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Erste Ausfahrt im Lada Kalina Cross Preiswert beplankt

Solide, aber altbackene Technik und ein Design, das kaum Begehrlichkeiten weckt – so kennt man die Autos von Lada, am besten noch den Niva bzw. Taiga. Jetzt wollen die Russen mittels Modelloffensive neue Kunden erobern.
  • Patrick Broich
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  • Spotpress
Jetzt wollen die Russen mit dem Lada Kalina Cross so etwas wie eine Modelloffensive starten.  Quelle: Lada
Jetzt wollen die Russen mit dem Lada Kalina Cross so etwas wie eine Modelloffensive starten.

Es gibt hierzulande einige Möglichkeiten, einen Neuwagen zum Realpreis von um die 10.000 Euro oder sogar darunter zu bekommen. Neben den Einstiegs- oder Sondermodellen von Klein- und Kleinstwagen etablierter Hersteller sind das vor allem Modelle der rumänischen Renault-Tochter Dacia und der russischen Marke Lada. Der mit 4,10 Metern Länge zu den (großen) Kleinwagen zählende Kalina Cross (Kombi) kostet zum Beispiel laut Liste 10.690 Euro. Dafür gibt es einen 1,6-Liter-Benziner (72 kW/98 PS) als Antrieb, der nach Norm 6,7 Liter je 100 Kilometer trinken soll.

Wie immer bei Lada gibt es einfache, aber robuste Technik. Auf die heute gängigen Lösungen wie Direkteinspritzung, Turbo oder Ventilsteuerung wird hingegen verzichtet. Dafür gibt es aber immer eine Klimaanlage und Sitzheizung – das russische Klima lässt grüßen. Und Sicherheitsausrüstungen wie ESP plus Reifendruckkontrolle sind in der EU ja sowieso Pflicht.

Dennoch haben sich 950 von den 1.200 deutschen Lada-Kunden im letzten Jahr nicht für einen der klassischen Pkw, sondern sich für den legendären 4x4 (besser bekannt als Niva) entschieden. Das soll jetzt anders werden, denn mit dem flammneuen Vesta, einer ganz schick gezeichneten Fließheck-Limousine, die Ende 2016 in den Handel kommen soll, sowie dem sogar richtig modern aussehenden SUV X-Ray (2017) möchten die Russen aufdrehen. Schon vorher, in diesem Jahr, sollen sich die Verkäufe auf 2.500 Einheiten mehr als verdoppeln, plant Marketing-Leiter Bernd Haack.

Mit dem ab sofort verfügbaren Kalina Cross, der durch markante Seitenbeplankung und eine um 2,2 Zentimeter höher gelegte Karosserie auffällt, wagt Lada den zarten Versuch, neue und andere Kunden zu gewinnen. Vor allem habe man jüngere Käufer im Visier, so Haack. Derzeit betrage der Altersdurchschnitt 55 Jahre.

Das Raumgefühl geht in Ordnung, die Instrumente muten einfach an, aber nicht billig im negativen Sinn Quelle: Lada
Nicht billig im negativen Sinn

Das Raumgefühl geht in Ordnung, die Instrumente muten einfach an

Emotionen im Sinne von Fahrspaß und begehrenswertem Markenimage wird der Kalina Cross mit seinen prägnanten Planken natürlich weder jungen noch alten Autofahrern entlocken können. Aber er auch ist kein schlechtes Auto. Das Raumgefühl geht in Ordnung, die Instrumente muten einfach an, aber nicht billig im negativen Sinn. Der 1,6-Liter-Vierzylinder bietet für den Alltag genügend Punch, um im Verkehr ordentlich mitzuschwimmen.

Selbst das Überholen eines Lkw am Berg gelingt dem 1,1-Tonner dank recht kurzer Übersetzung problemlos. Die sorgt andererseits aber für ein hohes Drehzahlniveau, was bei langen Autobahnfahrten stört – die Autobahn ist allerdings auch nicht das bevorzugte Einsatzgebiet eines solchen Fahrzeugs. Und dann noch ein Tipp: An der Schaltbarkeit des manuellen Fünfgang-Getriebes sollten die Techniker noch einmal arbeiten, dessen Hebel bewegt sich nämlich viel zu hakelig.

Was Deutschlands billigster Neuwagen bietet
Der Wertverfall des russischen Rubel macht es möglich
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Deutschland hat einen neuen günstigsten Neuwagen: Der Lada Granta ist ab sofort für 6.750 Euro erhältlich. Die 4,26 Meter lange Stufenhecklimousine aus russischer Produktion kostet damit so wenig wie kein anderer Neuwagen. Und löst so in der Preishitliste den Kleinwagen Dacia Sandero ab, der ab 6.890 Euro erhältlich ist. Wie viel Neuwagen bekommt man für so wenig Geld?

