Fahrbericht: Kia Rio Ein Kleiner will nach oben

Mit Rio verbinden viele Deutsche Sonne, Strand und natürlich die letztjährige Fußball-WM. Wenn es nach Kia gibt, soll der Name künftig verstärkt auch mit einem Auto verbunden werden. Was der neue Kia Rio kann.
  • Holger Holzer
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  • Spotpress
Fahrbericht: Kia Rio - Ein Kleinwagen will nach oben Quelle: Kia
Der neue Kia Rio

Kia hat den seit 2011 in vierter Generation erhältlichen Rio aufgehübscht.

Wer einen Kleinwagen kaufen will, hat die Qual der Wahl. Das Angebot ist riesig. Hersteller, die sich im Markt behaupten möchten, müssen sich daher ganz schön anstrengen.

Das hat auch Kia verinnerlicht und den seit 2011 in vierter Generation erhältlichen Rio nun aufgehübscht, mit neuen Ausstattungsdetails versehen sowie die Motoren sparsamer gemacht. Wie gehabt startet der Kleine mit dem 62 kW/84 PS starken Basisbenziner ab 10.990 Euro.

Weltweit gehört der Rio zu den Bestsellern im koreanischen Portfolio. In Deutschland belegte er 2014 mit knapp 7000 verkauften Einheiten hinter dem Kompaktwagen Ceed, dem SUV Sportage sowie dem Stadtflitze den vierten Rang. Von der Verkaufszahlen der Konkurrenz wie VW Polo, Opel Corsa oder Ford Fiesta ist man aber noch weit entfernt.

Damit der Abstand kürzer wird, wurde der 4,10 Meter lange Kleinwagen nun aufgefrischt. Das von Ceed und Sportage bekannte Markengesicht mit dem sogenannten Tigernasen-Kühlergrill ziert jetzt auch die Front. Neu gestaltete Nebelscheinwerfer sowie geänderte Heckleuchten ergänzen die Design-Modifikationen.

Das von Ceed und Sportage bekannte Markengesicht mit dem sogenannten Tigernasen-Kühlergrill ziert jetzt auch die Front Quelle: Kia
Tigernase für die Front

Das von Ceed und Sportage bekannte Markengesicht mit dem sogenannten Tigernasen-Kühlergrill ziert jetzt auch die Front

Weitere Klassiker eines Facelifts dürfen natürlich auch nicht fehlen: Schickere, nun zweifarbige 16- und 17-Zoll-Leichtmetallräder stehen jetzt genauso wie neue Außenfarben zur Wahl. Insgesamt wirkt der als Drei- oder Fünftürer erhältliche Kleine nun etwas sportlicher und dürfte auch jüngere Käufer ansprechen.

In Inneren geht es ebenfalls etwas beschwingter zu. Chromapplikationen lockern das Armaturenbrett auf, die Zentralkonsole wurde mit einem größeren Display für das optionale Navigationssystem samt Rückfahrkamera ergänzt. Die Bedienelemente sind recht nutzerfreundlich angeordnet.

Punkten kann der Kleine durch sein Platzangebot. Kein Wunder, immerhin sorgt der 2,57 lange Radstand schon einmal für gute Voraussetzungen, um Passagiere und Gepäck kommod unterzubringen. Fahrer- und Beifahrer sitzen auf bequemen Gestühl – die Beinauflagen könnten allerdings länger sein -, die hinteren Insassen sind ein wenig auf Kooperation der Vorderleute angewiesen.

Der Kofferraum fasst in der Grundstellung 288 Liter. Das ist guter Durchschnitt in der Kleinwagenliga. Klappt man die Rückenlehnen um, steigt das Ladevolumen auf 923 Liter.

Seine Vorteile spielt der Rio im Stadtverkehr aus

Punkten kann der Kleine durch sein Platzangebot Quelle: Kia
Viel Platz

Punkten kann der Kleine durch sein Platzangebot.

Wie gehabt bietet Kia vier Motoren für den Rio an. Zwei Benziner (62 kW/84 PS und 80 kW/109 PS) und zwei Diesel (55 kW/75 PS und 66 kW/90 PS) stehen zur Wahl. Diese wurden überarbeitet, sie erfüllen nun die Abgasnorm Euro 6 und sind etwas sparsamer geworden. Bis auf den Einstiegsbenziner sind alle Aggregate an ein Sechsgang-Getriebe gekoppelt.

Volumenmotor ist der 1,2-Liter-Otto mit 84 PS. Für diese Variante entscheiden sich fast 50 Prozent der Käufer. Das kleine Triebwerk gibt sich mit seinem 121 Nm-Drehmoment recht spritzig, sofern man die Fünfgang-Schaltung eifrig nutzt. Für den Standardspurt muss man allerdings ein wenig Geduld aufbringen: 13,4 Sekunden braucht es, um von 0 auf Tempo 100 zu beschleunigen. Und auch an die Höchstgeschwindigkeit sollte man keine große Erwartungen stellen – bei 168 km/ ist offiziell Schluss mit dem Beschleunigungsdrang.

