Ausfahrt im Cadillac XT5 Einer von wenigen

Es ist eine nicht ganz freiwillige Exklusivität, die Cadillac hierzulande umgibt. Man sieht die amerikanischen Modelle seltener als Lamborghini und Ferrari. Eine Testfahrt zeigt, der Crossover XT5 könnte das ändern.
Ein Gesicht in der Menge: Der Cadillac XT5 ist keine gewöhnliche Erscheinung Quelle: PR
Ein Gesicht in der Menge: Der Cadillac XT5 ist keine gewöhnliche Erscheinung

Ab Anfang September steht der Nachfolger des SRX bei den 13 deutschen Cadillac-Händlern. Die Preise beginnen bei rund 49.000 Euro, und es gibt bislang nur eine einzige Benziner-Motorisierung.

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BerlinSchauen wir uns erst mal um, in dem großen, aber nicht übergroßen SUV, mit dem die amerikanische Luxusmarke Cadillac nun auch am globalen Trend zu den Möchtegern- und City-Geländewagen stärker teilhaben will. Viel dickes, weiches Leder, und ganz wenig Kunststoff gibt es zu sehen, schöne Holzeinlagen, Alu-Rähmchen und ein riesiges Glas-Panoramadach verbreiten etwas Oberklasse-Stimmung. Und man spürt neben dem großzügigen Raumangebot sofort auch die gute Verarbeitung im XT5. Ich sitze auf wuchtigen Ledersesseln, die mich in Kurven aber nicht besonders gut festhalten. Eine gewaltige Mittelkonsole trennt mich vom Beifahrer.

In einem digitalen Cockpit und einem modernen 8-Zoll-Monitor finde ich neben den wichtigsten Informationen und Bedieneinheiten auch gut gemachte Konnektivitätslösungen. Sprich: Vom Fahrersitz aus mit der Außenwelt zu kommunizieren, fällt dank der Cadillac User Experience, kurz CUE, angenehm leicht.

Apps vom blitzschnell verbundenen eigenen Smartphone werden gespiegelt und per Fingerdruck bedient, das dürfte vor allem Menschen gefallen, die das Haus nicht mehr ohne Handy verlassen können. Mir ist im Moment allerdings das Navi wichtiger, denn ich bin als Ortsfremder mit dem neuesten Cadillac in Berlin unterwegs, und habe die Route der Zielführung verlassen.

Vor allem in der Topversion Platinum gibt sich der Cadillac XT5 innen schick und nobel Quelle: PR
Echtholzeinlagen, dickes Leder, digitales Cockpit und ein gutes Raumgefühl

Vor allem in der Topversion Platinum gibt sich der Cadillac XT5 innen chic und nobel, dann kostet er aber auch ab 67.000 Euro

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Kein Problem für Bordrechner und GPS, ich muss nur in 300 Meter wenden. Gute Gelegenheit für einen Ampelstart: Ich schalte die Automatik auf Sport, variabler Allradantrieb ist sowieso immer an Bord. Wie erhofft hat auf den benachbarten Spuren niemand eine Chance mit dem gewaltigen Antritt des 3,6-Liter-Sechszylinder mitzuhalten, der frei atmen darf, ganz ohne Turbozwang. 314 PS reichen selbst bei zwei Tonnen Gewicht für einen Standardspurt von Null auf 100 km/h in 7,5 Sekunden.

Was am Cadillac XT5 gefällt, und was nicht
Dahinter können Sie einen ausgewachsenen Tiguan verstecken
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Der XT5 schafft bei einer Gesamtlänge von 4,82 m und 2,86 m Radstand üppig Platz für Passagiere und Zuladung. Die Höhe von 1,68 m ist imposant, und vor allem der Kühlergrill macht bei Passanten mächtig Eindruck.

Blick in den Innenraum
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Das Multimedia-Infotainment namens CUE, Cadillac User Experience, bereitet auch der Generation Smartphone Freude, und die Achtgang-Automatik überzeugt durch ihre unaufdringliche Art. Materialauswahl und Verarbeitung sind mindestens auf dem Niveau der oberen Mittelklasse.

