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Toyota Mirai im Handelsblatt-Autotest Abgase? Einfach austrinken!

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Mindestens so sicher wie ein Verbrenner

Die Route startet bewusst in Hamburg. Die Hansestadt hat sich in den vergangenen Jahren den Ruf als Wasserstoff-Modellstadt erworben. Dabei hilft die Lage im Norden. Aus Windenergie und Wasser wird der Wasserstoff hier direkt vor Ort produziert.

Insgesamt gibt es in Hamburg mittlerweile fünf Wasserstofftankstellen, keine deutsche Stadt hat mehr. Leider sind beim Test drei defekt. Eine, die zuverlässig funktioniert, ist die Shell-Wasserstofftankstelle in der Hafencity. Hier tanken auch die Hamburger Busse, die mit Brennstoffzelle fahren.

Das Cockpit ist nicht so unauffällig, wie man es erwarten würde. Einige Elemente erkennt man aus anderen Toyota-Modellen. Insgesamt wirkt die Optik aus Aluminium-Zierleisten und Klavierlack modern und nicht zu aufdringlich.
Gar nicht so revolutionär

Das Cockpit ist nicht so unauffällig, wie man es erwarten würde. Einige Elemente erkennt man aus anderen Toyota-Modellen. Insgesamt wirkt die Optik aus Aluminium-Zierleisten und Klavierlack modern und nicht zu aufdringlich.

Bevor wir losfahren, tanken wir voll. Das ist nicht komplizierter als bei einem Erdgasauto. Wer tanken will, braucht eine CEP-Karte und einen PIN-Code. Beides wird in ein Terminal eingegeben. Ist die Tanksäule freigeschaltet, kann man den Schlauch anschließen, einen grünen Knopf drücken – und warten bis das Auto vollgetankt ist. Das dauert in der Regel drei bis fünf Minuten. Abgerechnet wird automatisch und bargeldlos.

Der Preis ist deutschlandweit gleich, zum Testzeitpunkt 9,50 Euro pro Kilo. Insgesamt passen fünf Kilogramm Wasserstoff in die zwei Tanks des Mirai. Das reicht nach Herstellerangaben für über 500 Kilometer. Damit ist der Mirai nicht unbedingt günstiger als ein Diesel. Allerdings ist dieser Vergleich bei dem derzeitigen Stand der Entwicklung auch ungerecht. Und immerhin fährt der Mirai lokal emissionsfrei und ganz ohne giftige Stickoxide.

Die erste Überraschung beim Start. Vollgetankt zeigt der Mirai nicht die Maximalreichweite an, sondern berechnet aus der Statistik der Vorgänger, wie weit man mit dem Tankinhalt kommen dürfte, ähnlich wie bei Elektroautos. In unserem Fall sind das 421 Kilometer – nur etwa 10 Kilometer mehr als die berechnete Route nach Düsseldorf.

Wir starten darum langsam. Im Stadtverkehr erweist sich der Mirai als sehr sparsam. Wer lernt, vorsichtig anzufahren, kann den Mirai mit der Energie der eingebauten Batterie durch den stockenden Verkehr der Hamburger Innenstadt bewegen, das hat er mit den Toyota Hybrid-Modellen gemein. Der Mirai fährt insgesamt sehr leise an, fast wie ein batteriebetriebenes Elektroauto. Die Brennstoffzelle kommt ohnehin erst zum Einsatz, wenn stärker beschleunigt wird – und schaltet sich dann sehr geräuscharm zu.

Im Innenraum haben die Japaner weitgehend auf analoge Elemente verzichtet. Die Fahrmodi der Automatikschaltung legt man mit einer Art Mini-Joystick ein, Klimaanlage und Soundsystem werden über Touchelemente und Bildschirme gesteuert. Insgesamt wirkt der Innenraum dadurch modern, aber hat bei weitem nicht eine so progressive Optik wie beispielsweise im Tesla Model S.

Zwei Tanks haben die Toyota-Designer in den Mirai verbaut - einen unter der Rücksitzbank, einen im Heck. Zusammen fassen sie etwa fünf Kilogramm Wasserstoff, brauchen aber 60 Liter Platz. Quelle: PR
Wasserstoff unterm Rücksitz

Zwei Tanks haben die Toyota-Designer in den Mirai verbaut - einen unter der Rücksitzbank, einen im Heck. Zusammen fassen sie etwa fünf Kilogramm Wasserstoff, brauchen aber 60 Liter Platz.

(Foto: PR)

Auch auf Autopiloten und andere vernetzte Systeme hat Toyota verzichtet. An Bord sind die gängigen Sicherheitsassistenten: Ein Notbremsassistent, zwei Hilfssysteme, die warnen, wenn man unbeabsichtigt die Spur verlässt oder ein Auto im Toten Winkel fährt.

Wenn es doch mal kracht, sei der Mirai mindestens so sicher wie ein Verbrenner, versichert der Hersteller. Alle Leistungen und Tanks seien außerhalb der Fahrzeugkabine angebracht. Wasserstoff würde sich damit direkt verflüchtigen. Wir sind beruhigt.

Ein panischer Blick auf die Restreichweite
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