Fahrbericht VW Golf Sportsvan Darf es auch etwas mehr sein?

Volkswagen ersetzt den Golf Plus und nennt den Nachfolger Sportsvan. Der ist tiefer, länger und geräumiger als das Vorgängermodell und natürlich sparsamer. Außerdem bietet das Golf-Derivat manche technische Schmankerl.
  • Patrick Broich
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Fahrbericht: VW Golf Sportsvan - Wenn es etwas mehr sein soll Quelle: vw

VW Golf Sportsvan: Der passt zu Fahrern, die schlicht und ergreifend ein funktionales und geradlinig gezeichnetes Auto möchten.

(Foto: vw)

Wenn Technikvorstand Heinz-Jakob Neußer schon über Design spricht, sollte man aufhorchen, denn das macht er Regel nicht. Neußer betont, der Sportsvan sei sportlicher geworden als der Vorgänger Golf Plus und weist auf die markante „Charakterlinie“ in der Flanke hin.

Und nicht nur das: Die Scheinwerfer sind viel konturierter als früher, und die Silhouette wirkt dank vier Zentimeter niedrigerer Dachlinie und elf Zentimeter längerem Radstand gestreckter. Doch richtig drahtig ist der zwischen 19.625 Euro (1,2 TSI mit 63 kW/85 PS) und 28.350 Euro (2,0 TDI mit 110 kW/150 PS) teure Sportsvan nicht.

Stattdessen gefällt der laut Hersteller um 20 Prozent sparsamer gewordene Van (3,6 bis 5,6 l/100 km) durch seine komfortable Note. Christian Schulz aus der Gesamtfahrzeug-Entwicklung bestätigt eine im Vergleich zur Golf-Limousine kommodere Abstimmung der Dämpfereinheit.

Dieser Einschlag wird vor allem beim Überfahren kurzer Wellen deutlich – die Passagiere bleiben weitgehend von den Unbilden des Straßenzustands verschont. Lange Autobahnverwerfungen pariert der Niedersache mit sanftem Nachschwung und beweist damit Gleiter-Qualitäten.

Ganz Van-tastisch, oder nur ein Seniorenauto?
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Volkswagen hat mit dem Golf Sportsvan den Nachfolger des Golf Plus vorgestellt. Und die Latte für diese Golf-Variante liegt hoch: Vom Vorgänger hatte Volkswagen insgesamt 900.000 Fahrzeuge (2005 - 2014) absetzen können, davon alleine 500.000 in Deutschland.

Mit Hilfe des Namenswechsels will der Autobauer das Modell auch in weiteren Ländern besser positionieren. Die Preise für den kleinen Benziner mit 63 kW / 85 PS starten bei 19.625 Euro ...

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Auch der Golf Sportsvan basiert nun auf der Architektur des modularen Querbaukastens (MQB), wodurch der Neue ein dynamischeres Fahrverhalten mitbekommt. Sein Radstand wuchs um 107 Millimeter auf 2.685 Millimeter. Somit ist der Sportsvan länger als der Golf, aber kürzer als der Golf Variant.

Angenehm ist, dass er nur acht Millimeter breiter ist als seine beiden Brüder. In der Höhe blieb er auf dem Niveau seines Vorgängers.

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Die Silhouette des Golf Sportsvan wirkt trotz der größeren Höhe gestreckt. Stilprägend sind die langen Glasflächen mit zwei zusätzlichen Fenstern (im Bereich der A- und D-Säule), die scharf gezeichnete Charakterlinie mit den dort außergewöhnlich präzise integrierten und die extra für ihn entworfenen Türgriffe.

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Das Interieur mit einer um 180 mm in der Länge verstellbaren Rücksitzbank ist sehr variabel. Der Sportsvan bietet ein großes Stauvolumen von bis zu 1.520 Liter, soll aber einen sportlicheren Charakter haben als der Vorgänger.

Ein Plus an Höhe ermöglicht nach oben hin nicht nur mehr Stauraum, sondern bietet auch das von vielen Nutzern dieser Baureihe geschätzte Plus an Sitzhöhe. Der mit zwei Sitzreihen ausgestattete Wagen ist aber flacher (-56 mm ohne Dachreling) und kürzer (-59 mm) als ein Touran mit seinen bis zu drei Sitzreihen.

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Die erhöhte Sitzposition verschafft dem Fahrer nicht nur einen bequemen Einstieg sondern auch einen guten Überblick über sein Fahrzeug. Das Cockpit ist klar gegliedert.

Die Materialien im Innenraum sind sehr wertig und gut verarbeitet, so wie man es von Autos der Marke kennt.  

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Die Hinterbänkler finden erfreulich großzügigen Raum vor, der bei ihnen typische Van-Gefühl aufkommen lassen dürfte.

Golf VII-Niveau herrscht in puncto Fahrerassistenz
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Golf VII-Niveau herrscht in puncto Fahrerassistenz ...

Dazu passen auch der geräumige Innenraum sowie neue Komfort-Gimmicks, zu denen beispielsweise eine Lenkradheizung sowie ein Massagesitz gehören. Der verlängerte Radstand kommt nahezu 1:1 der Beinfreiheit im Fond zugute, erklärt Schulz. Selbst größere Insassen stoßen mit ihren Knien kaum an die Vordersitzlehnen.

Je nach Bedarf kann die Rückbank getrennt verschoben werden, um entweder mehr Kofferraumvolumen zu schaffen oder die Beinfreiheit zu erhöhen. Wer die Lehnen umklappt (kann asymmetrisch erfolgen), bekommt bis zu 1.520 Liter Stauvolumen – immerhin 70 Liter mehr als beim verflossenen Modell.

Nur beim Thema Ablagen kann der Sportsvan nicht so recht punkten; es fehlt an pfiffigen Boxen, das löst der französische Wettbewerb mitunter besser. Dafür genügt die Verarbeitungsqualität dem gewohnten Volkswagen-Standard: Sämtliche Taster klicken präzise, gleiches gilt für die Drehregler der Klimaautomatik.

Der Instrumententräger besteht in sicherheitstechnisch vorbildlicher Weise aus einem nachgiebigen Werkstoff. Auch dem Auge wird etwas geboten. Die Architektur präsentiert sich nämlich akkurat und aufgeräumt, was der Bedienung entgegen kommt. Die großflächigen Täfelungen mit Klavierlack-Paneelen in den Testwagen wirken stilsicher. Eine wohldosierte Balance aus Knöpfchen und Menü beugt gegen unnütze Stunden mit der Gebrauchsanweisung vor.

Bei den Aggregaten gibt es keine Überraschung – die üblichen Hubraum- und Leistungsstufen des Golf tun auch im nützlichen Sportsvan ihren Dienst. Und da dieser analog zu den restlichen Familienmitgliedern jetzt ebenfalls auf dem modularen Querbaukasten fußt, soll eine Gewichtsersparnis von bis zu 90 kg zustande kommen. Die ersten Probefahrten mit der 1,4 Liter großen Otto-Ausführung sowie dem 2,0-Liter-Diesel bescheinigen dem Multifunktionsvehikel ein spritziges Naturell.

Praktischer Pieper fürs Ausparken
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