Fahrbericht: VW Golf VII Facelift Jetzt wird er digital

Volkswagen renoviert den Golf. Zwar bleibt außen (fast) alles beim alten, doch im Cockpit startet Europas Bestseller bei der Digitalisierung durch. Erstmals gibt es virtuelle Instrumente und eine Gestensteuerung.
  • Michael Specht
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Fahrbericht: VW Golf - Er wird digital Quelle: vw
Fahrbericht: VW Golf VII Facelift

ei den Assistenzsystemen dürfte der Wolfsburger die Messlatte im Segment um ein weiteres Stück nach oben gelegt haben

(Foto: vw)

Er ist und bleibt trotz hoher Preise (ab 17.850 Euro) nicht nur das Lieblingsauto der Deutschen, er ist auch nach wie vor das wichtigste Produkt des Volkswagen-Konzerns: der Golf. Vergangenes Jahr wurden allein in Deutschland 236.000 von ihm neu zugelassen, fast viermal mehr als vom Opel Astra oder siebenmal mehr als vom Ford Focus.

Das mag eindrucksvoll klingen, doch 2015 entschieden sich bei uns sogar noch 15 Prozent mehr Kunden für die Wolfsburger Ikone. Der zweistellige Rückgang hängt einmal mit dem fortgeschrittenen Alter des Golf zusammen. Er kam im November 2012 in siebter Generation auf den Markt. Zum anderen aber sicher auch mit dem hausgemachten Schummel-Skandal bei den Dieselmotoren. Ohne Absatzeinbußen kommt man aus solch einer Nummer selten heraus.

Was Audi im A3 „Virtual Cockpit“ nennt, heißt bei der Mutter Volkswagen „Active Info Display“ (665 Euro).  Quelle: vw
Blick in den Innenraum

Was Audi im A3 „Virtual Cockpit“ nennt, heißt bei der Mutter Volkswagen „Active Info Display“ (665 Euro).

(Foto: vw)

Daher galt es für die Wolfsburger Autobauer, ihren Bestseller im Rahmen eines Facelifts so modern wie möglich zu gestalten, um im Segment die Pole Position zu verteidigen. Die Konkurrenz ist groß. Ein dutzend Hersteller tummelt sich mittlerweile in der Kompaktklasse, und jeder möchte ein möglichst dickes Stück vom Kuchen haben.

Volkswagen spricht bei der Modellüberarbeitung intern von einer PA (Produktaufwertung). Ans Blech ging man dem Golf dennoch nicht. Dies wäre schlicht zu aufwendig, weil millionenteure Presswerkzeuge nötig wären. Und für die restliche Laufzeit – der Golf 8 soll bereits 2019 erscheinen – lohnt eine solche Investition nicht.

Also bleibt es wie üblich bei den Erneuerungen der Anbauteile. Hierzu zählen in aller Regel die Stoßfänger, der Grill und die Scheinwerfer. Letztere erhielten eine neue Lichtsignatur. Die Tagfahrlichter wirken optisch wie eine Verlängerung der Chromleiste im Kühlergrill. Neu sind Voll-LED-Scheinwerfer. Sie lösen die Xenonlichter ab, sind aber erst in den höheren Ausstattungslinien serienmäßig. Dafür haben alle Varianten ab Werk jetzt LED-Rückleuchten.

Spätestens nach dem Reinsetzen merkt der Golf-Fahrer: Hier hat sich was geändert. Zwar behielt das obere Armaturenbrett seine Form, doch ein riesiges Display (9,2 statt 8,0 Zoll) und eine Schalterleiste unter Glas weisen unmissverständlich den Weg in die digitale Neuzeit.

Vorgestellt hatte VW den großen Bildschirm bereits vor über einem Jahr auf der Consumer Elektronik Messe CES in Las Vegas. Jetzt kommt der Kunde in den Genuss der neuen Technik, vorausgesetzt er bestellt die Topversion des Infotainment-Systems, genannt: Discover Pro (2.385 Euro). Integriert ist dann unter anderem eine Gestensteuerung.

Optisch hat sich wenig getan Quelle: vw
Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf

Optisch hat sich beim Facelift der Generation VII wenig getan

(Foto: vw)

„Wir sind damit die ersten im Kompaktsegment“, ist Elektronik-Ingenieur Kai Höbrink stolz. Bislang reagieren nur der Siebener und Fünfer BMW auf Handbewegungen. Allerdings ist die Bedienvielfalt beim Golf sehr eingeschränkt. Lediglich die Auswahl der Musiktitel oder des Radiosenders kann per Geste gesteuert werden.

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