportlich wirkt dieser Brite nicht, aber eben souverän und unendlich kraftvoll. Wer nicht wüsste, was da werkelt – man würde diesem Cabrio auch einen großen Sauger abnehmen. Der Continental erreicht Landstraßentempo in weniger als fünf Sekunden – und Traktionsprobleme sind ihm fremd, schließlich verteilt sich die Kraft auf vier Räder. Der Neuzeit-Bentley basiert auf einem Plattform-Mix aus dem Volkswagen-Konzern, auf dem seinerzeit auch der Phaeton aufbaute. Das garantiert dem Continental Convertible-Fahrer: Er bekommt eines der verwindungssteifsten Cabrios auf dem Markt.

Doch steigen wir um in den noch etwas luxuriöseren Youngtimer. Dort wird der Passagier von einer breiten Klavierlack-Front empfangen – so wurde vor zwanzig Jahren nobler Sportsgeist verströmt. Die kleinen, analogen Rundinstrumente lassen Reminiszenzen an das frühere Automobilisten-Dasein anklingen – hier werden noch so altmodische Dinge wie Öltemperatur und Batterie-Ladestand angezeigt. Der Azure ist neben seiner Eigenschaft als Statussymbol vielleicht noch etwas mehr Fan-Auto als der Continental.

Im Continental geht es moderner zu Quelle: Patrick Broich/SP-X
Touchscreen im Cockpit

Im Continental geht es da deutlich moderner zu.

Wo der viel größervolumige Achtzylinder sich zu kaum mehr als viereinhalbtausend Touren aufschwingt (kein anderer Drehzahlmesser eines Benziners hat einen so weit unten angesiedelten roten Bereich), wird der Überfluss noch getoppt durch Turboaufladung. Damals hatte man jedoch die schiere Leistungssteigerung im Sinn, nicht etwa eine drohende CO2-Grenzwert-Gesetzgebung. Wenn man qua Gaspedal mehr Vortrieb befiehlt, hebt der 2,6-Tonner seine lange Nase und setzt sich durchaus behände in Bewegung.

Unverwüstlich, exklusiv
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1 Kommentar zu "Bentley Azure und Continental GT V8 S Convertible: Der britische Großvater und sein Enkel"

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  • Die Vielzahl der Anzeigeinstrumente im Bentley Azure ist vielleicht altmodisch,
    aber während der Fahrt mit einem Blick überschaubar. In "modernen" Fahrzeugen muss man erst einmal einen Dreh-Drück-Regler vielmals betätigen, ehe man die gewünschte Anzeige erhält. Diese als altmodisch bezeichneten Anzeigeinstrumente sind auch heute noch sinnvoll, da sie den Fahrer über den Zustand seines Autos unterrichten.

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