Porsche Panamera Turbo S im Test Surfe auf der Drehmoment-Welle!

Dieser Porsche ist ein Schiff. In puncto Abmessungen und Ausstattung. Das Verhältnis von Masse zu Power stimmt aber. Ein V8-Turbo, Allradantrieb und adaptives Fahrwerk machen ihn per Knopfdruck zum Sportboot.
Wer fahren will, muss zahlen können: 34.000 Euro teurer als der Panamera Turbo ist der Turbo S. Für mindestens 180.024 Euro sind aber auch fast alle Extras an Bord. Leider verliert das Fahrzeug in vier Jahren über 95.400 Euro an Wert. Quelle: Sebastian Schaal

Wer fahren will, muss zahlen können: 34.000 Euro teurer als der Panamera Turbo ist der Turbo S. Für mindestens 180.024 Euro sind aber auch fast alle Extras an Bord. Leider verliert das Fahrzeug in vier Jahren über 95.400 Euro an Wert.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfDas ist schon das zweite mal diese Woche: Mein 570-PS-Porsche steht still und unbewegt auf der A52, äußerst linke von drei Fahrspuren. Und der Motor ist aus. Aber keine Panik: Der Panamera hat den 4,8-Liter-Turbo selber abgeschaltet, um ein bisschen Super Plus zu sparen, das er so gerne hat. Es ist mal wieder Stau, um 7:30 Uhr morgens Richtung Düsseldorf. Was natürlich die üblichen Vorzüge eines fast 200.000 Euro teuren Luxusautos stark relativiert. Rechts zieht ein Kleinlaster vorbei, der Fahrer grinst beim Herüberschauen.

Aber ich lächle entspannt zurück. Die Sitzheizung steht auf Stufe 2, Lenkrad, Ledersitz und Lendenwirbelstütze sind millimetergenau auf Lieblingsposition justiert, die Abblendautomatik des Rückspiegels erspart grelles Licht von hinten. Das Bose-Hifi-System massiert per sanftem Surroundsound die Gehörgänge mit meiner aktuellen Playlist von der Jukebox-Festplatte.

Wenn ich statt Motown wieder Motor hören will, drücke ich die Taste für die mechanische Auspuffklappensteuerung. Dann deutet der V8 satt brabbelnd sein wahres Potenzial an. Und in der mächtigen Mittelkonsole dampft ein leckerer Cappuccino. In diesem Moment, in diesem Fahrzeug ist es völlig egal, ob ich nun noch weiter auf der linken Spur stehe oder noch 1.000 Kilometer zu fahren habe.

Am Panamera finden Porsche-Traditionalisten ja vieles ungewöhnlich, und das ist freundlich ausgedrückt. Was „Gusseiserne“ stört, sind die Abmessungen, das Gewicht, das Design mit dem auffällig großen Hinterteil. Dazu kommen vier Türen, ein Diesel wird angeboten, ja es gibt inzwischen sogar eine Langversion, die es auf 5,12 Meter bringt.

Kann Porsche in einem solchen Fahrzeug das Versprechen einlösen, dass in jedem Modell der Marke noch 911er-Gene stecken? Klar ist, es kann nicht viel von der 911-Philosophie sein, denn der Gran Turismo operiert eben vorrangig im Spannungsfeld zwischen gewichtiger Reiselimousine und potentem Sportgerät.

Der Porsche, in dem man gerne hinten sitzt
Porsche Panamera Turbo S 1
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In einem Gran Turismo sollte man möglichst angenehm und schnell reisen können. Porsche treibt diesen Anspruch beim stärksten Panamera für verwöhnte Fahrer technisch auf die Spitze. Aber auch beim Preis.

Porsche Panamera Turbo S 26
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Wer zum ersten Mal hinter dem Steuer des Porsche Platz nimmt, wird von einer Vielzahl an Tasten in der mächtigen, ansteigenden Mittelkonsole förmlich erschlagen. Auspuffklappen auf oder zu, Start-/Stopp-Automatik an oder aus, Dämpfer-Setup sportlich, komfortabel oder doch nur mittel - stets hat der Fahrer die Qual der Wahl. Aber letztlich ist das nur eine Frage der Gewohnheit.

Porsche Panamera Turbo S 49
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Der neue Panamera Turbo S mit bietet 570 PS Leistung und 310 km/h Spitzengeschwindigkeit. Dass auch zahlreiche Extras mit Bord sind, treibt den Preis auf über 180.000 Euro, die 15 Zentimeter längere Executive-Version kostet über 197.000 Euro.

Porsche Panamera Turbo S 51
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Ausgeglichen wird der hohe Grundpreis (34.000 Euro Aufpreis gegenüber dem Panamera Turbo) durch eine umfangreiche Ausstattung. So sind unter anderem sämtliche verfügbaren Fahrwerks-Extras an Bord, etwa die Wankstabilisierung, eine aktive Drehmomentverteilung an der Hinterachse und die adaptive Luftfederung. Für sichere Verzögerung sorgt eine Keramik-Bremse, die allein schon mit knapp 9.000 Euro zu Buche schlagen würde.

Porsche Panamera Turbo S 40
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Hochglanz-Mahagoni mit Intarsien, weiches Leder mit perfekten Nähten: Dazu kommen Schalter, Tasten und Regler, die außerordentlich präzise klicken, rasten und drehen. Porsche bemüht sich sehr ernsthaft um den Titel des Haptik-Weltmeisters.

Porsche Panamera Turbo S 17
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Der neue Top-Panamera verfügt serienmäßig über alle fahrdynamischen Regelsysteme der Modellreihe. Im Porsche-Sprech heißen die Sport-Chrono-Paket, PDCC, PTV Plus, PCCB, und PASM. Auf gut Deutsch: Der Gran Turismo bleibt auch voll besetzt in schnellen Kurven so stabil, wie man es sich von einem Sportwagen wünscht.

Porsche Panamera Turbo S 48
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Die Sitzposition im Porsche stimmt nicht mehr, wenn man aufgrund der Körpergröße gezwungen ist, den Fahrersitz weit zurück und nach unten zu positionieren. Man sitzt dann zwar wie in einem Sportwagen nah am Asphalt und gut ins Cockpit integriert, kann den im Alltag sperrigen Wagen aber kaum noch überblicken. Vor allem das Heckfenster ist schmal. Nur gut, dass Porsche die Heckkamera mit an Bord hat.

Schon die Beschleunigung aus dem Stand ist berauschend. Es hat eine eigene Qualität, wenn so viel Masse in nur 3,8 Sekunden von Null auf 100 km/h voranprescht. Der permanente Allradantrieb hilft enorm dabei, die bis zu 800 Newtonmeter sicher auf den Asphalt zu bringen.

Der Panamera wackelt beim Kickdown ganz kurz mit dem Hinterteil, der Fahrer genießt das fast übermächtige Gefühl von einer gewaltigen Drehmoment-Welle nach vorne gespült zu werden. Das Panamera-Schiff legt mit Turbo-Power ab, es drückt ganz gewaltig im Rücken, und will damit einfach nicht aufhören. Die Automatik mit Doppelkupplungsgetriebe schnalzt die Gänge rein, was nur als minimaler Ruck spürbar wird.

Selbstverständlich kann der Fahrer vor oder während dieser Beschleunigungsorgie das luftgefederte Sportfahrwerk anpassen, ebenso Motormanagement und Getriebe. Die Fahrstufen Komfort, Sport oder Sport Plus werden in der Mittelkonsole dazu einfach per Tastendruck ausgewählt, den nicht unerheblichen Rest der Arbeit erledigt die Elektronik in Bruchteilen von Sekunden.

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