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Opel Adam S im Handelsblatt-Test Komm doch, wenn Du Dich traust!

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Vergnügliche Rutschpartie

Einzig die Verbrauchsanzeige bremst den Fahrspaß ein – wenn man sie denn ganz unten im Display zwischen Tachometer und Drehzahlmesser beachtet. Gibt der Adam S sich bei 130 km/h noch mit gut 8,5 Litern zufrieden, kommen beim sportlichen Umgang mit der Alu-Pedalerie schnell weitere 30 Liter hinzu. Belohnt wird der Fahrer mit schwitzigen Händen, einem Grinsen im Gesicht und Mitfahrern, die dem kleinen Roten einen druckvollen Sprint aus dem zweiten Gang auf Landstraßentempo nicht zugetraut hätten.

Der Adam S vermittelt optisch genau das, was er technisch hält. Quelle: Frank G. Heide
Glänzende Aussichten

Der Adam S vermittelt optisch genau das, was er technisch hält.

(Foto: Frank G. Heide)

Um den Vergleich zu haben, bitten wir eine gute Freundin zum Vergleich. Sie hatte sich vor rund einem Jahr den neuen Adam gekauft, erstens wegen der Knuffigkeit, zweitens wegen des Händler-Hauspreises. Unser gut ausgestatteter Adam S kostet über 20.000 Euro, sie hat nur 14.000 bezahlt. Ihr Modell hat die gleichen großen, schwarzen Leichtmetallfelgen, und auch ein serienmäßiges Sportfahrwerk, aber nur 100 PS.

Hier kommen wieder die Recaro-Leder-Schalensitze ins Spiel, die Astrid gleich gut gefallen: „Die hätte ich auch genommen, gab's aber damals noch nicht.“ Die Motorleistung ihres Adam reicht ihr völlig, denn sie ist meist in der Stadt unterwegs. Auch wir müssen zugeben: 150 Pferde muss nicht unbedingt sein, auch wenn es richtig Spaß macht. Sie können aber. Und es macht richtig, richtig Spaß.

Auch jenseits der 150 km/h muss sich der Krawallzwerg nicht gleich von herannahenden Mittelklasselimousinen auf die rechte Spur komplimentieren lassen. Beim Zwischensprint schiebt der Adam merklich an, der Anpressdruck des Heckflügels hält ihn bei 210 km/h noch sicher auf der Straße. Der Spoiler ist nicht nur Blendwerk.

Auffällig: Der Adam S ist angenehm direkt. Natürlich ist in einem modernen Auto alles bis zur Dachkante elektronisch geregelt, von der Lenkung bis zur Traktion. Nun muss man aber im kleinen Opel nicht einmal die Systeme abschalten, um das eigentlich von Mini versprochene Go-Kart-Feeling zu verspüren. Der Adam S mag es flott, und überzeugt mit hoher Agilität und straffer, stets verlässlich wirkender Fahrwerksabstimmung.

Auf lockerem Untergrund haben wir ihn des Öfteren praktisch auf der Stelle wenden lassen, auch das hat Spaß gemacht. Der Radstand lässt den Adam schieben, schlingern, untersteuern und schrubben – erstaunlicherweise jedoch nie so, dass sich der Eindruck einstellt, man hätte keine Kontrolle. Ein bisschen Rallye für freie Straßen. Zwei grinsende Kollegen inklusive.

Restwertprognosen im Vergleich von Bähr & Fess Forecasts:

MarkeModellPSNeupreisRestwert 2019Wertverlust
OpelAdam S
15018.690 €51,5% / 9.625 €9.065 €
AudiA1 1.4 TFSI15021.300 €56% / 11.928 €9.372 €
CitroenDS3 SportChic THP16524.490 €49% / 12.000 €12.490 €

Rallye soll auch das Ambiente vermitteln – allem Lifestyle zum Trotz. Das gelingt aber nicht in allen Details. Das Lenkrad (Leder) ist ergonomisch und griffig, gleitet präzise und geht angenehm schwer. Auch in der Position ist es gut einstellbar. Zum Seitenhalt gesellt sich Raum im Fußraum, zumindest vorn.

Die Instrumente sind recht bieder angelegt, man vermisst ein HUD, was den Blick für das Renngefühl nicht vom Asphalt lenkt. Enttäuschend ist die trantütige, lang übersetzte Gangschaltung, die oftmals in die falsche Schaltgasse führt und mehr Rührknüppel ist, als knackige Sportlichkeit zu vermitteln. Da lässt der Adam Zeit und Geschwindigkeit liegen.

Gegen Aufpreis gibt es eine
Alles andere wäre kleinkariert

Gegen Aufpreis gibt es eine "chequered flag" an der Decke. Die hat schon was, die traditionelle Zielflagge. Als Konkurrenten hat der Adam S übrigens den Fiat 500 Abarth, Citroens DS3, den Fiesta ST und den Mini Cooper ausgemacht.

(Foto: Frank G. Heide)

Ins Ziel schafft es auch nicht jedes Extra. LED-Innenbeleuchtung mit Farbwechsel ist nett, aber für den geringen Effekt die 100 Euro Aufpreis nicht wert. Uneins sind wir uns beim schwarz-weiß karierten Dachhimmel, der einer traditionellen Rennflagge nachempfunden, als Extra 150 Euro kostet. „Die chequered flag macht ihn ja auch innen noch mal schneller“, schmunzelt unsere Adam-Freundin. Auch die Kollegen aus der Poststelle finden das gut. Zwei von drei Testern denken sich dagegen: „too much“.

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