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Daimlers neuer Klima-Kanal Sibirischer Winter in Sindelfingen

Tropische Hitze oder sibirische Kälte: Daimler kann seine neuen Autos künftig daheim in Klima-Kanälen auf Herz und Nieren testen. Damit sammelt der Autobauer auch umweltpolitische Punkte.
2 Kommentare
Bisher musste Daimler seine Autos in extremen Klimazonen weltweit auf Alltagstauglichkeit geprüft werden. Das entfällt nun zumindest teilweise.

Bisher musste Daimler seine Autos in extremen Klimazonen weltweit auf Alltagstauglichkeit geprüft werden. Das entfällt nun zumindest teilweise.

Sindelfingen Beim Testen seiner Prototypen kann der Autobauer Daimler künftig beliebige Wetterextreme bequem daheim am Standort Sindelfingen simulieren. Konzernchef Dieter Zetsche und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) setzten zwei neue Klima-Kanäle in Betrieb. Die 50 Millionen Euro teure Anlage im Mercedes-Benz-Technologie-Zentrum liefert den Ingenieuren Temperaturen von minus 40 bis plus 60 Grad Celsius sowie Wettereinflüsse von orkanartigem Sturm über sintflutartige Regenfälle oder arktische Schneestürme bis hin zu wüstenähnlicher Trockenheit.

Der Autobauer will seine Fahrzeugentwicklung mit der Neuerung deutlich effizienter gestalten. So sollen Zeit und Kosten gespart und die Umwelt geschont werden. Reale Tests etwa in den Wüsten der USA oder dem eiskalten Nordschweden entfallen zwar nicht komplett. Die Entwickler ersparten sich aber viel Zeit an den extremen Orten, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber. Der Großteil der Vorarbeit für die Tests laufe nun in den Kanälen. So werde die Arbeit etwa im Bereich Thermik von bisher 14 Tagen auf künftig 14 Stunden reduziert.

Kretschmann lobte das Konzept: „So stelle ich mir die ökologische Modernisierung Baden-Württembergs vor.“ Nach der Wahl von Grün-Rot wird mit Spannung erwartet, was aus dem Anspruch der neuer Regierung wird, ökonomischen und ökologischen Fortschritt stärker zu vereinen. Konzern-Lenker Zetsche kündigte schon einmal an: „Wir werden unsere Autos so grün machen, dass unsere Wettbewerber gelb vor Neid werden.“

In den Klima-Kanälen werden alle Neuentwicklungen getestet Quelle: Pressefoto

In den Klima-Kanälen werden alle Neuentwicklungen getestet

(Foto: Pressefoto)

Insgesamt steckt Daimler nach eigenen Angaben 230 Millionen Euro in die Hochtechnologie am Forschungsstandort Sindelfingen. Ein neuer Fahrsimulator arbeitet schon und neben den zwei neuen Klima-Kanälen wird derzeit ein Windkanal gebaut - wichtig für das Optimieren der Strömungsgeräusche und des Fahrtwiderstandes an den Fahrzeugen.

Kretschmann sieht Daimler als Vorbild
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2 Kommentare zu "Daimlers neuer Klima-Kanal: Sibirischer Winter in Sindelfingen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • „Es führt kein Weg daran vorbei: Die Mobilität der Zukunft muss umweltfreundlicher werden“, sagte der Grünen-Politiker.

    Das ist auch das einzige, märchenhafte Argument, dass sie jedesmal wieder vorzuweisen haben? Was könnt ihr noch ihr Grünen außer euch auf diesen einen Mythos zu stützen? Lächerlich ...

  • "Der Autobauer will seine Fahrzeugentwicklung mit der Neuerung deutlich effizienter gestalten. So sollen Zeit und Kosten gespart und die Umwelt geschont werden."

    So ein Klimasimulator ist schon eine tolle Sache. Aber die Begründung mit dem Wortschatz aus dem Plastikwörterbaukasten läßt Böses ahnen.
    Es wird doch auch so schon der Kunde als Testobjekt für die zu schnell auf den Markt geworfenen Produkte mißbraucht. Und jetzt kommt eine Premiummarke mit dem Produktlebenszyklus einer Seifenschachtel.
    Ist es das, was man aus Mercedes machen möchte?

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