Fahrbericht Opel Karl Ziemlich groß für seine Kürze

Karl mit K: Den Trend nach alten Vornamen greift auch Opel auf und nennt seinen jüngsten Spross ganz einfach und unprätentiös Karl. Ohne Schnickschnack und Chichi will der Kleine überzeugen. Das gelingt meistens gut.
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Man ist im neuesten Rüsselsheimer sparsam unterwegs dank Einliter-Dreizylinder mit 75 PS. In den Kofferraum passen bis maximal 1.013 Liter hinein. Quelle: PR
Opel Karl-Fahrvorstellung in Amsterdam

Man ist im neuesten Rüsselsheimer sparsam unterwegs dank Einliter-Dreizylinder mit 75 PS. In den Kofferraum passen bis maximal 1.013 Liter hinein.

(Foto: PR)

Dem neuen, 3,68 Meter langen Opel Karl gelingt der Spagat, auf knapper Grundfläche ordentliche Platzverhältnisse für seine Passagiere zu realisieren. Opels Kleinster, der wie der neue Chevrolet Spark in Korea vom Band läuft, steht ab dem 20. Juni bei den Händlern und will im stetig wachsenden Segment der Kleinstwagen mit Übersichtlichkeit und Funktionalität punkten. Mindestens 9.500 Euro werden für den jüngsten Spross im Opel-Portfolio fällig.

Es ist ja nicht so, dass Opel nicht schon den Kleinwagen Corsa sowie den modisch-pfiffigen Kleinstwagen Adam im Programm hätte. Der Karl soll jedoch die preisbewusste Klientel ansprechen, die vor allen Dingen den Fokus auf die praktischen Seiten eines Autos legt und weniger auf schicke Individualisierungsoptionen oder leistungsstarke Motoren. Ganz konsequent offeriert Opel daher für den neuen Kurzen nur eine Motorisierung und auch die Anzahl der Ausstattungsversionen sowie der Optionen sind begrenzt.

Opels neues Einstiegsmodell
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Weniger als 10.000 Euro, 3,68 Meter lang. Das ist „Karl“, das neuste Modell des Autokonzerns Opel. „Obgleich er unser Produktangebot künftig nach unten abrundet, ist er ein echter Opel“, kündigt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann an. Sein Name lehnt sich an einen der Gründer der Marke an.

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Das Innenleben ist übersichtlich, ohne viel Schnick-Schnack. Dafür findet man integrierten Entertainment-System „IntelliLink“ aus dem Adam wieder. Auch im neuen Opel können also Apple iOS- und Android-Geräte angebracht werden Neumann: „Der Opel Karl ist das ideale Auto für preisbewusste Kunden, die Alltagstauglichkeit mit Komfort und modernen Technologien verbinden möchten.“

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Die zu beiden Seiten hochgezogene Chrom-Grillspangen mit Opelzeichen in der Mitte sorgen für das übliche „Lächeln“. Eigentlich ein typischer Opel, aber irgendwie doch ganz neu. Vor allem soll wohl der niedrige Preis von unter 10.000 Euro neue, jüngere Kunden anlocken. Jedenfalls sieht der Karl sehr hochwertig und dynamisch aus durch die großen Frontscheinwerfer und die Heckleuchten.

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Jedoch will Opel nicht nur mit Design trumpfen, auch die Technik stimmt: So haben die Hersteller einen 1.0 Ecotec-Benziner eingebaut. Dieser Motor verleiht dem Fahrzeug 75 PS. Außerdem ist ein Einliter-Dreizylinder eingebaut und ein sanftes Fünfgang-Schaltgetriebe.

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Damit dieses Modell auch innerstädtisch tauglich ist, gibt es ein paar Besonderheiten: Der City-Modus soll die Servolenkung erleichtern, auf Knopfdruck soll also das Rangieren im Straßenverkehr einfacher sein als vorher. Zudem helfen dem Fahrer ein Parkpilot und ein Geschwindigkeitsregler, sich in der Stadt besser zurecht zu finden. Kinderleichtes Fahren also; der Karl eignet sich vielleicht gerade für Anfänger.

