Fahrbericht Skoda Superb Combi Das riesige Cleverle

Mit ihrem Kombi machen die Tschechen ihren Traum vom Raum wahr: Es gibt kaum eine Disziplin, in der der neue Superb in dieser Version nicht glänzt. Auch, wenn ein großer Wurf manchmal erstaunlich kleinlich sein kann.
  • Peter Weißenberg
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  • Spotpress
Fahrbericht: Skoda Superb Combi - Das riesige Cleverle Quelle: Skoda
Skoda Superb Combi

Der enorm aufgewertete größte Skoda macht auch seinem Konzernbruder Passat das Leben schwer.

So ein ganz kleines Fitzelchen von der Stoßstange ist zu sehen - ansonsten verdeckt der Testwagen fast komplett die Silhouette einer Mercedes E-Klasse, die auf dem Parkplatz am See hinter ihm steht. Vielleicht ist das ja nicht der einzige Grund, warum der Stuttgarter Daimlerfahrer den Skoda Superb neben ihm so aufmerksam mustert. Denn in seiner neuesten Generation, die ab 25.590 Euro mit dem 92 kW/125 PS starken 1,4-Liter-Benzinmotor zu haben ist, macht der Tscheche nicht nur von außen einiges her.

Wer sich für einen Kombi von 4,86 Meter Länge entscheidet, der träumt vom Raum. Der Skoda spielt nicht nur in dieser klassischen Domäne inzwischen in der Spitzengruppe mit. “Modularer Querbaukasten” heißt der Schlüssel zum Aufstieg des Superb auch in seiner Kombi-Variante.

Mit der Homogenisierung der VW-Konzernmarken unter dieser Plattform bekommen nun auch die Tschechen den vollen Zugriff auf Motoren, Infotainment- und Assistenzsysteme des Regals, aus dem auch Audi, VW oder Seat zugreifen. Notbremsassistent, Klima und einfache Multimediaanlage sind aber schon aufpreisfrei in der Basis.

Wirklich superb, der neue Skoda
Die Optik wird markanter
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Seit der Designstudie Vision C aus dem vergangenen Jahr hätte man es wissen können: Der neue Skoda Superb punktet mit seinem Aussehen. Bisher lagen die Stärken des größten Skoda in der Größe seines Innenraums und dem Preis-Leistungsverhältnis. Die Optik nahmen viele deswegen in Kauf. Jetzt steht der Superb so ansehnlich da, dass sogar der Begriff „Flaggschiff“ mühelos in die Tasten fließt ...

Auffällige Sicken und Kanten in der Linienführung
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750.000 Kunden können nicht irren. So viele Einheiten verkaufte Skoda von seinem Topmodell Superb seit 2001. Nun steht die Wachablösung von der aktuellen, zweiten, zur dritten Modellgeneration an. Das neue Flaggschiff der tschechischen VW-Tochter bietet mehr Platz, mehr Ausstattung, mehr Technik und sparsamere Motoren ...

Neue Leuchten an Front und Heck
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Nur in einem Punkt hält es der neue Superb mit seinem Vorgänger: Der Einstiegspreis orientiert sich am Preis des Vorgängers und wird so unter 25.000 Euro bleiben, wenn das Modell im Juni an den Verkaufsstart geht.

Auf der MQB-Basis des Passat aufgebaut
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2014 ging in die Firmenchronik als bisher erfolgreichstes Jahr ein. Erstmals konnte Skoda mit 1.050.000 Einheiten die Produktionsgrenze von einer Million Fahrzeugen knacken. Mit 5,9 Prozent Marktanteil hat sich die Marke in Deutschland als erfolgreichster Importeur längste deutlich von allen anderen Wettbewerbern aus dem Ausland distanziert. Das Erfolgsrezept ist eigentlich denkbar einfach. Skoda darf im gut bestückten Konzernregal alle technischen Komponenten zusammenstellen. Wie bei den Vorgängern basiert auch der neue Superb auf der gleichen Plattform wie der VW Passat.

Vorläufer-Studie Vision C
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Als vorgezogene Geschmacksprobe für die neue Formensprache des Superb präsentierte Skoda 2014 auf dem Genfer Automobilsalon den „Vision C“. Die Studie eines klassischen Coupés, die die prägenden Elemente der neuen Limousine unverkennbar andeutete. Klare Linien und eine markante Grillpartie vermitteln beim neuen Superb Souveränität und Wertigkeit ...

Frühe Superb-Entwurfszeichnung vin Skoda Design
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Nicht minder unverwechselbar fällt auch das Heck aus, das wieder eine riesige Klappe bietet, die oben an der Rückscheibe angeschlagen ist. Sie öffnet den Zugang zu einem mächtigen Gepäckabteil mit 625 Liter Volumen, das sich dank umklappbarer Rücksitze auf 1.760 Liter erweitern lässt. Da muss mach gestandener Mittelklasse-Kombi passen. Schönheit darf bei einem Skoda grundsätzlich nicht Leidensfähigkeit bei der Alltagstauglichkeit einzufordern.