Eine gewaltige Mittelkonsole trennt Fahrer und Beifahrer
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Der Stauraum unter dem Schalthebel ist leider nicht ohne orthopädisch bedenkliche Posen zu erreichen. Die Sitze kühlen auf Wunsch den Insassen auch den Rücken, und eine bassgewaltige Bose-Anlage liefert die Massage.

Cadillac XT5: Es ist der Beginn von etwas Großem
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Die Limousine Cadillac CT6 und das hier abgebildete Crossover-SUV XT5 sollen nur der Anfang einer Modelloffensive sein, die sich GM etwas kosten lassen will. Cadillac darf bis 2020 – also bis Zeitpunkt der Entscheidung über den Markt Europa – zwölf Milliarden US-Dollar, etwa elf Milliarden Euro, investieren. Neue Modelle sollen her für mehr Angebot überall in der Welt.

Was uns gut gefiel:
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Dieser kamerabasierte Rückblick erinnert an die Innovationsfreude der Amerikaner. Sie erfanden einst auch das extrem sichere und informative Head-up-Display, was viele deutsche Autofahrer gar nicht mehr wissen. Der superscharfe Rückspiegel mit 300 Prozent mehr Rücksicht jedenfalls blendet zugunsten der Sicherheit das aus, was uns an modernen Autos auch gerne mal nervt: dicke C-Säulen, klotzige Kopfstützen, schmale Heckfensterschießscharten. Das beste Extra im CT6!

Auch von hinten klar als Cadillac zu erkennen
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Das betont kantige Design von Außenhülle und Leuchten sagt: Ich bin anders, und zeige es mit Stolz.

Sieht flacher aus, als er ist
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Auch in der zweiten Reihe sind die Platzverhältnisse im XT5 herrschaftlich. Cadillac sagt, Kopf- und Kniefreiheit seien Segment-Bestwerte. Ich persönlich finde die Verstellung der kompletten Sitzbankfläche sehr gut. Den Fahrer stören beim Blick nach hinten aber die sehr breiten C-Säulen und die Kopfstützen. Gut, dass es optional den Kamera-Rückspiegel gibt.

Beim Tritt aufs Gaspedal hebt sich die Motorhaube leicht, das Heck knickt dezent ein, eine kurze Verbeugung der Karosse vor 368 Newtonmeter Drehmoment. Ohne Reibungsverluste auf dem Berliner Asphalt sehe ich die anderen Autos schon nach wenigen Metern nur im Rückspiegel. Und der verschafft mir neben dem Ampel-Sieg ein zweites echtes Wow-Erlebnis. Wie beim CT6, der neuen großen Cadillac-Limousine, zeigt er auf Wunsch ein Kamerabild, das dreimal so breit ist wie der Blick in den echten Spiegel.

Es kommt aus einer wirklich hoch auflösenden Kameraoptik, die im Heck sitzt, also Rückbank, Passagiere, Kopfstützen und Heckklappe gar nicht zeigen kann. Der Überblick ist überwältigend, und breiter als die vorhandenen vier Fahrspuren: Ich könnte dieses Auto sogar bis unters Dach vollladen, und würde immer noch mehr sehen, als wenn ich in einem baugleichen offenen Cabrio unterwegs wäre. Kein billiges Extra, dieser Kamera-Rückspiegel, aber eines, das aus meiner Sicht jeden Euro wert ist.

Wieder zurück auf der zielführenden Route habe ich Zeit und Ruhe, die anderen Extras und Assistenten zu genießen, die die Amerikaner dem Testwagen großzügig spendiert haben: Notbremsautomatik auch beim Rückwärtsfahren, Toter-Winkel-Assistent, Head-up-Display, Abstandsradar, 360-Grad-Kamera, induktives Smartphone-Laden, Zylinderabschaltung, aktiver Spurhalter und Fernlichtassistent sind an Bord. Dazu kommen (ab dem 48.800 Euro teuren Basismodell) LED-Scheinwerfer und Rückfahrkamera oder Einparkhilfe.

Sollen neben feinstem Leder noch besonders viele Bose-Lautsprecher erklingen und Applikationen in Aluminium oder Kohlefaser glänzen, so greift man besser gleich zur Platinum-Ausstattung, die bei 66.800 Euro beginnt.

Mach mich nicht schlammig!
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