Astra OPC im Handelsblatt-Autotest Der Opel mit dem Turbo-Boost

Jeder Popel fährt 'nen Opel. Das war einmal. Die Zeiten des Kadetts sind vorbei. Opel ist längst keine Marke mehr für Opas. Glauben Sie nicht? Dann fahren Sie mit uns eine Runde im schnellsten Opel aller Zeiten.
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Mit 280 PS ist der OPC der bislang stärkste Astra. Quelle: Sebastian Schaal

Mit 280 PS ist der OPC der bislang stärkste Astra.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfEin bisschen komme ich mir vor wie Michael Knight. Sie wissen schon, der aus Knight Rider, gespielt von David Hasselhoff. Immer wenn es brenzlig wurde, hatte der eine Taste im Auto, den „Turbo Boost“. Auf Knopfdruck hob der Wagen ab, flog in hohem Bogen durch die Luft, über alle Hindernisse hinweg, und landete halbwegs sanft auf der anderen Seite. So ein Knöpfchen gibt es auch im Opel Astra. Nur dass es nicht „Turbo Boost“, sondern „OPC“ heißt. Genau genommen handelt es sich nicht um einen ganz normalen Astra, sondern um einen Astra OPC.

Mit dem Kürzel OPC bezeichnet Opel seine hochgezüchteten Sportmodelle. Es steht für Opel Performance Center und soll zeigen, was Opel alles kann. Beim Astra OPC sind das 280 PS, 400 Newtonmeter, sechs Sekunden von 0 auf 100, 250 km/h in der Spitze. Und nicht zu vergessen: die OPC-Taste.

Als ich die Taste zum ersten Mal bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn betätige, sehe ich buchstäblich rot. Die Beleuchtung der Instrumente springt von weiß auf rot um (schöner Effekt, gerade bei Dunkelheit). Auch unterm Hintern spüre ich, was ich entfesselt habe: Das Fahrwerk wird straffer, um nicht zu sagen bretthart, die Lenkung reagiert direkter, das Gaspedal spricht schneller an, der Motor dröhnt noch lauter.

Im OPC-Modus leuchten die Instrumente rot. OPC steht für "Opel Performance Center". Quelle: Sebastian Schaal

Im OPC-Modus leuchten die Instrumente rot. OPC steht für "Opel Performance Center".

(Foto: Sebastian Schaal)

Unwillkürlich spanne auch ich mich an, stemme mich in den Schalensitz, fasse das Lenkrad fester. Jetzt ist höchste Konzentration angesagt. Die Tachonadel klettert schnell. 180, 200, 220. Es ist ein Gefühl, wie kurz vor dem Abheben. Zum Glück bleibt der Wagen – anders als der Knight Rider - dann doch auf dem Boden und lässt sich dabei immer noch erstaunlich präzise steuern.

Von einem Opel überholt zu werden, scheinen die Fahrer in den Oberklasse-Limousinen nicht gewöhnt zu sein. Mancher schaut verdutzt, als er bemerkt, wem er da Platz machen muss. Herrlich.

Auf der Nordschleife schneller als die Konkurrenz
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13 Kommentare zu "Astra OPC im Handelsblatt-Autotest: Der Opel mit dem Turbo-Boost"

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  • Und warum diese Autohersteller bereits heute in dieser Liga spielen, ist einfach zu erklären. Vor 10 Jahren haben sich nur wenige Ingenieure ins Ausland verirrt. Auch die Kooperationen zwischen den einzelnen Herstellern waren bei Weitem nicht so ausgeprägt (MERCEDES - NISSAN, MERCEDES - RENAULT, INFINITI - MERCEDES, TOYOTA - BMW, usw.). Das Wissen und know-how wird also hin- und hergeschoben. Wussten Sie, dass der MINI von PEUGEOT-Motoren angetrieben wird (nicht jeder MINI^^), oder das der FORD S-MAX seine Kraft dem 5-Zylinder des VOLVO zu verdanken hat. Ich kann Ihnen da so Einiges aufzählen.

  • Hallo sieg-fried,

    sagen Sie bitte, welches Fahrzeug Sie aktuell fahren, wenn das kein Geheimnis ist?

    Wenn Sie die Testberichte der letzen 3 Jahre gelesen haben, müsste Ihnen doch aufgefallen sein, dass OPEL gut bis sehr gut abschneidet. Überfrachtetes Cockpit und schlechte Motoren lasse ich nicht gelten.

    Man kann heutzutage nicht mehr nur auf seine Erfahrungen setzen, zumindest nicht im Fahrzeugbau. HYUNDAI und KIA beweisen es. Vor wenigen Jahren noch unzumutbar, scheinen diese Fahrzeuge heute eine sehr gute Alternative für ehemalige OPEL- und VW-Besitzer zu sein. Soll heißen, HYUNDAI und KIA spielen bereits in dieser Liga.