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Der City-Modus: Perfekt für Anfänger. Trotzdem fehlt es dem Adam weder an Luxus noch an Komfort. Das beheizbare Lenkrad gibt dem Besitzer im Winter ein gemütliches Gefühl und im Sommer kann er einfach das Glas-Schiebedach öffnen.

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Optisch hat sich Opel am VW up! sowie dem etwas größeren Corsa orientiert. Preislich liegt er unter der Kategorie des Adam, wobei der Karl nur 75 PS hat. Opel soll eine mögliche Aufstockung auf 90 PS aber nicht ausschließen.

Für den Vortrieb sorgt ein neuer Einliter-Dreizylinder mit 55 kW/75 PS. Das Aggregat, eine Ableitung des bekannten Dreizylinder-Turbos, ist aber leichter und kommt im Karl ohne Turbounterstützung, Direkteinspritzung und Ausgleichwelle aus. Der Sauger hat wenig Mühe den nur 939 Kilogramm (Leergewicht) leichten Stadtfloh auf Trapp zu bringen – man sollte aber das serienmäßige Fünfgang-Getriebe eifrig nutzen, um die 96 Nm wachzukitzeln und munter zu halten. Die 75 PS reichen dann nicht nur für innerstädtische Fahrten, man kann sich auch auf die Autobahn trauen ohne als Schleicher enden zu müssen.

Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 170 km/h angegeben, der Standardspurt gelingt in geduldigen 15,5 Sekunden. Auffällig leise agiert der Dreizylinder bis ca. Tempo 100. Bei höheren Geschwindigkeiten meldet sich das typische Surren der drei Töpfe-Konstruktion. Straßenunebenheiten werden im Rahmen des knappen Radstands (2,39 Meter) weggebügelt.

Bleibt man fahrerisch im anspruchsreduzierten Bereich ist es nicht nur ruhig, auch der Verbrauch bewegt sich nahe des Normwerts. Diesen gibt Opel mit 4,5 Litern an (CO2-Ausstoß: 104 g/km), bei ersten Testfahrten zeigte der Bordcomputer 5,2 Liter an. Eine Start-Stopp-Automatik sowie ein automatisiertes Fünfgang-Getriebe werden ab Herbst erhältlich sein.

Der Karl ist wie seine Wettbewerber ein richtiges Stadtkind. Mit seinem Wendekreis von 9,5 Metern gelingen Rangiermanöver schnell. Und natürlich hat das Fahrzeug bei der Jagd nach Parkplätzen die Stoßstange vorn. Praktisch sind außerdem die serienmäßigen fünf Türen. Das heißt, der Einstieg auf die hinteren Plätze gelingt leicht. Insgesamt ist das Platzangebot recht ordentlich. Vorne ist das Raumgefühl großzügig, die Fondpassagiere sind jedoch auf das Wohlwollen der Vorderleute angewiesen.

Auch wenn drei Personen nicht wirklich ein bequemes Plätzchen auf der Rückbank finden, ist die Investition in die Dreierbank sinnvoll. Diese kann anders als die zweisitzige Standardbank im Verhältnis 1/3 zu 2/3 umgeklappt werden, man ist folglich bei der Verteilung Gepäck und Mensch flexibler.

Überraschend geräumig: Opel Karl

Apropos Kofferraum: Das Gepäckteil fasst in Normalstellung 195 Liter. Sollen Getränkekisten oder anderes sperriges Gut transportiert werden, lassen sich die Rücksitzlehnen umklappen. Dazu muss man allerdings etwas umständlich die Sitzkissen herausziehen und hochkant stellen, die eigentlichen Rückenlehnen können dann – nachdem man die Kopfstützen herausgezogen hat – umgelegt werden. Der Lohn der Mühe sind immerhin 1.013 Liter Ladevolumen.

Mit spitzer Feder gerechnet
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