Citroen C4 Picasso im Handelsblatt Autotest Mit Heidi zum Kaiser

Ein Reisegefühl wie in der 1. Klasse verspricht Citroen den Käufern des C4 Picasso. Im Test bewährt sich der Kompakt-Van tatsächlich als komfortable Reisekutsche, für die 1. Klasse muss Citroen aber noch nachbessern.
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Der Markt der kompakten Vans ist gesättigt und hart umkämpft. Fast jeder Hersteller hat inzwischen so einen variablen Alleskönner für Familie und Freizeit im Programm. Citroen überträgt das erfolgreiche Rezept seiner DS-Modelle auf den C4 Picasso. Quelle: Sebastian Schaal

Der Markt der kompakten Vans ist gesättigt und hart umkämpft. Fast jeder Hersteller hat inzwischen so einen variablen Alleskönner für Familie und Freizeit im Programm. Citroen überträgt das erfolgreiche Rezept seiner DS-Modelle auf den C4 Picasso.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfTiefblau wölbt sich der Nachthimmel über mir, kontrastiert mit dem  Leuchten der Armaturentafel und den grellroten Blitzen der Rücklichter vor meinem Fenster. Ein Duft nach Weihnachtsgebäck liegt in der Luft, aus dem Navi tönt eine Frauenstimme, die mit sanftem Lispeln ihr beruhigend tiefes Wissen über künftige Abschnitte unseres gemeinsamen Weges vor mir ausbreitet.

Regelmäßige Atemzüge vom Beifahrersitz verraten mir, dass die Frau an meiner Seite eingeschlafen ist, sich für einen Moment aus der Zeit verabschiedet hat. Und auch für mich scheint die Zeit einen Augenblick lang stillzustehen.

Rückblende: Wie alt man als frisch gebackener 50-Jähriger wirklich ist, merkt man daran, welchen Testwagen die Kollegen des Auto-Ressorts einem anbieten. Trauten sie mir vor jenem ominösen Geburtstag noch einen schnittigen Alfa Romeo oder einen Jaguar zu, ist es nun also der Citroen C4 Picasso – ein Kompakt-Van mit bequemem Einstieg und seniorenfreundlicher Sitzhöhe. Habe ich vielleicht einmal zu oft über meine Bandscheiben geklagt?

Leibesübungen inbegriffen
Citroen C4 Picasso 1
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Mit seinen großen Glasflächen und der futuristisch anmutenden Frontpartie ist der Citroen C4 Picasso ein echter Hingucker.

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Ungewöhnlich: Der Schlitz der Tagfahrleuchten liegt oberhalb des eigentlichen Scheinwerfers.

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Guter Durchblick: Auf stolze 5,3 Quadratmeter Glas bringt es der C4 Picasso mit Panoramadach.

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Doch wehe dem, der die tief herabgezogene Frontscheibe von innen zu reinigen versucht!

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Dass der Beifahrer gelegentlich sanft entschlummert...

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...liegt neben den bequemen Sitzen auch an der bei Bedarf ausfahrbaren Unterschenkelauflage.

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Ein wenig Gymnastik hilft beim Aufwachen. Das Schildchen mit den Angaben zum Reifendruck ist für Leibesübungen ideal angebracht.

Mir doch egal! Ich halte mich an das Versprechen von Citroen, wonach es sich im C4 Picasso wie in der 1. Klasse reist. Tatsächlich erinnern Klapptische und Leseleuchten für die Passagiere auf den – vergleichsweise üppig bemessenen – hinteren Sitzen ein wenig an ähnliches Equipment in der 1. Klasse des ICE. Fehlt eigentlich nur noch die Servicekraft mit Snacks und warmen Getränken – da muss Citroen noch nachbessern.

Mein Picasso heißt während der kurzen Zeit unserer Bekanntschaft übrigens Heidi, weil ich die Motorenbezeichnung e-Hdi als verstümmeltes Anagramm lese.

Als Ziel für unsere gemeinsame Testfahrt hat sich meine Begleitung Aachen ausgeguckt, wo der Dom mit dem Grab des großen Karl kulturelle sowie diverse Printen-Bäckereien kulinarische Höhepunkte versprechen. Der Weg in die alte Kaiserstadt wird von meiner Beifahrerin für einen Härtetest ihres Sitzmöbels genutzt. Massagefunktion und Sitzheizung finden gnädige Zustimmung, echte Begeisterung löst dagegen die elektrisch ausfahrbare Unterschenkelauflage aus.

Großgewachsene Menschen dürften in diesem Schlafmodus allerdings Probleme haben, ihre Füße adäquat im dann allzu knappen Raum unter dem Handschuhfach einzusortieren.

Derweil genieße ich vom Fahrersitz aus die Vorzüge der Panoramaverglasung. 5,3 Quadratmeter Glas sorgen rundum für optimalen Durchblick. Vor allem die weit nach hinten gezogene Windschutzscheibe hat es mir angetan. An ein Loft, wie es die Citroen-Werbung verspricht, erinnert mich das allerdings nicht, eher ans Cockpit eines Wohnmobils.

Minuspunkte gibt es allerdings für die Überfülle an Bedienelementen im Lenkrad. Sie will so gar nicht passen zu dem ansonsten sehr aufgeräumten Armaturenbrett. Zwei Bildschirme in der Mittelkonsole sorgen hier für eine klare Gliederung: Im oberen 12-Zoll-Monitor lassen sich Geschwindigkeit, Drehzahl und – je nach Vorliebe des Fahrers – diverse andere Fahrinformationen ablesen.

Wer will, kann sich per USB-Stick zusätzlich eigene Fotos auf den Bildschirm zaubern. Über den unteren 7-Zoll-Touchscreen werden unter anderem Klimaanlage, Audiosystem und Navi gesteuert. Apropos Navi: Dessen weibliche Stimme offenbarte im Test eine kleine S-Schwäche, ein sympathisches Lispeln.

Viel Platz, viel Design, viel Restwert
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