BMW 218d Active Tourer Umarme deine Vorurteile

Der BMW 2er Active Tourer bricht mit allen Traditionen: Er ist der erste Van der Münchener und das erste Modell mit Frontantrieb. Im Handelsblatt-Test zeigt sich die Familienkutsche unerwartet sportlich.
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Der BMW 2er Active Tourer ist eine Familienkutsche mit Sportgenen. Doch der Premium-Van hat leider auch einige Schwächen. Quelle: Frank G. Heide
Umarme deine Vorurteile

Der BMW 2er Active Tourer ist eine Familienkutsche mit Sportgenen. Doch der Premium-Van hat leider auch einige Schwächen.

(Foto: Frank G. Heide)

DüsseldorfIrgendwann werden sie sich in der BMW-Zentrale gesagt haben: „Und jetzt überraschen wir mal alle. Wir entwickeln jetzt einen Van. Mit Frontantrieb. Und Dreizylinder.“ Ausgerechnet BMW, die Automarke, der immer ein bisschen zu sportlich, ein bisschen zu dynamisch daherkommt, versucht sich an einer Familienkutsche. Dabei schien die Zeit der Vans doch vorbei. Und dass die Traditionalisten bei Frontantrieb und Dreizylinder aufheulen, dürfte niemanden in München überraschen.

Als Tester wird man da schnell zum Opfer der eigenen Erwartungen, die BMW über die Jahre selbst geweckt hat. Mit größter Voreingenommenheit werfe ich einen Blick auf den Testwagen. Vorne haben es die Designer tatsächlich geschafft, der Familienkutsche ein richtig dynamisches Äußeres zu verpassen. Die typische BMW-Niere an der Front, scharfe Linien auf der Haube, und die doppeläugigen Scheinwerfer - das alles gefällt. Ja, es wirkt sogar sehr viel sportlicher als man das erwartet hatte.

Vorne Turbine, hinten Ruine
Van schon, denn schon
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So sieht ein Tabubruch aus: Dieser BMW ist nicht nur ein Van, sondern fährt auch noch mit Frontantrieb. Optisch kann sich der Mischling allerdings sehen lassen.

Markante Züge
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Die Doppelleuchten und die BMW-typische Niere sorgen beim Active Tourer für eine sportliche Front. Farblich abgehobene Lufteinlässe und dynamische Linie auf der stark nach unten abfallenden Motorhaube tun ihr übriges.

Bloß kein Brotkasten
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Im Profil sieht man das Alleinstellungsmerkmal des Active Tourer, auch wenn die Designer sich alle Mühe gegeben haben, den Van nicht so brotkastenförmig zu entwerfen wie die Konkurrenz.

Erinnerungen werden wach
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Das Heck erinnert an einigen Stellen an den Geländewagen X1. Die Schürze ist beim Active Tourer allerdings etwas stadttauglicher, die Heckscheibe etwas runder eingefasst.

Sportlicher Innenraum
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Hier fühlt sich der geneigte BMW-Fahrer gleich zuhause. Im Innenraum finden sich viele typische Designelemente wieder. Klavierlack, gebürstetes Aluminium und rote Dekorlinien werden dem Premium-Image gerecht.

Innere Werte
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Die Kombination aus schwarzem Stoff, Ziernähten und gebürstetem Aluminium harmoniert optisch sehr gut. Alles ist intuitiv zu handhaben. So soll es sein.

Es wird eng
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Die Sportsitze bieten guten Halt - sind aber etwas zu eng geraten. Auf längeren Strecken leidet darunter auch der Komfort. Da verzichten wir lieber auf die Sportvariante.

Im Profil deutet der 2er Active Tourer an, was ihn von seinen Konzernbrüdern unterscheiden soll: Das Heck fällt breiter aus wie es sich für einen Van gehört. Aber auch hier haben sich die Designer alle Mühe gegeben, diesen optischen Ausfall zu verdecken. Man denkt gar nicht, dass man hier einen Van vor sich hat. Das Design ist massenkompatibel, aber kein bisschen emotional. Könnte also theoretisch in Deutschland ein Riesenerfolg werden, dieser BMW.

Ich gebe es zu: Ich will gar kein Freund dieses Mischlings werden. Entsprechend vorurteilsbeladen steige ich in die Familienkutsche ein - und werde positiv überrascht. Der Innenraum wird dem Anspruch der Marke voll gerecht. Klavierlack, schwarzes Leder mit roten Dekorlinien und Sportsitze. Man kann kaum glauben, das man hier in einem Van sitzt.

Im Innenraum fühlt sich für mich alles vertraut an, auch wenn Testwagen in der Ausstattung etwas überladen sind. Ich vermisse eine Sitzheizung, brauche aber keine drei Memorytasten für gespeicherte Sitzeinstellungen.

Der Sport-Sitz ist ohnehin ein Schwachpunkt: er ist eindeutig zu eng, auch wenn sich die Seitenwangen in der von getesteten Sport-Variante elektrisch verstellen lassen. Sie lassen sich zwar elektronisch verstellen, doch sind schon arg eng selbst für schmale Tester. Kaum zu glauben, dass hier auch ein kräftiger Papa bequem Platz nimmt.

Wenn man einmal sitzt, wird es leider unübersichtlich. Selbst wenn man sich reckt, kann man nicht erkennen, wo die scharf nach unten abfallende Motorhaube endet. Das macht das Einparken schwer. Nach hinten sind die Fahrzeugabmessungen etwas besser abzuschätzen.

Hier fühlt sich der geneigte BMW-Fahrer gleich zuhause. Im Innenraum finden sich viele typische Designelemente wieder. Klavierlack, gebürstetes Aluminium und rote Dekorlinien werden dem Premium-Image gerecht. Quelle: Frank G. Heide
Sportlicher Innenraum

Hier fühlt sich der geneigte BMW-Fahrer gleich zuhause. Im Innenraum finden sich viele typische Designelemente wieder. Klavierlack, gebürstetes Aluminium und rote Dekorlinien werden dem Premium-Image gerecht.

(Foto: Frank G. Heide)

Doch kleine Dreiecksfenster, von dicken Holmen eingerahmt, sieht man in beiden genannten Blickrichtungen. Ein Problem, dass dieser BMW mit vielen aktuellen Modellen, unter anderem dem aktuellen VW Golf teilt. Das macht es aber nicht besser.

Die reine Freude
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  • Hoffentlich halten die Steuerketten der 4 Zylinder-Motore jetzt länger, sonst bezahlt der Käufer wieder 2800 Euro nach 50- 70 tsd Kilometer

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