Immerhin kann man sich auf die Autobahn trauen, ohne befürchten zu müssen, sich ausschließlich auf der Lkw-Spur wiederzufinden. Durchschnittlich fließen 4,7 Liter durch die Leitungen (CO2-Ausstoß: 109 g/km), im Alltag dürften es  knapp sechs Liter werden.

Chromapplikationen lockern das Armaturenbrett auf, die Zentralkonsole wurde mit einem größeren Display für das optionale Navigationssystem samt Rückfahrkamera ergänzt Quelle: Kia
Blick ins Cockpit

Chromapplikationen lockern das Armaturenbrett auf, die Zentralkonsole wurde mit einem größeren Display für das optionale Navigationssystem samt Rückfahrkamera ergänzt

Seine Vorteile spielt der Rio im Stadtverkehr aus. Die Lenkung ist direkt, Straßenunebenheiten filtert das Fahrwerk ordentlich weg. Was nicht gut funktioniert ist die Geräuschdämmung. Das Dröhnen des Motors kommt laut und vernehmlich im Innenraum an.

Gut, dass ein Radio zur Serienausstattung gehört. Apropos Ausstattung: Die der Basisversion ist kleinwagentypisch nicht sehr umfangreich. Eine Klimaanlage fehlt genauso wie elektrische Fensterheber oder ein höhenverstellbarer Fahrersitz.

Die meisten Kunden entscheiden sich daher für das ganzjährig verfügbare Sondermodell „Dream Team“ (ab 14.380 Euro). Hier gehören unter anderem eine Klimaautomatik, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein beheizbares Multifunktions-Lederlenkrad, Sitzheizung, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sowie hintere Parksensoren zum Ausstattungsumfang. Für 690 Aufpreis steht ein Navigationssystem samt Rückfahrkamera zur Wahl. Gar nicht im Angebot hat Kia Fahrerassistenzsysteme für den Rio. Die werden erst in der nächsten Fahrzeuggeneration verfügbar sein. Jedoch immer an Bord: eine Siebenjahresgarantie.

Technische Daten und Kurzcharakteristik

Weltweit gehört der Rio zu den Bestsellern im koreanischen Portfolio Quelle: Kia
Kias Bestseller

Weltweit gehört der Rio zu den Bestsellern im koreanischen Portfolio.

Technische Daten

Fünfsitziger, drei- oder fünftüriger Kleinwagen, Länge: 4,10 Meter, Breite: 1,72 Meter (1,99 Meter mit Außenspiegeln), Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 2,57 Meter, Kofferraumvolumen: 288 bis 923 Liter

Benziner

1,2-Liter, 62 kW/84 PS, Fünfgang-Getriebe, maximales Drehmoment: 121 Nm bei 4.000 U/min

Vmax: 168 (166) km/h, 0-100 km/h: 13,4 s

Durchschnittsverbrauch: 5,0 (4,7) l/100 km, CO2-Ausstoß: 115 (109) g/km, Effizienzklasse: C (B), Abgasnorm: Euro 6,

Preis ab 10.990 Euro, Fünftürer: 700 Euro Aufpreis

Werte in () Spritsparversion EcoDynamics

1,4-Liter, 80 kW/109 PS, maximales Drehmoment: 137 Nm bei 4.200 U/min

Vmax: 183 (170) km/h, 0-100 km/h: 11,4 (13,2) s

Durchschnittsverbrauch: 5,0 (6,3) l/100 km, CO2-Ausstoß: 114 (147) g/km, Effizienzklasse: C (E), Abgasnorm: Euro 6,

Preis ab 14.590 (16.590) Euro [Editon 7], Fünftürer: 700 Euro Aufpreis

Werte in () Vierstufen-Automatik

Der Kofferraum fasst in der Grundstellung 288 Liter Quelle: Kia
Guter Durchschnitt in Sachen Kofferraum

Der Kofferraum fasst in der Grundstellung 288 Liter - das ist guter Durchschnitt in der Kleinwagenliga.

Diesel

1,1-CRDi-Dreizylinder, 55 kW/75 PS, maximales Drehmoment: 170 Nm bei 1.500 – 2.750 U/min

Vmax: 160 km/h, 0-100 km/h: 16,5 s, Durchschnittsverbrauch: 3,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 94 g/km, Effizienzklasse: A, Abgasnorm: Euro 6,

Preis ab 14.190 Euro (Fünftürer)

1,4-CRDi, 66 kW/90 PS, maximales Drehmoment: 220 Nm bei 1.750 – 2.750 U/min

Vmax: 169 km/h, 0-100 km/h: 13,9 s, Durchschnittsverbrauch: 3,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 98 g/km, Effizienzklasse: A, Abgasnorm: Euro 6,

Preis ab 18.990 Euro [Spirit] (Fünftürer)

Kia Rio - Kurzcharakteristik

Alternative zu: den vielen Kleinwagen im Markt

Kommt wann: 31.1.2015

Sieht gut aus: alles Geschmacksache

Passt zu: allen, die sich gerne an die Fußball-WM erinnern möchten

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