Infiniti Q50 im Handelsblatt Autotest Was wollt ihr denn noch?

Mit dem Q50 hat die Nissan-Nobeltochter Infiniti einen extravaganten Konkurrenten für BMW, Audi und Mercedes auf den Markt gebracht. Warum wird der von den Deutschen eigentlich so konsequent ignoriert?
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Der Q50 ist in der Premiumklasse ein echtes Schnäppchen. Quelle: Sebastian Schaal

Der Q50 ist in der Premiumklasse ein echtes Schnäppchen.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfWürde man in einer deutschen Fußgängerzone per Zufall Passanten auswählen und sie fragen, woran sie beim Wort „Infiniti“ denken, würde wohl mehr die Mehrheit an ein Deo oder Eis am Stiel denken. Obwohl der deutsche Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel seit Jahren mit einem Infiniti-Logo auf dem Rennwagen seine Runden dreht, erreicht die Nobelmarke von Nissan hierzulande immer noch Bekanntheitswerte wie der vorletzte Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“.

Mit dem Q50 haben die Japaner nun ein Mittelklassemodell aufgelegt, das mit einem Einstiegspreis von 34.490 Euro dem 3er von BMW und der C-Klasse von Mercedes Konkurrenz machen soll. Der Preis des Testwagens, in dem die meisten verfügbaren Extras verbaut sind, klingt mit 50.570 Euro zwar zunächst selbstbewusst – ist im Vergleich mit vollausgestatteten deutschen Premiummodellen aber noch günstig.  

Äußerlich wirkt die Linienführung der Limousine extravagant. Ich muss auf den ersten Blick unweigerlich an eine Kreuzung aus BMW und Lexus denken. Er ist kein kleines Auto, sondern mit 4,79 Meter etwa 17 Zentimeter länger als ein 3er BMW.

Und in den kleinen Details hebt sich der Infiniti ebenso dezent wie individuell von der automobilen Masse ab: Ovale Auspuffendrohre und die flach bauenden, etwas aggressiv dreinblickenden Scheinwerfer verleihen ihm diese gewisse Eleganz, die sich absolut mit der deutschen Premiumkonkurrenz messen kann. Das gilt insbesondere für die getestete „Sport“-Variante.

Im Inneren erwartet den Fahrer ein angenehmer Material-Mix aus gebürstetem Aluminium, Leder und Kunststoff mit Softtouch-Haptik. In puncto Lack gibt es eine extravagante Besonderheit: Während der Q50 im Autohaus noch in schlichtem Schwarz daherkommt, glänzt er im Sonnenschein auf der Straße mit einem dezenten metallic-violett Ton. Ganz klar: Ein echter Hingucker, aber erst auf den zweiten Blick.

Aber auch ein Blickfang mit Fragezeichen, weil die Marke von der Masse der Betrachter nicht sofort erkannt wird. Der erste Blick von Passanten fällt daher immer etwas fragend auf den Kühlergrill, an dem das Infiniti-Logo prangt.

Der 2,2-Liter-Dieselmotor, ein Reihenvierzylinder, den Infiniti von Mercedes geliefert bekommt, wirkt ein wenig brummig für ein so elegantes Auto, fällt aber nicht übermäßig unangenehm auf. Er ist, außer der Benzin-Hybrid-Variante mit 364 PS starkem V6, das einzige Aggregat, das man bestellen kann.

Der extravagante Asiate
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Frontal gibt sich der Q50 durchaus aggressiv. Auf dem ausgeprägten Kühlergrill prangt das Infiniti-Logo. Die leicht geschwungenen Scheinwerfer werfen einen bösen Blick voraus. So sieht niemand aus, der sich verstecken will.

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Von der Seite ähnelt die Front einem Drachenkopf: Lang gezogene Schlitze, die frontal auf den markanten Grill zulaufen, darunter betonte Nebelscheinwerfer.

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Zwei ovale Auspuffrohre, zwei Chromleisten und markante Rückleuchten. Auch von hinten zeigt der Infiniti Q50 seinen individuellen Charakter.

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In ganzer Länge zeigt der Q50 seine asiatische Herkunft: Die Chromelemente fallen ein bisschen breit aus. Das kann man mögen, muss man aber nicht.

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In der Tiefgarage könnte man den getesteten Q50 für schwarz halten, in der Sonne zeigt er eine weitere Besonderheit: Dann schimmert er in metallic-violett. Malbec Black nennt der Hersteller den Farbton. Sehr schick.

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Unter der Haube wummert ein 170-PS-starker Vierzylinder-Dieselmotor aus dem Hause Daimler, der allerdings nicht ganz so elegant daher kommt, wie der Rest des Q50.

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Damit beschleunigt der Q50 problemlos in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer. Und das bei einem relativ geringen Verbrauch von 6,0 Litern im Test. Das ist in Ordnung, liegt aber deutlich über dem angegebenen Verbrauch von 4,8 Litern.

Die erste Ausfahrt auf der Autobahn liefert überzeugende Ergebnisse. Das satte Drehmoment von 400 Newtonmeter schiebt ganz dieseltypisch schon bei 1.600 Touren mit sanfter Gewalt an. Die volle Leistung von 170 Pferdestärken gibt es aber vom Triebwerk erst bei 3.750 Kurbelwellen-Umdrehungen.

Manuell lässt sich der Q50 leicht schalten und ohne Mühe auf eine Spitzengeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern.

Bei der Lenkung hebt sich der Q50 sogar von der deutschen Konkurrenz ab, denn die funktioniert vollelektronisch. Steer by wire lautet das Stichwort auf neudeutsch. Statt die Lenkbewegungen großteils mechanisch bzw. hydraulisch weiterzugeben, wird die Bewegung des Lenkrads per Sensor an Elektromotoren übertragen, die wiederum die Räder bewegen.

Auch der Lenkwiderstand im Volant wird elektronisch simuliert. Wer seine individuelle Abstimmung finden will, kann zwischen 96 Einstellungsvarianten wählen – von weich bis sportlich. Sebastian Vettel lässt grüßen.

Start-Stopp nach dem Zufallsprinzip
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1 Kommentar zu "Infiniti Q50 im Handelsblatt Autotest: Was wollt ihr denn noch?"

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  • Zu Ihrer Frage „Warum wird der (Q50 von Infiniti) von den Deutschen eigentlich so konsequent ignoriert?“ hier ein paar Vorschläge für die Beantwortung:
    1.) Herdentrieb (kennt keiner, ich also erstmal auch nicht). Außerdem lässt sich mit unbekannten Marken schlecht angeben.
    2.) Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
    Was er nicht kennt, das kauft er nicht. Solange es sich nicht um etwas Noch-nie-Dagewesenes handelt, gilt: keine Experimente.

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