  • Der Opel ist ein absolut gelungens Fahrzeug. Es ist Opel mit dem neuen Astra OPC absolut gelungen einen sehr sportlichen Wagen zu einem sehr fairen Preis auf den Markt zu bringen. Das so ein Fahrzeug kein Sparwunder ist wird jedem normalen Menschen klar sein - wer den Euro 2 x umdrehen muß sollte sich ein weniger stark motorisiertes Model holen.

    Zu den Kommentaren von MHE und sieg-fried: was für ein überaus dummes Geschreibe.

  • Hallo sieg-fried,

    der Wagen ist doch mega! Allein die Optik - sportlich, maskulin, dynamisch. Den OPC würde ich einem GOLF immer vorziehen. Ich bin Student, und vllt. steh ich deshalb OPEL so neutral gegenüber. Aber wir wissen alle nur zu gut, dass Qualität heute nicht mehr das ist, was sie vor 30 Jahren war.
    OPEL baut bewiesenermaßen gute Autos. Siehe DEKRA Gebrauchtwagenreport. Also durchaus mal seine Vorurteile und seine Imageangst ablegen.

    Komischerweise kenne ich viel mehr negative Beispiele anderer deutscher Hersteller.

  • Im letzten Test war der Wagen der mit Abstand schwerste und durstigste. Daher auch nicht wirklich sportlich - weder ums Eck noch auf der Geraden.

    Und so ein Flop beim angeblichen Spitzenmodell, das eigentlich besonders hell strahlen sollte

    Opel - die bekommen es überhaupt nicht mehr hin.

    Und die Geier kreisen bereits übers Unternehmen. Wahrscheinlich schmeckt nicht mal denen der Laden.

  • Ich habe in der ersten Hälfte der 90iger Jahre einen neuen Opel Calibra Turbo 4x4 gefahren. Das war ein richtiges Sportcoupé welches schon fast die Fahrleistung des OPC erreichte (viele Turbos schafften 250+ km/h). Das hat so manchen Porschefahrer frustriert ;)

    Und das war vor 20 Jahren! Leider hat Opel nie einen Nachfolger auf den Markt gebracht und dabei war der Calibra gar nicht mal so unvernünftig mit 4 ordentlichen Sitzen und einem angemessenen Kofferraum. Außerdem sah er für die damalige Zeit auch sehr gut aus - man vergleiche den mal mit einem Corrado...

    Heute versucht Opel einen Astra in einen Rennwagen zu mutieren. Von den Fahrwerten und dem Fahrwerk mag das ja noch gelingen, aber optisch ist das für mich leider eine Zumutung.

    Opel muss einfach ein bisschen mehr Stil in das Design bringen und den Mut haben, mal wieder schöne Autos zu bauen...

  • Genau hans,
    der MHE scheint auch jemand von der Sorte Opelhasser zu sein. Ich weiß gar nicht wo das herrührt. In den 90igern hat Opel Miese Qualität geliefert und war neben VW (mit Golf 3 gings los) damit Vorreiter. Mercedes hat dann Anfang des neuen Jahrtausends mit schlechter Qualität bei seiner E-Klasse nachgezogen.
    Aber wenn ich Opel doof finde, brauche ich ja keinen kaufen, da es noch viele tolle andere Autos gibt. Heißer Tipp: Hyundai werden die Toyotas dieser Dekade.
    Das ist Marktwirtschaft.
    Oder handelt es sich bei MHE etwa nur um einen vom Opel-Wettbewerb bezahlten Studenten, mit dem Auftrag, Schlechtes über Opel im Netz zu verbreiten?!

  • MHE Sie haben keine Ahnung. In einem Test bei dem ein Opel Astra und ein VW Golf nach 100 000 km in Einzelteile zerlegt worden sind war der Opel in besserem Zustand. Innenraum wie neu während der Golf schon deutliche Gebrauchsspuren hatte. Und 6.8 Liter erreicht ein BMW mit dieser Leitung nur mit sanftem Gasfuss und das erst noch ohne Benzinmotorsound ;)

  • Es gibt auch BMW's mit mehr Kofferraum, 580 Nm und 6,3 sec. von 0 auf 100 ... und das bei 6,8 l / 100 km. Da kommt dann schon ein Sechszylinder unter die Haube. Ist wahrscheinlich grundsätzlich teurer. Macht aber auch Spass wenn man will und ist Umwelt- und Alltagstauglicher. Vor allem wird der nicht klappern, aber der Opel wird klappern. Und nach 300.000 km sieht der Opel sicher schlechter aus, als andere - leider teurere - Konkurenten. Opel kann gute Autos bauen, aber das da ist kein gutes. Nur für den kurzen Moment des Testens. Im längeren Alltagsbetrieb ist so ein Auto nur nervig.

  • Warum sollen denn nur Porsche, Mercedes, Audi, Bmw und VW unvernünftige Autos bauen dürfen, die Spaß machen.
    Opel kann das auch.

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