Erste Ausfahrt im neuen BMW 730d Auf Wolke Sieben

Luxus und Leichtbau, Sportlichkeit und Komfort. BMW will im neuen Siebener alles unter einen Hut bekommen und Maßstäbe im Automobilbau setzen. Auch in der Bedienung. Wie das so klappt, haben wir im 730d mal ausprobiert.
  • Michael Specht
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Der Siebener, intern G12, mit kurzem Radstand G11 genannt, ist eine komplette Neukonstruktion, hat mit seinem Vorgänger nur noch ein paar Schrauben gemeinsam.  Quelle: BMW
Mit seinem Vorgänger gat er nur noch ein paar Schrauben gemeinsam.

Der Siebener, intern G12, mit kurzem Radstand G11 genannt, ist eine komplette Neukonstruktion.

Die Luft im automobilen Oberhaus ist dünn. Die Kunden zählen zu den loyalsten überhaupt – und sind sehr anspruchsvoll. Wer hier die Marke wechselt, muss gute Gründe haben – oder das Auto einen außergewöhnlichen Reiz. Der neue Siebener BMW wäre so ein Kandidat, attraktiv im Design und innovativ bis in die hinterste Ecke seiner Karosserie.

Mit der nun sechsten Generation wollen die Bayern nicht nur hinsichtlich Fahrdynamik und Reisekomfort den Ton angeben, sondern auch bei Fahrerassistenz und Verbrauch zeigen, was heute möglich ist. „Wir definieren den Luxus von morgen“, sagt Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, „und wir möchten das Leben unser Kunden angenehmer gestalten.“

Neuer BMW 7er erhebt klaren Führungsanspruch
Der neue BMW 7er
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Mit klarem Führungsanspruch geht der BMW im Herbst ins Ringen um die Oberklasse-Krone. Das machte BMW-Chef Harald Krüger bei der offiziellen Vorstellung des neuen 7er-Modells am 11. Juni 2015 deutlich. Die sechste Generation des BMW-Flaggschiffs startet am 24. Oktober in Kurz- und Langversion mit Motoren zwischen 265 und 450 PS und zu Preisen ab 81.900 Euro.

Markante Frontpartie
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Äußerlich fällt der Generationswechsel vor allem an der Front auf. Dort ziehen sich die Scheinwerfer nun wie schon beim 3er bis zur Kühlergrill-Niere in die Mitte.

Kräftigere Linien
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Im Profil bleibt der Viertürer sich hingegen treu, zeigt die übliche lange Motorhaube, den typischen Knick in der Fensterlinie und ein ausgeprägtes Heck. Das wirkt mit seinen betonten horizontalen Linien nun etwas kräftiger ...

L-förmige Rückleuchten
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... trägt ansonsten aber die bekannte L-förmigen Rückleuchten.

Deutlich abgespeckt
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In der Länge legt das Standardmodell mit nun 5,10 Metern minimal zu, die Langversion misst künftig 5,24 Meter, knapp zwei Zentimeter mehr als bisher. Das Gewicht allerdings sinkt dank umfangreicher Leichtbaubemühungen um bis zu 130 Kilogramm. Die leichteste Variante bringt mit 1.725 Kilogramm weniger Masse auf die Waage als ein aktueller 5er-Kombi.

Weniger Gewicht dank Carbon
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Dabei hilft auch der umfangreiche Einsatz von Carbon im Bereich der Fahrgastzelle. Die Entwicklungsarbeit beim Hybrid-Renner i8 zahlt sich hier erstmals in größerem Stil aus.

Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum
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Das Abspecken hilft den Motoren beim Sparen. Premiere im Siebener feiert ein neuer Reihensechszylinder, den es als Benziner und Diesel mit jeweils drei Litern Hubraum gibt. Im Einstiegsmodell 740i kommt die ottomotorische Ausführung auf 240 kW/326 PS Leistung (Normverbrauch: 6,6 Liter), im 730d der Diesel auf 195 kW/265 PS (4,5 Liter). Auf Wunsch gibt es den Selbstzünder auch in Kombination mit Allradantrieb.

Dazu holten die Bayern weit aus. Der Siebener, intern G12, mit kurzem Radstand G11 genannt, ist eine komplette Neukonstruktion, hat mit seinem Vorgänger nur noch ein paar Schrauben gemeinsam. Erstmals überhaupt im Großserien-Automobilbau besteht die Karosserie einer Oberklasse-Limousine aus einem Verbund von Karbon, Stahl und Aluminium.

Vorteil: geringes Gewicht und eine sehr hohe Steifigkeit und damit gute Voraussetzungen für ein agiles Handling, einen guten Geräuschkomfort und einen niedrigen Verbrauch.

Letzteres zeigt der Einstiegs-Siebener 730d (Preis: ab 81.900 Euro) eindrucksvoll. Die in Deutschland und Europa meistgekaufte Motorisierung mobilisiert jetzt 195 kW/265 PS und satte 620 Newtonmeter Drehmoment. Schon auf den ersten Kilometer ist man angetan von der Souveränität des Sechszylinder-Reihenaggregats: Leise und kraftvoll im Antritt harmoniert es perfekt mit der Achtgangautomatik.

Geschmeidiger lässt sich ein Selbstzünder derzeit nicht bewegen. Den Verbrauch konnte BMW gegenüber dem Vorgänger um 20 Prozent, auf jetzt 4,5 l/100 km senken. Für eine knapp 1,8 Tonnen schwere Limousine ein respektables Ergebnis. Die Konkurrenz hat in Sachen Effizienz das Nachsehen. „Wir sind hier Benchmark im Segment“, sagt Projektleiter Walter Schindlbeck.

Fast ein wenig Science Fiction begegnet dem Siebener-Kunden im Cockpit. Neu ist die Betätigung per Touchscreen und in gewissem Umfang auch per Gestik.  Quelle: BMW
Fast ein wenig Science Fiction begegnet dem Siebener-Kunden im Cockpit.

Neu ist die Betätigung per Touchscreen und in gewissem Umfang auch per Gestik.

Ganz vorn dabei dürfte der neue Siebener auch beim Fahrkomfort sein. Die Mercedes S-Klasse legt hier zwar die Messlatte extrem hoch, doch davon haben sich die BMW-Entwickler nicht einschüchtern lassen. Serienmäßig arbeitet unter dem bayerischen Luxus-Liner eine Luftfederung in Kombination mit einer adaptiven Dämpferregelung. Straßenunebenheiten sind praktisch nicht mehr existent. Schweben auf Wolke Sieben. Gleichzeitig schafft der Siebener den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit, lässt sich spielerisch leicht und präzise um die Ecken treiben. Dass es sich hier um den größten jemals gebauten BMW handelt, ist schnell vergessen.

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