Aus russischer Produktion
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Die 4,26 Meter lange Stufenhecklimousine wird von einem 1,6-Liter-Benziner mit 64 kW/87 PS Angetrieben, der 6,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll, geschaltet wird über ein manuelles Fünfgang-Getriebe.

Kein Beschleunigungswunder
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Maximal 168 km/h schnell fährt der Fünfsitzer, aus dem Stand auf 100 km/h benötigt er 11,8 Sekunden. Im Kofferraum haben 480 Liter Gepäck Platz.

Eine schlichte Hütte
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Serienmäßig sind Servolenkung, ESP und zwei Airbags. Gegen Aufpreis sind unter anderem CD-Radio (200 Euro), Zentralverriegelung und Leichtmetallfelgen lieferbar. Der Innenraum ist einfach und mit viel Hartplastik eingerichtet.

Das günstigste Auto Deutschlands
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Lada Granta, Baujahr 2015. Künftig wird es drei Ausstattungsstufen geben, ein Automatikgetriebe ist eingeplant. Ab der zweiten Jahreshälfte soll es den Granta zudem auch als Steilheck-Modell geben.

Auf Basis des Kalina
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Was bislang nicht zu Lada gehörte sind ESP und Isofix-Kindersitzhalterungen – und auch der typische Neuwagengeruch der Plastikausdünstungen ist in der 4,26 Meter langen Stufenhecklimousine verschwunden. Schaltung und Bremse erfordern weit weniger Bedienkräfte als man es bislang von Lada gewohnt ist. Auch die Untersteuerungstendenz hat gegenüber dem Kalina, der die Basis für den Granta bildet, deutlich abgenommen. Mehr als zwei Airbags dürfen jedoch nach wie vor nicht erwartet werden. 

Gutmütige Federung, starkes Gebläse
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Ein Pluspunkt der russischen Fahrzeuge bleibt die Federung. Was für dortige Pisten gemacht ist, kommt mit den mittlerweile auch in Deutschland doch recht maroden Landstraßen bestens zurecht. Die meisten kleineren Schlaglöcher steckt der Wagen klaglos weg. Ebenfalls dem Herkunftsland zu verdanken ist die leistungsfähige Heizung mit ihrem starken Gebläse und um 360 Grad drehbaren Lüftungsauslässen. Auf eine Klimaanlage müssen Granta-Käufer aber vorerst verzichten. Das neue Kältemittel ist Togliatti noch fremd. Warum Konzernmutter Renault da nichts Passendes aus dem riesigen Teileregal ziehen kann, fragt sich verwundert auch Lada Deutschland.

Einer Tatsache darf sich der Kalina-Cross-Eigner gewiss sein – er verfügt über eine automobile Rarität. Einen Dacia Logan sieht man ja heute quasi an jeder Straßenecke. Die Antwort auf die Frage, warum man aber eher einen Lada statt Dacia kaufen soll, bleibt das Marketing indes schuldig. Nur über den Fakt, dass man bei den Dacia-Interessenten zumindest wildern wolle, herrscht Einigkeit. Immerhin werden die nächsten Lada-Modelle ja in Zusammenarbeit mit Renault entstehen, schließlich hatte der französisch-amerikanische Konzern ein Viertel an AvtoVaz, der Lada-Mutter, übernommen.

Vielleicht besteht ja doch noch etwas Hoffnung auf mehr Emotionen bei Lada – der Einsatz von Turbomotoren wäre zum Beispiel ein Anfang. Im Motorsport sind die Russen jedenfalls schon aktiv: Der Vesta fährt in stark modifizierter Form immerhin bei der WTCC mit.

Mit dem ab sofort verfügbaren Kalina Cross wagt Lada den zarten Versuch, neue und andere Kunden zu gewinnen. Quelle: Lada
Fällt durch Seitenbeplankung und eine um 2,2 Zentimeter höher gelegte Karosserie auf:

Mit dem ab sofort verfügbaren Kalina Cross wagt Lada den zarten Versuch, neue und andere Kunden zu gewinnen.

Lada Kalina Cross - Technische Daten:
Länge: 4,10 Meter, Breite: 1,70 Meter, Höhe: 1,56 Meter, Radstand: 2,48 Meter; Motor: 1,6-Liter-Benziner, 72 kW/98 PS, maximales Drehmoment: 145 Nm bei 4.000 U/min, Vmax: 169 km/h, Beschleunigung: 0 - 100: 12,7 Sek., Durchschnittsverbrauch: 6,7 l/100 km, CO2-Ausstoß: 154 g/km, Effizienzklasse: F Preis: ab 10.690 Euro

Lada Kalina Cross - Kurzcharakteristik:
Warum: günstiger Preis, passable Ausstattung
Warum nicht: laut, viele gängige Komfort- und Sicherheitsassistenten nicht lieferbar
Was sonst: Dacia Logan, Suzuki Celerio, Fiat Panda
Wann kommt er: jetzt

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