Kia Cee’d im Handelsblatt-Test Mit bösem Blick auf Golf-Jagd

Der Golf bekommt mal wieder Konkurrenz. Kia greift mit dem Cee’d an und der Koreaner weiß nicht nur mit seinem Äußeren zu glänzen. Punkten will er auch mit einer deutschen Tugend – Zuverlässigkeit.
Kommentieren
Der Kia mit dem bösen Blick: Cee'd und Testwagenfahrer Alexander Möthe sehen gefährlicher aus, als sie sind. Quelle: Sebastian Schaal

Der Kia mit dem bösen Blick: Cee'd und Testwagenfahrer Alexander Möthe sehen gefährlicher aus, als sie sind.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfWer dem deutschen Massengeschmack entkommen möchte, muss sich in puncto Auto eine wichtige Frage stellen: Warum keinen Golf kaufen, wenn man doch eigentlich einen haben will? In Korea hat sich Kia ernsthafte Gedanken über diese schwierige Aufgabe gemacht. Und eine ernstzunehmende Antwort geliefert - den Cee’d.

Der startet als Fünftürer derzeit ab 12.999 Euro, beim Golf geht es ab 16.975 Euro los. Von der Differenz kann eine ganze Familie einen Jahresurlaub bestreiten. Auch der Knackpunkt Qualität wird beim Cee’d offensiv angegangen: sieben Jahre Garantie und fünf Jahre Wartung bei Neukauf, an den Wagen gebunden, nicht den Käufer. Das lässt auch für den Wiederverkaufswert das Beste hoffen.

Bei beiden Modellen ist dann natürlich noch nicht die ganze Bandbreite an Extras ausgereizt, aber Kia setzt ohnehin auf die bewährte Taktik der asiatischen Autobauer, immer ein paar Sonderleistungen mehr ins Paket zu schnüren. Nach oben hin ist die Preisskala diesbezüglich in beiden Fällen deutlich flexibler. Aber der Preisvorsprung zieht sich bis in die Luxusausstattung. Und die hat Kia mit dem Cee’d 1,6 GDI Spirit dem Handelsblatt direkt auf den Hof gestellt. Neupreis: satte 21.290 Euro.

Beheizbare Außenspiegel, Sitzheizung, Einpark-Assistent, Parksensoren hinten und vorne, Rückfahrkamera,  Ledersitze, beheizbares Lederlenkrad, Tempomat mit Cruise Control, Navigationssystem, Hi-Fi-Anlage, elektrische Sitzeinstellung, LED-Tagfahrlicht, Bordcomputer, Touch-Display, digitale Anzeige - allein die Extras im Innenraum aufzuzählen dauert. Und das macht es zunächst schwer, das Auto hinter dem Bling-Bling zu sehen.

Der erste Eindruck: Hilfe. Was macht gerade welches Geräusch? Warum blinkt das? Und wird mein Beifahrer durchs Dach geschleudert, wenn dieser Knopf gedrückt wird? Wäre da nicht der verbissene Stolz des erfahrenen Fahrers, wäre der Griff zur Anleitung an dieser Stelle die beste Wahl. Stattdessen: einsteigen, Auto abwürgen, noch einmal probieren. Der Zustand der Überforderung legt sich erst nach etwa zwei Stunden Fahrzeit und unzähligen Try-And-Error-Episoden.

Ohne an dieser Stelle weiter groß auf Details einzugehen: Der Cee’d ist nicht intuitiv, aber belohnt für die Arbeit, die in ihn investiert wird. Er macht aber auch klar: ohne meine Zustimmung läuft hier nichts. Bestes Beispiel ist die Tatsache, dass die elektrische Handbremse sich nur lösen lässt, wenn der Fahrer den Gurt angelegt hat. Die vorhandenen Fahrassistenten sind zahlreich, lassen sich aber größtenteils über das Menu abschalten. Sie alle haben aber das Potenzial, einen an den Rand des Wahnsinns zu treiben.

Denksportaufgabe beim Spritverbrauch
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Kia Cee’d im Handelsblatt-Test: Mit bösem Blick auf Golf-Jagd"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%