Messerscharfe Bügelfalten
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Die scharf gezogenen Längslinien, die den Flanken des Superb und vor allem der Motorhaube ein beachtliches Profil verleihen, wecken Assoziationen an akurat gebügelte Maßkonfektion mit klassischem Touch. Obwohl in der Mittelklasse um VW Passat, Opel Insignia oder Ford Fusion und Co. positioniert, könnten Premiumautobauer ins Grübeln kommen, wenn sie an ihre Klassiker der gehobenen Mittelklasse wie Mercedes E-Klasse oder BMW Fünfer-Reihe neben einem neuen Superb stehen sehen

Motoren-Magerkost ist auch nicht mehr im Angebot bei Skoda. Zum einen, weil es bereits zum Marktstart am 26.September vier Benziner (von 125 PS bis 220 PS) und drei Diesel (120 PS bis 190 PS) gibt; allesamt direkteinspritzende Vierzylinder-Turbos, die den mindestens 1,4 Tonnen schweren Wagen über die 200-Stundenkilometer-Marke hieven.

Unerträgliche Mühen hat dabei keiner von ihnen - es geht nur zwischen gemütlich, flott und krachend zu. Die Kraftübertragung erfolgt mittels Sechsgang-Schaltgetriebe oder DSG (Sechs- oder Siebengang, Aufpreis: 2.000 Euro), auch Allradantrieb (Aufpreis ca. 1.800 Euro) ist für die Top-Motoren gegen Mehrpreis im Angebot.

Beim Heck verschenkt der Superb etwas Raum - er kann es sich leisten Quelle: Skoda
Beim Heck verschenkt der Superb etwas Raum

Er kann es sich leisten

In jedem Fall fühlt sich dieser große Kombi auf der Straße so an, wie vor wenigen Jahren gerade einmal eine stattliche Limousine der Oberklasse: absolut präzise und mit viel Fahrbahnkontakt in der Lenkung. Mit Fahrwerksverstellung DCC (910 Euro Aufpreis) geht’s noch ausgewogener.

Dazu kommt ein sehr angenehmes Geräuschniveau - auch, wenn sich der Basis-Benziner wohl mit einem vollgepackten Superb schon mal anstrengen muss oder der starke Diesel beim Kickdown die Muskeln spielen lässt. Dass sich auch dieser große Wagen behände wie ein wesentlich kompakteres Fahrzeug bewegen lässt, ist sicher ein Verdienst der Konzernplattform.

Dabei muss es nicht immer Diesel sein. Der 150 PS starke 1,4-Liter-TSi mit Zylinderabschaltung (ATS) ist ein Geheimtipp für Benziner-Freunde. Mit DSG und 250 Newtonmetern Drehmoment macht er durchaus Spaß - und weil er beim sanften Gleiten zwischen 1.400 und 4.000 Umdrehungen zwei Zylinder stilllegt, kommt er mit deutlich weniger als sieben Litern über die Runden.

Im Juli kommen noch zwei neue Benziner: ein 1,8-Liter mit 132 kW/180 PS und der Zweiliter mit 206 kW/280 PS - letzterer stets inklusive DSG, Allrad und Vorfahrt bis zu 250 Stundenkilometer.

Kurzcharakteristik:
Warum?Weil Raum mehr als ein Traum sein kann
Warum nicht?Weil ein Schiff auch einen ausreichend großen Hafen braucht
Was sonst? Die Kombis von Ford Mondeo, Opel Insignia, Mazda6, VW Passat … und warum nicht Mercedes E-Klasse?

Eine rein tschechische Leistung ist das gelungene Design, dass beim Superb aus einer dynamischen Front mit großem Kühlergrill und scharfen Bügelfalten fließend in einer deutlich abfallenden Dachlinie Richtung Kombiheck mündet. Das kostet etwas Laderaum - aber der Skoda kann sich das ja leisten; zugunsten eines etwas nobleren Abschlusses, wie wir ihn sonst eher aus Ingolstadt kennen.

Die Preisliste startet bei 25.590 Euro Quelle: Skoda

Die Preisliste startet bei 25.590 Euro

Trotzdem sind 660 bis 1.950 Liter mehr als genug Platz zur Selbstverwirklichung im Baumarkt oder Möbelhaus. Die niedrige Ladekante und der ein Meter breite Zugang erfreuen dabei die Bandscheiben. Darum sind 90 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Superb Kombis.

Kleinlich ist nur, dass sich Skoda einen variablen Ladeboden mit 220 Euro extra zahlen lassen; in der Einstiegsvariante ist der erst gar nicht zu haben. Ohne aber bleiben im großen Laderaum stets zwei Stufen beim Packen. Das geht noch superber.

Räkeln im Fond
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1 Kommentar zu "Fahrbericht Skoda Superb Combi: Das riesige Cleverle"

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  • Alles gleich bei VW. Würde man die Kühlermasken und Heckklappen samt der Logos weglassen, wüßte man nicht, ob es ein Passat, ein A4/6 oder eben ein Skoda ist. Warum die sich den Luxus leisten, drei praktisch identische Fahrzeuge an mehreren Standorten zu bauen, weiß keiner - treibt doch nur die Preise nach oben. Würde sich VW wieder auf VOLKS-Wagen konzentrieren, die Oberklasse Audi überlassen und im Skoda-Werk Gölfe und Polos produzieren, an die man Skoda-Logos pappt, dto. bei Seat, wäre allen geholfen.

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