Skoda Octavia Facelift im Handelsblatt-Test Die Cashcow macht sich hübsch

Vier Augen, zwei Meinungen: Mit seiner neuen Frontpartie stellt der Skoda Octavia das optische Empfinden mancher Kunden auf die Probe. Und während die Hobby-Designer streiten, sind wir ihn einfach gefahren.
Bei einem ihrer volumenstärksten Modelle haben sich die Tschechen zu einer bisher einzigartigen Optik in der eigenen Modellpalette hinreißen lassen. Die abgerückten Scheinwerfer fürs Fernlicht verlängern nun den gewachsenen Kühlergrill und lassen ihn dadurch breiter erscheinen. Dass die äußeren Scheinwerfer rund zwei Zentimeter in die Kotflügel hineinragen, ist jedoch nicht neu. Das gab es schon beim direkten Vorgänger. Quelle: Florian Hückelheim
Oh, wie ist der schön? Oder doch nicht?

Bei einem ihrer volumenstärksten Modelle haben sich die Tschechen zu einer bisher einzigartigen Optik in der eigenen Modellpalette hinreißen lassen. Die abgerückten Scheinwerfer fürs Fernlicht verlängern nun den gewachsenen Kühlergrill und lassen ihn dadurch breiter erscheinen. Dass die äußeren Scheinwerfer rund zwei Zentimeter in die Kotflügel hineinragen, ist jedoch nicht neu. Das gab es schon beim direkten Vorgänger.

(Foto: Florian Hückelheim)

PortoEs läuft für Skoda. Kaum können die Tschechen mit 93.800 ausgelieferten Fahrzeugen den besten Januar in der Firmengeschichte für sich verbuchen, zeigen sie einen Grund, warum es auch in den kommenden Monaten weitere Rekordergebnisse aus Mladá Boleslav zu vermelden geben könnte: In Porto präsentieren sie das Facelift ihres Kassenschlagers Octavia.

Einer unserer Testwagen kommt passend zum Himmel in Race Blau daher, ausgestattet mit allerlei technischer Extras. Noch schnell die Route per Tablet-Computer ans Navigationsgerät geschickt und los geht's. Innen und vor allem außen entdecken selbst markenunkundige Betrachter, dass sich das Testfahrzeug von seinen Vorgängern unterscheidet.

Die durchbrochenen Frontscheinwerfer und klarere Linien an der Außenhaut sind das eine, fehlende Knöpfe am Infotainment-System das andere, was bei der ersten Sitzprobe ins Auge sticht.

Mission: Unauffällig polarisieren
Immer noch ein Octavia
1 von 20

Zwar sehe man im Modelljahr 2017 so viel Neuerungen wie nie zuvor bei einem Octavia, sagt Skoda. Seiner Identität und gewohnten Silhouette haben sie ihn aber nicht beraubt.

Voll-LED-Scheinwerfer nur in der Top-Version Serie
2 von 20

Die LED-Hauptscheinwerfer kosten je nach Paket und Ausstattungslinie ab 850 Euro. Nur in der Top-Ausstattungsvariante Laurin & Klement (ab 30.900 Euro) erstrahlen die vier Augen des Octavia serienmäßig mit der Leuchtdiodentechnik.

Rotes C
3 von 20

Die bekannte Heckleuchten-Silhouette erstrahlt nun in LED-Technik. Die klassische Blinkleuchte mit Glühfaden verbirgt sich unter einer spiegelnden Abdeckung.

Viel Platz im Fond
4 von 20

73 Zentimeter trennen die Rückenlehnen in der zweiten Sitzreihe voneinander. Hier lässt es sich auch über längere Zeit kommod reisen. Einzig die Ledersitze glänzen materialbedingt mit fehlender Atmungsaktivität. Wer schnell am Rücken schwitzt, belässt es besser bei einer der Stoffvarianten.

Nach oben offen
5 von 20

Zur Luftigkeit im 1,78 Meter langen Innenraum trägt das Panoramaglasdach bei, das sich per Knopfdruck öffnen, schließen sowie mit einem Rollo verdunkeln lässt. Der Preis: 1095 Euro und die Sicherheit, dass die Sonne den Innenraum binnen Minuten ordentlich aufheizen kann.

Ein Motor für jeden Geschmack und Geldbeutel
6 von 20

Vier Diesel, vier Benziner und eine Erdgas-Variante stehen aus dem VW-Konzernregal zum Einbau zur Wahl. Das Leistungsspektrum reicht von 63 kW (86 PS, 5 Gänge, Benziner) bis 135 kW (184 PS, Direktschaltgetriebe, Diesel). Der Grundpreis für die Limousine liegt bei 17.450 Euro (Kombi plus 700 Euro). Die teuerste Ausstattungslinie Laurin & Klement startet bei 30.900 Euro bis 36.160 Euro.

