Fahrbericht Ford F-150 Raptor Thundertruck

Eigentlich gibt es den extremen Ford F-150 Raptor nur in Amerika. Das ist verdammt schade, denn der bärenstarke Pick-up ist ein spaßiger Exot. Irgendwie hat sich aber ein Test-Exemplar nach Deutschland verirrt.
  • Max Friedhoff
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  • Spotpress
Unter der Haube steckt der gleiche Motor wie im Ford GT, nur schwächer Quelle: SP-X/Max Friedhoff
Ford F-150 Raptor

Unter der Haube steckt der gleiche Motor wie im Ford GT, nur schwächer

5,60 Meter lang, zwei Meter hoch und schon ohne Außenspiegel satte 2,20 Meter breit: Der Ford F-150 Raptor wirkt auf deutschen Straßen wie ein Fremdkörper, ein Raubtier, das Klein- und Kleinstwagen aufsaugt – und dann genüsslich verschlingt.

Eigentlich ist der rund 2,5 Tonnen schwere Pick-up strikt dem US-Markt vorbehalten, wo er vor allem dank seines starken Motors – da kommen wir noch zu – und seiner Offroad-Fähigkeiten jeden Monat fast 1.000 Mal verkauft wird.

Dabei dürfte auch der verhältnismäßig geringe Kaufpreis von umgerechnet 50.000 Euro helfen. Möchte man den Raptor nach Deutschland bringen, verlangen die bekannten Importeure mal locker das Doppelte des US-Preises. Lohnt sich das? Und wie kommt man mit dem Raptor auf deutschen Straßen zurecht?

Die riesigen Offroad-Reifen können sich auf der Straße etwas seltsam anfühlen Quelle: SP-X/Max Friedhoff

Die riesigen Offroad-Reifen können sich auf der Straße etwas seltsam anfühlen

Jede Menge Knöpfe und Schalter hinter dem Volant Quelle: SP-X/Max Friedhoff

Jede Menge Knöpfe und Schalter hinter dem Volant

Die doppelten Stoßdämpfer von Fox sind Rennsport-erprobt Quelle: SP-X/Max Friedhoff

Die doppelten Stoßdämpfer von Fox sind Rennsport-erprobt

Sehr cool: Gegenläufig öffnende Türen Quelle: SP-X/Max Friedhoff

Sehr cool: Gegenläufig öffnende Türen

Hat man sich vom gewaltigen Äußeren des sportlichsten F-150-Ablegers nicht abschrecken lassen, kann man über die schwarzen Trittbretter vorsichtig das Cockpit entern, das eher einer Flugzeugträger-Kommandobrücke als einem Auto-Innenraum gleicht: Überall sind Schalter und Knöpfe für die vielen Fahrmodi, Geländeeinstellungen und möglichen Zusatzanbauten verstreut, die Ford dem Raptor zutraut.

Seilwinde? Geht. LED-Lichtleiste auf dem Dach? Gar kein Problem. Hat man erstmal auf den verblüffend bequemen Ledersesseln Platz genommen, beginnt man mit dem Versuch, die Lage zu überblicken. Von hier oben sieht alles ganz klein aus. So müssen sich echte Trucker fühlen.

Dabei gibt es im Raptor allen Komfort. Die Sitze sind beheiz- und kühlbar, das Infotainment-System lässt kaum Wünsche offen und die Verarbeitung ist auf einem ordentlichen Niveau. Alles wirkt extrem stabil. Vor allem das Platzangebot ist fast schon unwirklich.

Egal ob nach oben, nach vorne, nach rechts oder nach links: Hier kann man sich ausbreiten. Vorausgesetzt, man sitzt in der ersten Reihe. Der Fond der mit gegenläufig öffnenden Türen ausgerüsteten „Supercab“-Version ist eher etwas für den Nachwuchs oder wetterempfindliches Gepäck.

Unter der Haube des Raptor pumpt ein 3,5 Liter großer V6-Turbomotor literweise Drehmoment aus seinen Brennräumen. Das gleiche Aggregat kommt übrigens auch im Supersportler Ford GT zum Einsatz – dort mit 441 kW/600 PS.

Im Raptor dürfen wir „nur“ auf 330 kW/450 PS zurückgreifen, was einem angesichts der monströsen Ausmaße des F-150 trotzdem zunächst leicht verrückt vorkommt – genau wie die „Ecoboost“-Bezeichnung, die den Motor ziert.

Mit einem Druck auf den Startknopf erwacht das Triebwerk zum Leben. Der Sound ist dabei etwas ernüchternd. Nur zur Erinnerung: In der letzten Raptor-Generation trieb noch ein sechs Liter großes frei saugendes V8-Ungetüm Nachbarn und Umweltschützer mit seinem fiesen Geschrei in den Wahnsinn.

Der neue Motor ist kleiner, leiser aber auch sparsamer und stellt ein höheres Drehmoment zur Verfügung, 691 Newtonmeter liegen im Idealfall an. Kombiniert wird das Ganze mit einer Zehngang-Automatik, die im normalen Fahrbetrieb butterweich und unauffällig schaltet. Generell lässt sich der Raptor nach einer gewissen Eingewöhnungszeit recht gut im Alltag bewegen.

Klar, die Außenmaße schränken ab und zu ein, doch auch ein Nissan GT-R oder eine G-Klasse von Mercedes passen nicht durch jede Einbahnstraße oder in jedes Parkhaus.

Ungeschlagen ist beim F-150 dagegen der Rundumblick, den man an jeder Ampel über die „Kleinen“ schweifen lassen kann. Wie wohl man sich umgekehrt in einem Smart neben dem Raptor fühlt, ist allerdings nicht überliefert.

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1 Kommentar zu "Fahrbericht Ford F-150 Raptor: Thundertruck"

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  • In Saudi Arabien waren/sind 30L Autos noch wesentlich populärer als in den USA. Meine Kollegen haben gerne solche gefahren. Damals (2006 - 2010) kostete 1 L Normalbenzin 0,45 SAR zu damaligen Wechselkursen ca. 7c. So haben sich meine Kollegen auch nicht am Benzinverbrauch gestört.

    Den (alten) Ford F150 hat man zusammen mit dem Hummer, GMC Suburban sehr häufig gesehen.

    Ich wäre erstaunt wenn der neue F150 dort nicht verkauft wird.

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