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Infiniti QX70 im Handelsblatt-Test Eine eher unbekannte Größe

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Komplizierte Bedienung, eigenwillige Extras

Das Infotainment wird dem Premium-Anspruch, für den Infiniti eigentlich steht, nur bedingt gerecht. Zwar ist der Klang der Bose-Anlage mit elf Lautsprechern und zwei Subwoofern ganz ausgezeichnet. Aber vieles bleibt in der Bedienung rätselhaft, manches funktioniert per Bluetooth zeitweise gar nicht. Montags kann man Musik vom Smartphone hören, dienstags nicht, mittwochs nur für die halbe Fahrstrecke, dann wird die Verbindung getrennt.

Immerhin, das ist besser als das Ergebnis am USB-Anschluss, der sich tief unten fast unerreichbar im Dunkel eines Mittelkonsolen-Ablagefachs hinter einem Klappdeckelchen verbirgt. Er will gleich mehrere eigene MP3-Sticks gar nicht erst erkennen.

Zwei Beispiele, stellvertretend für einige ungewöhnlichen Bedienarten im Infiniti: Über den Knopf "Source" im Lenkrad kann ich die Audioquelle anwählen. Das bereits verbundene Smartphone mit der eigenen Playlist erscheint aber gar nicht in der Auswahl. Dafür muss ich am Audiogerät den Knopf in der Armaturenbrettmitte den Knopf "Disc/Aux" mehrfach drücken. Macht das Sinn?

Das Armaturenbrett ist modern gezeichnet, und die im Interieur verwendeten Materialen wirken hochwertig, solange man nicht überall ganz genau hinsieht. Auch die Auswahl der Extras im Testwagen scheint eigenwillig. So gibt es zwar eine mehrstufige Sitzkühlung und sehr gut einstellbare Sportsitze, aber keinen Totwinkelwarner. Die Heckklappe öffnet elektrisch, aber auch provozierend phlegmatisch.

Restwertprognosen im Vergleich von Bähr & Fess Forecasts:

MarkeModellPSNeupreisRestwert 2018Wertverlust
InfinitiQX70 3.0d238

51.429 €

49,5% / 25.457 €

25.972 €

BMWX6 xDrive 30d

258

65.650 €

51,5% / 33.810 €

31.840 €

PorscheCayenne262

66.260 €

53% / 35.118 €

31.142 €

In der Stadt und im Parkhaus, der lebensfeindlichsten Umgebung für diese Art Dino, haben die aufgeregt piependen Sensoren und Warner genervt, die große Besorgnis um Wohl und Wehe von Blech und Insassen dauersignalisieren. In den Schatten stellen kann der QX wohl mittlerweile recht betagte Modelle wie den Lexus RX in Sachen Komfort und Luxus. Bis zur deutschen Premiumkonkurrenz ist aber noch Aufholpotenzial da.

Für das Modelljahr 2012, nach vier Jahren, hatte Infiniti den Wagen überarbeitet, der damals noch FX hieß. Drei Motoren und vier Ausstattungsvarianten waren erhältlich. Das ist aktuell immer noch so, es ist aber angesichts des Wettbewerbs und vor allem angesichts der neuen Infiniti-Modelle etwas wenig. Hybrid? Fehlanzeige! Der QX70 wirkt einfach nicht mehr ganz frisch.

Das Unternehmen scheint mit dem ausgesprochen überzeugenden Q50 und Q70 in der Mittelklasse sowie dem gerade auf dem Genfer Autossalon vorgestellten Kompakt-Crossover QX30 modernere Schwerpunkte im Kampf um europäische Kunden zu setzen. Mit dem in die Jahre gekommenen freundlichen Wal greift man nicht aggressiv an.

Wir gehen davon aus, dass dies Art Crossover in erster Linie für Amerikaner und Chinesen Sinn machen müssen. Die Nobelmarke von Nissan ist dort wesentlich bekannter und verkaufte da 2014 auch die meisten Fahrzeuge. 117.300 waren es in den USA, in Europa gerade mal 4.800, und das ist schon das Doppelte von 2013. Was man sich wünschen würde: Wenn schon Angriff auf deutsche Premium-Riesen, dann bitte nicht nur beim Design entschlossen und wagemutig. Aber das überlässt Infiniti dem Q50.

Der Tacho ist etwas ungünstig gestaltet, kritische Tempobereiche wie 30, 50 und 70 km/h sind nicht gut ablesbar. 280 km/h sind schamlos übertrieben, bei Tempo 212 ist Schluss. Quelle: Frank G. Heide
Alles im Blick

Der Tacho ist etwas ungünstig gestaltet, kritische Tempobereiche wie 30, 50 und 70 km/h sind nicht gut ablesbar. 280 km/h sind schamlos übertrieben, bei Tempo 212 ist Schluss.

(Foto: Frank G. Heide)

Fazit: Weil reichlich Drehmoment da ist und die Federung recht komfortabel agiert, und die ausgezeichnete Bose-Anlage den Motor locker übertönt, bietet der unbekannte Riese maximal vier Erwachsenen eine angemehme Reise. Man sitzt nicht nur vorne bequem, auch hinten stimmen die Platzverhältnisse trotz leicht abfallender Coupé-Dachlinie.

Weil er zum Brötchenholen zu breit und unübersichtlich ist, aber für den Jahresurlaub nur mit zwei Personen plus Gepäck geeignet, macht der Infiniti aufgrund seiner tollen Optik vor allem einen guten oberflächlichen Eindruck. Außerdem sieht man ihn nur selten. Und das ist schon mehr, als andere große Crossover und SUV von sich behaupten können.

Technische Daten

Infiniti QX70 3.0d STechnische Daten
BauartV6-Diesel
Hubraum2.993 cm³
Leistung175 kW (238 PS)
bei Drehzahl3.750 U/min
Max. Drehmoment550 Nm
bei Drehzahl1.750 U/min
Getriebeelektron. 7-Gang-Automatik
Antriebintelligenter Allradantrieb
Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 212 km/h
Beschleunigung 0 - 100 km/h 8,6 Sek.


Verbrauch & Emissionen
Innerorts in l/100 km10,8
Außerorts in l/100 km7,3
Kombiniert in l/100 km8,6
CO2-Emission in g/km225
Tankinhalt90 L.
Maße und Gewichte
Länge4.865 mm
Breite (mit Spiegeln)2.134 mm
Höhe (mit Dachreling)1.680 mm
Radstand2.885 mm
Spurbreite v/h in mm1.635/1.640
Leergewicht2.175 kg
Kofferraumvolumen410 L.
Wendekreis11,2 m
Preis51.429 - 60.629 €
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