Ford Mustang Cabrio Der amerikanische Freund

Auf dem Ponyhof herrscht Partylaune: Nach 50 Jahren bringt Ford den neuen Mustang zum ersten Mal offiziell nach Deutschland - und das gleich im Doppelpack.
Kommentieren
  • dpa
Der Mustang wird nach 50 Jahren zum ersten Mal offiziell in Deutschland angeboten. Quelle: PR
Das lange Warten hat ein Ende:

Der Mustang wird nach 50 Jahren zum ersten Mal offiziell in Deutschland angeboten.

(Foto: PR)

BerlinWenn Ford Köln mit der Auslieferung der neuen Mustang-Generation beginnt, gibt es den US-Volkssportwagen nicht nur als Coupé, sondern saisongerecht auch als Cabrio. Obwohl die Preise wegen der Wechselkurse noch vor dem Start um 2.000 Euro nach oben korrigiert wurden, ist der Mustang für mindestens 37.000 Euro mit und ab 41.000 Euro ohne Dach - gemessen an der Konkurrenz aus Deutschland - noch immer ein Schnäppchen.

Dabei lockt er zunächst mit den typischen Reizen eines Muscle-Cars: Der wütende Blick zu allem entschlossen, die Haube lang, die Kotflügel weit ausgestellt und das Heck so lasziv wie die Kehrseite eines Pin-Up-Girls. Mögen sie in Italien die rassigeren Sportwagen bauen und in Deutschland die präziseren: Mehr Leidenschaft lässt sich kaum ins Blech pressen. Erst recht nicht zu diesem Preis.

Was der neue Mustang im Detail bietet
A 2015 model of a Ford Mustang is seen in this undated handout photograph provided by Ford Motor Co
1 von 22

Es ist die Idee, aus einem globalen Konzern auch nach innen eine Einheit zu machen. Unter dem Namen "One Ford" will der US-Autobauer die Einheiten in den USA, in Europa und in Asien zusammenfassen. Die Ursprungsidee dazu hatte Gründer Henry Ford schon im Jahr 1925. Dass es in der Vergangenheit anders war, lag an den unterschiedlichen Anforderungen, die die Märkte in den USA und in Europa an das Unternehmen stellten.

Jetzt soll sich vieles ändern, kündigte Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes an. "Früher haben wir Synergien verloren, das soll künftig anders sein", sagte er kürzlich auf dem Handelsblatt Auto-Gipfel. Einheitlich will man weltweit bei Forschung, Entwicklung und Fertigung vorgehen, eine globale Plattformstrategie soll dabei helfen ...

huGO-BildID: 34128078 This undated image provided by Ford shows the 2015 Mustang. Ford will reveal the new Mustang on Thursday, Dec. 5, 2013, at eve
2 von 22

Das hat dann unter anderem in der Modellpolitik weitreichende Folgen. Der Ford Mustang etwa wird zeitgleich auch in Europa angeboten werden. Dafür soll dann der europäische Transporter Transit demnächst gleichfalls in den USA verkauft werden. Den neuen Mustang, sprichwörtlich das Paradepferd amerikanischer Muscle-Car-Tradition, stellte Ford in einer global synchronisierten Weltpremiere am 5. Dezember 2013 zeitgleich in sechs Städten auf vier verschiedenen Kontinenten vor: New York, Los Angeles, Dearborn, Barcelona, Shanghai und Sydney.

image-574944-galleryV9-kfbx
3 von 22

Ganz auf den Fahrer ausgerichtet wird das Cockpit, Ford spricht von "eindeutig gestalteter Instrumentierung" sowie ergonomisch, berührungsfreundlichen Schaltern und Reglern. Neu konstruiert wurde das Breitspurfahrwerk der Hinterachse, eine der Voraussetzungen für mehr Schulter- und Beckenfreiheit innen sowie ein Gepäckabteil, in das auch zwei Golfbags locker hineinpassen.

Aber einen Mustang erlebt man natürlich in erster Linie durch Fahr- und Klangeigenschaften. Ford will mit einem optimierten Fahrwerks-Layout "sogar die hohen Erwartungen der besonders anspruchsvollen europäischen Kunden erfüllen", und in Sachen Auspuffsound dürfen die sich auf den 5,0-Liter-V8-Motor mit 426 PS und einem Drehmoment von mehr als 529 Newtonmeter freuen.

image-574955-galleryV9-tvvf
4 von 22

Der Einstieg fällt allerdings mager aus, V8- und V6-Fans werden das nicht mögen: Der neu entwickelte Ecoboost-Motor ist ein Reihenvierzylinder und hat 2,3 Liter Hubraum. Natürlich werden dank moderner Technologie - Turboaufladung und Benzin-Direkteinsprotzung - Verbrauchseffizienz gesteigert und CO2-Emissionen gesenkt.

Aber Traditionalisten werden zunächst anzweifeln, was Chefkonstrukteur Dave Pericak verspricht: "Der EcoBoost-Motor liefert genau das, was Ford Mustang-Fahrer erwarten: ein ebenso kraftvolles wie gleichmäßiges Drehmomentmaximum, das jederzeit zur Verfügung steht, wenn der Fahrer zum Überholen ansetzt oder sich auf einer kurvenreichen Strecke befindet." Erste Fahrpräsentationen dürften bald Aufschluss bringen.

