Ford Fiesta ST im Handelsblatt Autotest Power to the people

Zisch, brumm, quietsch: Wer was Erwachseneres sucht, sollte kein ST-Modell kaufen. Der Ford Fiesta ist für die junge Spaßfraktion, erfrischend frech und unvernünftig. Bis die Eltern den My-Key-Riegel vorschieben.
Ford Fiesta ST: Er liegt 15 Millimeter tiefer als die Serie und ein spezielles  ESP mit drei verschiedenen Funktionsmodi bringt seine Fahrdynamik sportlich auf die Straße. Das Vergnügen beginnt bei 19.900 Euro. Quelle: Sebastian Schaal

Ford Fiesta ST: Er liegt 15 Millimeter tiefer als die Serie und ein spezielles ESP mit drei verschiedenen Funktionsmodi bringt seine Fahrdynamik sportlich auf die Straße. Das Vergnügen beginnt bei 19.900 Euro.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfMini hat John Cooper Works, Fiat hat Abarth, für den Opel Corsa gibts OPC, und was hat Ford? Die Kölner setzen traditionsgemäß auf die simplen Kürzel ST und RS, wenn es um ihre schärfsten Modelle geht. Beim Fiesta ist der neue ST, der für vergleichsweise günstige 20.000 Euro zu kaufen ist, das Modell der Wahl, wenn man als Fahranfänger schon möglichst viele Pferdestärken (182) mit wenig Kilos (1.163) kombinieren möchte.

Autotester-Kollegen, die dem ST auch schon zu Leibe gerückt sind, finden kräftige Metaphern für den Flitzer: Rennsemmel, Kraftzwerg, Krawallbruder und Wadenbeißer, das klingt angriffslustig, und so sieht der blaue Testwagen auch aus.

Die Optik greift das Thema Breitensport gekonnt auf: Der von Aston Martin inspirierte Kühlergrill ist schwarz lackiert, dazu kommen auffällige ST-Logos, Breitreifen auf 17-Zoll-Felgen, abgedunkelte Heckfenster und ein mächtiger Dachkanten-Heckspoiler als typische Insignien vorlauter Möchtegern-Sport-Kleinwagen.

Innen sind die Sitze das optisch dominierende Highlight. Die Recaro-Sportsitze sind serienmäßig, wer sie wie im Testwagen teils mit Leder möchte, zahlt 1.000 Euro Aufpreis und erhält dafür noch eine Sitzheizung. Sie bieten wirklich hervorragenden Seitenhalt sind aber auch richtig eng.

Man lernt aber schnell diese Intimität zu schätzen, da man sie im ST viel öfter braucht als im Durchschnittsauto. Der Wagen vermittelt mit seinem speziellen ST-Sportfahrwerk definitiv in schnellen Kurven den meisten Spaß.

Das typische Fiesta-Cockpit wertet Ford auf mit gut ablesbarem, sportlich designtem Tacho, sowie einem sehr griffigem Leder-Sportlenkrad mit ST-Schriftzug, das die Steuerung für Ford Sync und Geschwindigkeitsregler beinhaltet. Notruf-Automatik und Sprachsteuerung sind ebenfalls serienmäßig verbaut, und zu einem Sportler gehört natürlich ein "Power"-Knopf, mit dem die Zündung gestartet wird.

Als Extras gibt es in dem Zweitürer-Handschalter ein bisschen Ambiente-Beleuchtung und rot leuchtende Einstiegsleisten mit ST-Logo. Wer als zusätzliche Option das „Leder-Sport-Paket“ bestellt, erhält außerdem eine Klimaanlage mit automatischer Temperaturkontrolle inklusive Bordcomputer. 

Aber der Fiesta sieht nicht nur nach Sport aus, er vermittelt ihn auch sehr eindrucksvoll. Immerhin besitzt der ST einen 1,6-Liter-Motor mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung, ebenso wie der Fiesta RS WRC aus der Rallye-Weltmeisterschaft.

Dessen 182 Pferde des ST traben aber erst bei 5.700 Umdrehungen an, das ist ganz knapp vor dem roten Bereich. Bis dahin sollte man sich aufs zügige Schalten schon vorbereitet haben, vor allem in den Gängen zwei bis vier durchrast der Fiesta das Drehzahlband sehr flott.

Was am Kölner Kraftzwerg gefällt, und was nicht
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Es ist schon Tradition bei den Automobilherstellern in jeder Kleinwagenserie einen Sportler für ambitionierte Fahrer anzubieten, der zeigt, was mit dem Chassis möglich ist. So macht auch Ford aus dem Fiesta mit dem ST eine kleine Straßenrakete. Durch den bekannten 1.6-Liter-Ecoboost wird aus dem Einkaufswagen eine Knallbüchse, die 134 kW bereitstellt und - trotz Frontantrieb - beeindruckend sportliche Fahrleistungen an den (jungen) Mann bringt. 

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Der Fiesta ST zischt in eindrucksvollen 6,9 Sekunden auf Tempo 100 und fängt erst bei 200 km/h langsam an, etwas zäh zu werden. Dabei werden alle Sinne bedient – vor allem das Gehör, das bei Gasstößen mit tiefem Brummen und Zischlauten beim Gangwechsel belohnt wird.

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Das Fahrwerk ist hart, Autobahnstrecken prägen sich ins Gedächtnis des Fahrers als Bodenwellensequenz ein.

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Alle 182 Pferde des ST traben erst bei 5.700 Umdrehungen an, das ist ganz knapp vor dem roten Bereich. Satte 240 Newtonmeter Drehmoment stehen von 1.600 bis 5.000 Touren zur Verfügung.

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Endlich mal ein Auto ohne teures Carbon. Stattdessen schwarzer Glanzlack, wo es sportlich aussehen soll. Eine saubere Sache!

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Die große Schnauze ist von Aston Martin, sagen wir mal, inspiriert.

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Rot lackierte Bremssättel und die anthrazitfarbenen 5-Stern-17-Zöller kosten ein bisschen was extra, stehen dem Fiesta aber sehr gut.

Freude durch gesteigerten Anpressdruck kommt aber schon ab etwa 3.000 Umdrehungen auf, denn der Turbo des klassisch quer eingebauten 1,6-Liter Reihenvierzylinders setzt früh ein. Satte 240 Newtonmeter Drehmoment stehen von 1.600 bis 5.000 Touren zur Verfügung.

In Sachen Power zündet der kleine ST lediglich oben raus kein Feuerwerk mehr, ab 180 km/h und im 6. Gang ist Schluss mit lustiger Beschleunigung, dann wird’s zäh und mühsam.

Die Eltern können den Fahrspaß verderben
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