Die Sportversion RS bekommt als Sonderversion RS245 sogar mehr Leistung: Mit 245 PS überflügelt der 2.0-Liter-Turbo-Benziner alle bisherigen RS-Versionen um mindestens 15 PS.

Dezente Akzente nur gegen Aufpreis
7 von 20

Außenspiegel und Türgriffe sind serienmäßig in Wagenfarbe lackiert. Ist diese eine andere als Pazifik-Blau oder Candy-Weiß, werden zwischen 150 und 540 Euro fällig. Chromleisten an den Seitenfenstern gibt es nur in der Version Style im Tausch gegen 240 Euro oder serienmäßig in der Top-Version Laurin & Klement. Auch die eloxierte Dachrehling gibt es nicht umsonst. Sie kostet 140 Euro.

Wie beim Superb und beim kürzlich präsentierten SUV Kodiaq (hier im Handelsblatt-Test) herrscht auch im gewachsenen Octavia das Dogma der Touch-Bedienung und der weitreichenden Konnektivität. Die Tschechen tun es wenig überraschend der Konzernmutter VW gleich und verabschieden sich bei ihrem größten Navigationssystem Columbus komplett von mechanischen Bedienelementen.

Eine einseitige Bedienleiste mit Touch-Bereichen für Lautstärke, Menü, Einstellungen sowie Ein- und Ausschalten ist alles, was außerhalb des 9,2 Zoll großen Bildschirms bleibt. Nicht mal der Lautstärkeregler hat überlebt. Ein Jammer für die Bedienung aus dem Augenwinkel.

Nun gibt es keinen Halt mehr für suchende Finger – eigene sowie die vom Beifahrer –, die mal eben das Radio leiser drehen oder den Kartenmaßstab verändern wollen. Kommt dazu noch eine Bodenwelle, spielt die Musik nicht leiser, sondern lauter, weil der Finger verrutscht ist. Immerhin ist die Auflösung des Bildschirms hoch und auch die Hintergrundbeleuchtung weiß seitlich einfallendes Sonnenlicht zu parieren.

Dank WLAN-Hotspot und SIM-Kartenslot mit LTE-Modul (im Business Paket Columbus ab 1950 Euro) surfen zudem alle Mitfahrer bequem im Internet, wo auch Echtzeit-Verkehrsdaten, Spritpreise entlang der Route oder Wetterdaten und weitere Informationen herkommen.

Doch da ja nun die Straße frei und das Wetter offensichtlich gut ist, trennt uns nur noch ein Tastendruck (ja, eine „echte“ Taste) vom Fahren. Testen konnten wir den 180-PS-Benziner mit Direktschaltgetriebe (DSG) und Allrad, sowie die beiden meistverkauften Motorisierungen, den 150-PS-Diesel (mit DSG) und Vorderradantrieb sowie den 150-PS-Benziner als Handschalter und ebenfalls mit Frontantrieb.

Je nach Ausstattung (im Bild ist die Sportversion RS) kommt der Octavia nun auch Innen deutlich wertiger und rundum auf dem aktuellen Konzernstandard dieser Klasse daher, wie ihn die Schwestermarken VW, Audi und Seat vorgeben. Das bedeutet in Kürze: mehr Assistenzsysteme, ein aufgepepptes Infotainment, größere Bildschirme. Nur das Virtual Cockpit bleibt auch nach dem Facelift vorerst den edleren Brüdern aus Wolfsburg und Ingolstadt vorbehalten. Dafür bietet der Octavia weiter mehr Platz als Golf oder A3. Quelle: PR
Skoda Octavia

Je nach Ausstattung (im Bild ist die Sportversion RS) kommt der Octavia nun auch Innen deutlich wertiger und rundum auf dem aktuellen Konzernstandard dieser Klasse daher, wie ihn die Schwestermarken VW, Audi und Seat vorgeben. Das bedeutet in Kürze: mehr Assistenzsysteme, ein aufgepepptes Infotainment, größere Bildschirme.

Nur das Virtual Cockpit bleibt auch nach dem Facelift vorerst den edleren Brüdern aus Wolfsburg und Ingolstadt vorbehalten. Dafür bietet der Octavia weiter mehr Platz als Golf oder A3.

(Foto: PR)

Die ersten Eindrücke von der Super-Benzin-Front sind positiv, wenn auch mit einem kleinen Makel versehen. Während die 150-PS-Maschine willig und schnell hochdreht und dabei 250 Newtonmeter bereitstellt, begrenzt eigentlich nur das 6-Gang-Schaltgetriebe den aufkommenden Fahrspaß ein wenig.

Was im Alltagsverkehr kaum auffällt, offenbart die schnelle Schaltarbeit auf der Landstraße: Lange Schaltwege und ein subjektiv unangenehmer Widerstand kurz bevor der Knüppel in die Gasse rutscht, könnten sensiblen Fahrern missfallen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Ein bisschen Sport darf sein
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%