A 2015 model of a Ford Mustang is seen in this undated handout photograph provided by Ford Motor Co
5 von 22

Tatsächlich bringt der 2,3-Liter EcoBoost-Turbo des neuen Ford Mustang eine Motorleistung von 227 kW (309 PS) und ein maximales Drehmoment von mehr als 400 Nm. Egal, für welche der beiden Motorisierungen sich die Mustang-Käufer entscheiden, V8 oder EcoBoost-4-Zylinder: Sie haben die Wahl zwischen einem manuellen 6-Gang-Getriebe (Serie) oder einer Automatik mit ebenso vielen Vorwärtsgängen (Option). Dank ihrer Schaltwippen am Lenkrad empfiehlt sich das Automatikgetriebe auch für sportlich orientierte Fahrernaturen.

GoFurther-FordMustang
6 von 22

Ein neues, speziell für den Mustang abgestimmte ESP soll hohen Fahrspaß mit großen Stabilitätsreserven verbinden. Es greift unter anderem auf die Fahrdynamik-Regelung Torque Vectoring Control zurück, die - einer Differenzialsperre ähnlich - die Motorleistung bevorzugt jenem Antriebsrad zuführt, das über den besten Grip verfügt.

Wer die Leistungsfähigkeit seines Mustang GT auf einer Rennstrecke ausprobieren möchte, dem bieten die Automatikversionen serienmäßig eine "Launch Control" an: Sie ermöglicht perfekte Startmanöver und schont gleichzeitig die Mechanik.

Der neue Ford Mustang: Aufregendes Design
7 von 22

Fans des Ford Mustang Cabriolets dürfen sich zusätzlich auf ein mehrschichtiges Stoffverdeck freuen, das ab Werk für einen hohen Geräuschkomfort im Interieur sorgt. Schlank hinter den Rücksitzen gefaltet, gibt es auch bei geöffnetem Dach ein erfreuliches Bild ab.

Amerikanisch sind auch Ambiente und Ausstattung - im Guten wie im Schlechten. Im Guten, weil der Mustang selbst in der Basisversion viele Extras wie einen Tempomat, eine Klimaautomatik und Xenon-Leuchten bietet. Auch weil er ein geräumiges Auto ist.

Und weil sich die Designer ein paar augenzwinkernde Scherze erlaubt haben. So leuchtet einem auf dem Asphalt bei Nacht das Mustang-Logo entgegen, die Schalterleisten sehen aus wie im Flugzeug-Cockpit, und der Tacho ist nicht mit Meilen oder km/h überschrieben, sondern wie im Kampfjet mit „Groundspeed”.

Und im Schlechten, weil die deutlich verbesserte Materialauswahl und Verarbeitungsqualität noch immer keine europäischen Standards erfüllt. Und weil das Cabrioverdeck eine ziemlich nachlässige Konstruktion ist: Selbst wenn die Amerikaner irgendwann noch ein Windschott nachreichen, passt es zum Beispiel nicht mehr in die Zeit, dass sich die elektrische Stoffmütze nur bis kurz jenseits der Schrittgeschwindigkeit öffnen lässt.

Beide haben eins gemeinsam: Sie überzeugen mit den Reizen eines Muscle-Cars. Quelle: PR
Der Ford Mustang ist als Coupé und Cabrio erhältlich.

Beide haben eins gemeinsam: Sie überzeugen mit den Reizen eines Muscle-Cars.

(Foto: PR)

Was die Geräuschdämmung angeht, kann der Mustang mit einem Audi A5 oder einer offenen Mercedes E-Klasse auch nicht mithalten. Aber erstens ist er dafür ja auch ein paar Tausender billiger. Und zweitens genießt man so ein Auto ohnehin die meiste Zeit offen. Selbst wenn es bei uns öfter regnet als auf der Route 66 hat man am Steuer des Mustang Cabrios doch nur California Dreamin' im Sinn.

Während der Auftritt durch und durch amerikanisch ist, kommt der neue Mustang den europäischen Vorstellungen unter dem Blech näher denn je. Aber auch das hat seine guten und schlechten Seiten. Für die Europäisierung spricht das zeitgemäße Fahrwerk.

Auf den zweiten Blick punktet der Mustang aber mit seinen Extras. Quelle: PR
Schaut man in den Innenraum, fallen einem zunächst die mäßige Materialauswahl und Verarbeitung auf.

Auf den zweiten Blick punktet der Mustang aber mit seinen Extras.

(Foto: PR)

Denn mit Einzelradaufhängung statt Starrachsen und einer überraschend präzisen Lenkung kann man den Mustang jetzt nicht mehr nur unter den strengen amerikanischen Tempolimits und auf den schnurgeraden Highways bewegen, sondern ihn auch mit großem Vergnügen über kurvige deutsche Landstraßen treiben. Aber dagegen spricht, dass die Amerikaner glauben, sie müssten den Europäern einen Vierzylinder bieten.

Warum Pony reiten, wenn man ein Wildpferd haben kann?
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Ford Mustang Cabrio - Der amerikanische Freund

0 Kommentare zu "Ford Mustang Cabrio: Der amerikanische Freund"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%