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Dienstleister sorgen dafür, dass Flottenfahrzeuge fahrtüchtig bleiben Kampf gegen teure Reifenplatzer

Wer Waren termingenau an Kunden ausliefert, kann sich keine Verspätung leisten, Pünktlichkeit ist Pflicht. Da ist es besonders ärgerlich, wenn eine Reifenpanne den Zeitplan durcheinander bringt. Viele Unternehmen engagieren deshalb externe Dienstleister, die sich um die Reifen der Firmenfahrzeuge kümmern.
  • Chris Löwer

BERLIN. „Das Thema Reifenmanagement wird wichtiger, da sich Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und deshalb ein Rundum-Sorglos-Paket für ihre Flotte haben möchten“, sagt Thorsten Schuckenböhmer, Leiter Großverbrauchergeschäft bei der Vergölst GmbH in Hiddenhausen.

Ganz nebenbei werden die Kosten durch diesen Schritt vorhersehbarer und sinken. Das behaupten jedenfalls die Anbieter. Reifenhändler und -Hersteller versprechen eine Ersparnis von 20 bis 30 Prozent. Und in Zeiten galoppierender Diesel-Preise sind Unternehmen bereit, an jeder möglichen Kostenschraube zu drehen. Denn bei einem 40-Tonner, der jährlich 200 000 Kilometer absolviert, fallen gut 6 000 Euro an Reifenkosten an.

Zum Service der Reifenmanager gehören neben Lagerung, Abrechnung und Verwaltung auch Profiltiefe- sowie Luftdruckmessungen, Achs- und Spurvermessungen und natürlich das Umpositionieren oder Austauschen der Pneus. Was die Anbieter genau leisten sollen, muss der Flottenbetreiber nach Bedarf entscheiden. Vergölst zum Beispiel berechnet wie die meisten Konkurrenten individuelle Festpreise, die jeder Kunde selbst aushandelt.

Das kann mit sich bringen, dass der Flotten-Chef die Reifenkosten und die Art der Fahrten für die vergangenen Jahre offen legen muss, damit ein Anbieter ein passendes Angebot machen kann. Wer diese Informationen schon gut aufbereitet hat, ist im Vorteil, wenn er einen Dienstleister engagieren will.

So banal es klingen mag: Generell empfiehlt sich, die regelmäßige Reifen- und Luftdruckkontrolle zu vereinbaren, heißt es beim Industrieversicherer HDI. „Treten bei der Überprüfung Mängel auf, ist der Fahrer beziehungsweise Halter des betreffenden Fahrzeugs hierüber sofort zu unterrichten. Sie sind für den verkehrssicheren Zustand des Fahrzeugs verantwortlich und können bei Verstößen belangt werden“, sagt Susanne Räuschel, Bevollmächtigte für Kraftfahrt-Sicherheitstechnik beim HDI. Ein grob fahrlässigen Verhalten kann unter Umständen zum Verlust des Kasko- oder gar des kompletten Versicherungsschutzes führen. Etwa wenn im Winter aus Sparwut weiter mit Sommerreifen gefahren wird, was ja inzwischen auch zu Bußgeldern und Punkten in Flensburg führen kann.

Allerdings lohnt das Reifenmanagement nicht für jeden, der ein paar Lastwagen auf dem Hof stehen hat. „Die professionelle Beschaffung von Reifen inklusive zugehöriger Dienstleistungen ist für Fuhrparkbetreiber interessant, die ihren Reifenbedarf an mehreren Standorten in Deutschland decken müssen“, sagt Jürgen Titz, in Deutschland als Leiter der 4-Fleet-Group für das Flottengeschäft des Goodyear-Dunlop-Konzerns verantwortlich. Denn wer in jeder Stadt einen Reifenhändler bemüht, wird kaum Sonderkonditionen herausschlagen können.

4 Fleet bedient alle Arten von Fuhrparkbetreibern, darunter auch Leasinggesellschaften. Gemeinsam müssen Anbieter und Kunde klären, welche Reifenmarken und Dienstleistungen erforderlich sind. „Wir nennen das daraus resultierende Regelwerk Tire-Policy“, erklärt Titz. Anhand dessen werden Preise für Reifen und Dienstleistungen ausgehandelt.

Alle Informationen fließen in das Online-Abrechnungssystem Fleet-Online-Solutions (FOS) ein. „Wir geben dem Kunden die Möglichkeit, sich über ein detailliertes Online-Reportingtool wichtige Kennzahlen und Analysen seiner Reifeneinkäufe zu beschaffen“, sagt Titz.

Außerdem lotet der Dienstleister in regelmäßigen Gesprächen mit dem Fuhrparkbetreiber Optimierungsmöglichkeiten aus. Viele Kunden schicken ihre Lastwagenfahrer auch zu einem Fahrtraining, um den Reifen-Verschleiß zu reduzieren. Auch HDI bietet Flottenbetreibern derartige Trainings an, bei denen Fahrern beigebracht wird, reifenschonend zu fahren.

Schon jetzt deutet sich an, dass sich die Dienstleistung künftig nicht nur um Pneus drehen wird. „Neben dem Reifenmanagement bieten wir unseren Kunden auch anderen Autoservice an“, sagt Thomas Wrede, Geschäftsführer der Point S Deutschland GmbH in Ober-Ramstadt.

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