Audi TT im Handelsblatt-Test Geld oder Liebe

Seit meiner Schulzeit träume ich von einem Audi TT. Doch auch die schönsten Träume können an der Realität zerschellen. Damals wie heute. Eine Testfahrt mit viel Gefühl. Und mit Taschenrechner.
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Wenn man schon seit der Schulzeit vom Audi TT träumt, der 1998 auf den Markt kam, dann wird es mit der neuen, dritten Generation höchste Zeit, die Leidenschaft noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Quelle: Frank G. Heide
Das Objekt der Begierde

Wenn man schon seit der Schulzeit vom Audi TT träumt, der 1998 auf den Markt kam, dann wird es mit der neuen, dritten Generation höchste Zeit, die Leidenschaft noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

(Foto: Frank G. Heide)

DüsseldorfManchmal beginnt eine Liebe mit einer Hausaufgabe. So war es jedenfalls mit dem Audi TT und mir. Unser BWL-Lehrer hatte uns aufgetragen, unser Traumauto zu durchzukalkulieren. Als zufriedener, aber anspruchsloser Besitzer eines VW Polos streifte ich durch die Autohäuser der Kleinstadt, auf der Suche nach einem Wagen, der diesem Anspruch gerecht werden könnte. Und plötzlich stand er da: ein Audi TT, erste Generation. Ein Roadster. So unvernünftig. So schön. Ein Auto, das schon damals aus der Rolle fiel.

Schnell wurde ein Angebot beim ungläubig auf den damals 18-jährigen Käufer schauenden Autohändler eingeholt. Dann ging es an den Taschenrechner, der rasch die ernüchternde Einsicht lieferte: Dieses Auto werde ich mir nicht leisten können. Nicht einmal mit dem bald in Aussicht stehenden Gehalts eines Zivildienstleistenden. Und so wurde die Flamme der jugendlichen Leidenschaft von den nüchternen Zahlen erstickt, erlosch aber nie ganz.

Die Grillsaison hat begonnen
Audi TT im Handelsblatt-Autotest
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Die Grundform des Audi-Erfolgsmodells folgt einer Evolution, keiner Design-Revolution. Von der Seite betrachtet ist das sportliche Zweisitzer-Coupe ganz das Alte geblieben, Fans erkennen an Singleframe-Grill, geschärftem LED-Blick und einigen harten Kanten dennoch das Moderne.

Bereit für die Grillsaison
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In seiner neusten Auflage kommt der TT so richtig aggressiv daher. Das markante Sechseck wird durch einen Chromrand hervorgehoben, darüber die vier Markenringe - und stechende Matrix LED-Scheinwerfer.

Perfekte Symmetrie
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Etwas kantiger, etwas schnittiger - aber immer noch sehr elegant. Die Form des Kühlergrills wird dezent wieder aufgegriffen und auch die LED-Rückleuchten sind perfekt eingepasst.

Blick aufs neue Zentraldisplay
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Das gab es im alten TT natürlich noch nicht: 12,3 Zoll groß ist das "virtual cockpit", dass sich durch hohen Bedienkomfort auszeichnet, nachdem man sich erst mal in die zahlreichen Funktionen und Konfigurationen eingefuchst hat.

S-Line-Ausstattung, mit Extras, und ohne Experimente
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Der TT bleibt auch im Innenraum dezent. Stoffe und Leder in Anthrazit, gebürstetes Aluminium und schwarzes Leder dominieren das sportliche Ambiente, bei dem das abgeflachte Lederlenkrad und die guten Sportsitze im Vordergrund stehen.

Einstiegsmotor mit ordentlich Power
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Der Vier-Zylinder-Einstiegsbenziner im Test kommt auf eine Leistung von 230 PS (169 KW). Das reicht für einen ordentlichen Antrieb, auch wenn der Sprint bei 250 Stundenkilometern endet.

Kostet 2.140 Euro extra
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Audi Matrix LED-Scheinwerfer kombinieren ein Kamerasystem mit LED-Lichtquellen, die die Straße in tageslichtähnlicher Farbe der jeweiligen Fahrsituation angepasst ausleuchten. Außerdem blinken die Blinker in die einzuschlagende Richtung.

Nun, 13 Jahre später, also die zweite Begegnung mit dem TT, diesmal mit einem Coupé. Und von vornherein die Befürchtung, dass dies ein wenig objektiver Autotest werden könnte. Tatsächlich hat auch die jüngste Generation des kompakten Sportlers für mich wenig von ihrem Reiz verloren. Die ikonische Linienführung ist erhalten geblieben. Der neue TT ist älter geworden, besser: erwachsener. Er ist nicht mehr so rund und verspielt, dafür ein wenig kantiger mit wuchtigem Kühlergrill. Eine Optik wie eine Raubkatze beim Sprung.

Besonders die Matrix LED-Scheinwerfer blitzen einen nun scharf an, wo die erste Generation noch harmlos Kulleraugen machte. Die Technik dahinter klingt futuristisch: die Scheinwerfer erkennen über per Kamera entgegenkommende Fahrzeuge und blenden in deren Sichtfeld automatisch ab, während das restliche Umfeld hell erleuchtet bleibt.

Futuristisch wird es auch im Innenraum. Hier erinnert nur noch wenig an die erste Generation des TT. Die Optik der runden Lüfter erkenne ich wieder. Nicht nur hier hat man sich am Erbe orientiert – aber noch mal kräftig nachgearbeitet. Bedienung und Anzeige der Klimaanlage sind jetzt im mittleren Drehregler der Lüfter integriert, eine Meisterleistung der Audi-Ingenieure.

Auch sonst ist fast alles rundüberholt worden – vor allem hinter dem Lenkrad. Wo damals Drehzahlmesser und Geschwindigkeitsanzeige waren, ist nun ein „Virtual Cockpit“, wie Audi das 12,3 Zoll TFT-Display getauft hat. Neben den gängigen Fahrdaten lassen sich hier auch die Navigation, Telefon und das Infotainment-System darstellen.

Zu euphorisch über den Temposchweller
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