Dreirad von Gilera Fuoco 500ie: Spaßgerät mit Macken

Der neue Roller Fuoco 500ie von Gilera bietet mit 40 PS jede Menge Fahrspaß auf drei Rädern. Das Konzept der Konzernmutter Piaggio überzeugt auch im Praxistest – trotz kleiner Schwächen im Detail, findet Jürgen Rees .
  • Jürgen Rees
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Die Gilera Fuoco 500ie kann mit einigen überzeugenden Argumenten punkten. Foto: Piaggio

Die Gilera Fuoco 500ie kann mit einigen überzeugenden Argumenten punkten. Foto: Piaggio

Mein Dreirad aus Pressblech von einst war rot und wog vielleicht fünf Kilo. Ein paar Jahrzehnte später ist mein Roller immer noch rot, aber er wiegt rund 250 Kilo, hat 40 PS – und zwei Räder vorne statt hinten. Der Fuoco („Feuer“) 500ie des italienischen Herstellers Gilera, seit Anfang August bei den Händlern, stammt von seinen hubraumschwächeren Vespa-Brüdern namens MP3 ab. Die Dreiräder sind seit Langem wieder etwas wirklich Neues im Segment der Motorräder.

Der Fuoco ist ein richtiger Hingucker. Neben der etwas martialischen Geländewagenoptik der Front fallen sofort die ungewöhnlichen Doppelräder an der Vordergabel auf. Sie sollen mehr Sicherheit, Stabilität und Fahrspaß bringen. Die auf dem Markt einzigartige Parallelogramm-Aufhängung erlaubt Fahrmanöver, die für Roller bisher unmöglich waren: Schräglagen von bis zu 40 Prozent und beinahe gefahrlose Vollbremsungen bei Nässe. Piaggio sagt, der Bremsweg habe sich dank der Zwillingsräder um 20 Prozent verringert.

Ich war nie ein großer Freund von Rollern. Mit den kleinen Räder war jede Straßenbahnschiene, jedes Kopfsteinpflaster mein natürlicher Feind.

Doch mit dem dreirädrigen Fuoco verlieren selbst Schlaglöcher ihren Schrecken. Das Gefährt vermittelt auf praktisch allen Untergründen ein hohes Gefühl der Sicherheit, das vor allem den beiden Vorderreifen mit 420 Millimetern Abstand zu verdanken ist.

Für gewaltigen Fahrspaß sorgt – trotz des hohen Rollergewichts – ein Hochleistungsmotor mit Doppelzündung, der auch im unteren Drehzahlbereich viel Dampf hat. Jeder Ampelstart wird so zum Vergnügen. Auch eine Reisegeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde ist kein Problem – der kleine, aber effektive Windschutz sorgt dafür, dass man sich nicht am Lenkrad festklammern muss. Die Lambdasonde und ein geregelter Katalysator, mit dem der Fuoco die Euro-3-Abgasnorm meistert, beruhigen das Öko-Gewissen. Der Fuoco genehmigt sich bei flotter Fahrt allerdings knapp fünf Liter Superbenzin.

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