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BMW öffnet sein Entwicklungslabor 500 km Reichweite für den Wasserstoff-5er

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Offizielle Verbrauchsnorm wird ehrlicher

Doch für Klaus Fröhlich hat auch der klassische Verbrennungsmotor „noch eine lange Zukunft vor sich“. Denn er wird ständig weiter verbessert und mit Hilfe der Elektronik immer genügsamer. Die neueste Idee klingt zunächst absurd, weil bekanntlich Wasser eigentlich zum Löschen von Bränden geeignet ist. Umso überraschender, dass BMW-Entwickler Danilo Zimmermann eröffnet: „Wir nutzen Wasser zur besseren Verbrennung“.

Dabei wird das Element fein zerstäubt direkt in den Brennraum des Motors geblasen, der Sprühnebel verdampft sofort und entzieht seiner Umgebung Wärme. „Wir alle kennen den Effekt, wenn wir mit nassen Badesachen aus dem Wasser kommen und trotz 35 Grad Hitze frieren“, erklärt Zimmermann. Verdunstungskälte nennen Physiker dieses Phänomen.

Der Tunneltank ist über zwei Meter lang und kann so viel gekühltes Wasserstoff-Gas bunkern, dass künftige Modelle mit Brennstoffzelle gut 500 Kilometer weit kommen Quelle: BMW
Ein so genannter Tunneltank

Der ist über zwei Meter lang und kann so viel gekühltes Wasserstoff-Gas bunkern, dass künftige Modelle mit Brennstoffzelle gut 500 Kilometer weit kommen.

Im Falle der direkten Wassereinspritzung wird die Temperatur im Brennraum des Motors um bis zu 25 Grad abgesenkt. Angewandt wird diese Technik aber nur dann, wenn der Fahrer mit seinem rechten Fuß die volle Leistung seines Autos abruft. Das Ergebnis ist eine um bis zu zehn Prozent höhere Leistung des Motors bei gleichzeitig um bis zu acht Prozent geringerem Verbrauch.

Erreicht wird das durch eine höhere Verdichtung, also einen höheren Anteil Luft im Verhältnis zum Kraftstoff (11:1). Durch die Kühlung kann nämlich die Gefahr des berüchtigten „Klopfens“ (unkontrollierte Verbrennung) reduziert werden. Und woher kommt das Wasser? Danilo Zimmermann: „ In der Regel reicht die Menge an Wasser, die die Klimaanlage durch Verdunstung ohnehin produziert. Für die kalte Jahreszeit haben aber auch einen kleinen Zusatztank an Bord“.

Wasser zur Verbrennung nutzen? Klingt zunächst komisch, aber auch für diese Technik gibt es Protoypen Quelle: BMW
Wasser zur Verbrennung nutzen?

Klingt zunächst komisch, aber auch für diese Technik gibt es Protoypen

Nebeneffekt der neuen Technik: Die offizielle Verbrauchsnorm wird ehrlicher und praxisgerechter, denn im festgelegten Testmodus wird der Vollgasbetrieb derzeit kaum gemessen. Vorstand Klaus Fröhlich: „Wir sparen aber gerade in den Bereichen, in denen Motoren am meisten verbrauchen, nämlich unter voller Belastung“. Er räumt aber ein, dass sich die Serienreife des Systems „noch einige Generationen hinziehen wird“.

Ähnliches gilt für die dritte Neuentwicklung der BMW-Ideenschmiede mit der auch das Geheimnis des langen Alu-Rohrs gelüftet wird. Der Tunneltank ist über zwei Meter lang und kann so viel gekühltes Wasserstoff-Gas bunkern, dass künftige Modelle mit Brennstoffzelle gut 500 Kilometer weit kommen.

Bei dieser Technik wird der für den Elektromotor nötige Strom an Bord produziert, das Problem der langen Ladezeiten der Batterie samt der geringen  Reichweiten heutiger E-Autos ist gelöst. Die Zelle, die zusammen mit dem neuen Partner Toyota entwickelt wurde, wandelt den Wasserstoff in elektrische Energie und Wasserdampf um, der dann aus dem Auspuff entweicht.

Das Ergebnis ist eine um bis zu zehn Prozent höhere Leistung des Motors bei gleichzeitig um bis zu acht Prozent geringerem Verbrauch Quelle: BMW
Wasser marsch!

Das Ergebnis ist eine um bis zu zehn Prozent höhere Leistung des Motors bei gleichzeitig um bis zu acht Prozent geringerem Verbrauch

Im BMW 5er GT, der als Versuchsträger dient, leistet der Elektromotor 180 kW/245 PS. Während Toyota seit einigen Monaten als erster Hersteller sein Modell Mirai als Serienauto mit dieser Technik anbietet, steht der Erscheinungstermin der deutschen Antwort auf die Japaner noch nicht fest. Entwicklungschef Klaus Fröhlich: „Die Brennstoffzelle ist ein fester Bestandteil unserer Strategie für die Zukunft, weil sie im Gegensatz zu jetzigen Elektroautos langstreckentauglich ist und das Volltanken nur fünf Minuten dauert“.

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