Toyota Mirai im Handelsblatt-Autotest Abgase? Einfach austrinken!

Der Toyota Mirai ist die erste serienreife Wasserstoff-Limousine auf deutschen Straßen. Auf einer Testfahrt von Hamburg nach Düsseldorf prüfen wir, ob das Modell tatsächlich hält, was es verspricht.
Prost! Aus dem Auspuff des Mirai kommt statt giftiger Abgase nur Wasser. Das kann man sogar trinken.
Auf die Abgase

Prost! Aus dem Auspuff des Mirai kommt statt giftiger Abgase nur Wasser. Das kann man sogar trinken.

DüsseldorfDieser Japaner ist ein Langstreckenläufer. „500 Kilometer und mehr“ Reichweite verspricht der Toyota mit dem Mirai - und das völlig ohne lokale Emissionen. Die erste Limousine, die mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben wird, hat den meisten rein elektrischen Konkurrenten etwas voraus. Sie kann lange Strecke elektrisch zurücklegen, ohne dabei mehrstündige Ladepause einzulegen.

Damit ist der Mirai die Antwort für alle Autofahrer, die sich vom Verbrenner verabschieden wollen, ohne ihr Verhalten dafür umstellen zu müssen. Vereinfacht funktioniert die Technik so: Eine Brennstoffzelle gewinnt aus Wasserstoff und der Umgebungsluft Strom, der einen Elektromotor in Gang setzt. Aus dem Auspuff kommt als Ergebnis nichts weiter als reines Wasser, das man sogar trinken könnte. In Zeiten von Dieselgate ein gutes Verkaufsargument – zumindest wenn man die Ökobilanz der Wasserstoff-Produktion ausklammert.

Der Weltmarktführer setzt große Hoffnungen in die Technologie. Nicht umsonst hat man dem ersten Wasserstoffauto des Konzerns einen Namen gegeben, der übersetzt „Zukunft“ bedeutet. Schon in vier Jahren will Toyota weltweit 30.000 Exemplare des Mirai verkaufen, so haben es die Japaner bei der Europapremiere angekündigt. Mit einem Preis von 78.600 Euro ist die Wasserstoff-Limousine derzeit noch ein Spielzeug für wohlhabende Technikliebhaber.

Mit Wasserstoff auf der Autobahn
Die Zukunft fährt blau
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Der Toyota Mirai soll der erste Schritt einer Wasserstoffoffensive sein. Äußerlich haben die Designer dick aufgetragen - und der Limousine ein futuristisches Äußeres verpasst.

Ein Wassertropfen auf großer Tour
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Optisch soll der Mirai an einen Wassertropfen erinnern - betont durch die dunkelblaue Farbe. Tatsächlich wirkt das Auto im Profil sehr stromlinienförmig.

Wie ein Raumschiff auf Rädern
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Frontal kommt der Mirai deutlich schnittiger daher als alle seine Konzernkollegen. Markante, spitze Lufteinlässe, schmale LEDS-Scheinwerfer. Das wirkt grimmig und futuristisch zugleich.

Der Haken an der Sache
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Die massiven Lufteinlässe sind nicht nur optisch auffällig, sie sorgen für die Luftzufuhr der Brennstoffzelle. Um die Optik aufzuwerten, wurde viel Chrom und eine LED-Leiste verbaut.

Dezenter Hinweis
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Laien können dem Mirai nicht unbedingt ansehen, mit welchem Treibstoff er unterwegs ist. Aufschluss gibt nur die Aufschrift "Fuel Cell" , die an der Seite und am Heck angebracht wurde.

Wo ist der Auspuff?
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Am Heck sitzt sich das Dreiecksdesign fort. Eine durchgezogene Bremsleuchte und kantige Rückleuten machen den Mirai auch von hinten zum Hingucker. Nur einen Auspuff muss man suchen (Spoiler: dazu sollte man sich bücken)

Zurück in die Zukunft
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Mirai das heißt japanisch so viel wie "Zukunft". Und tatsächlich hat Toyota mit dem Modell noch große Ambitionen. Im Jahr 2030 sollen bereits 30.000 Exemplare des Mirai im Jahr verkauft werden.

Optisch haben die Japaner bewusst etwas dicker aufgetragen als gewohnt. Die Menschen sollen sich nach dem Mirai umdrehen. Das gelingt. Doch nicht jeder, der Mirai einen Blick zuwirft, tut das aus reiner Begeisterung. Das Design des Mirai ist Geschmackssache.

Laut Hersteller soll es an einen Wassertropfen erinnern, betont wird das durch den dunkelblauen Lack. Besonders markant sind die zwei großen, kantigen Lufteinlässe an der Front. Viel Chrom, schmale LED-Scheinwerfer - der Mirai gibt sich alle Mühe aus der Masse hervorzustechen. Wie bei den Hybridmodellen wurde das Toyota-Logo blau hinterlegt.

Wer momentan mit Wasserstoff fährt, gehört noch zu einem sehr elitären Kreis. Etwa 100 Autos sind in Deutschland derzeit mit einer Brennstoffzelle unterwegs. Die meisten gehören Händlern und Konzernen, die an die Wasserstoff-Technologie glauben, sind damit Test- oder Vorführwagen.

Entsprechend gering ist auch die Nachfrage nach Tankstellen. Deutschlandweit gibt es derzeit 19 Wasserstoff-Tanken. In den nächsten sieben Jahren sollen 380 hinzukommen, so hat es das Gemeinschaftsunternehmen Clean Energy Partnership (CEP) angekündigt. Bisher ist die Ausfallquote ist relativ hoch. Sind Wasserstoff-Tankstellen unausgelastet, steigt auch das Risiko eines technischen Defekts.

Derzeit sind Langstreckenfahrten mit dem Mirai darum noch ein kleines Abenteuer. Um die Versprechen des Herstellers auf die Probe zu stellen, fahren wir von Hamburg nach Düsseldorf. 411 Kilometer, auf denen es derzeit noch keinerlei Möglichkeiten gibt, nachzutanken.

Mindestens so sicher wie ein Verbrenner
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