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Yamaha XV950 im Handelsbatt-Test Zurück in die Zukunft

In der Motorradbranche sind alte Eisen wieder gefragt. Mit einem luftgekühlten V2 und einem reduzierten Chopper-Look buhlt Yamaha mit seiner XV950 um die Gunst der Fans klassischer Fahrmaschinen.
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Ein auf das Wesentliche reduzierter Cruiser mit 60-Grad-V2, so kommt Yamahas XV950 als gelungenes Retro-Bike rüber. Weniger war im Motorradbau früher halt mehr. Und ist es auch heute wieder. Quelle: Sebastian Schaal

Ein auf das Wesentliche reduzierter Cruiser mit 60-Grad-V2, so kommt Yamahas XV950 als gelungenes Retro-Bike rüber. Weniger war im Motorradbau früher halt mehr. Und ist es auch heute wieder.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfDie Motorradbranche besinnt sich derzeit auf ihre eigenen Wurzeln zurück. Statt sich in einem Hightech-Wettrüsten mit immer höheren PS-Zahlen zu übertrumpfen, setzen die Hersteller auf das alte Eisen. Egal ob man es „Modern Classics“, „Vintage“ oder „Heritage“ nennt: Retro ist in.

Honda hat seine Vierzylinder-Ikone CB 1100 neu auferlegt, Triumph verdient seit Jahren mit Bonnville, Thruxton und Scrambler, auch der Erfolg der BMW R nineT sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. 

Für 2014 hat Yamaha sein „Sports Heritage“-Angebot gleich um zwei Modelle erweitert. Die SR 400 bildet als moderat aufgehübschte Variante der legendären Einzylinder-Maschine SR 500 den Einstieg in Yamahas Welt der klassischen modernen Motorräder. Darüber ordnet sich die XV950 ein, ein auf das Wesentliche reduzierter Cruiser mit 60-Grad-V2.

Weniger war im Motorradbau früher mehr und ist es auch heute wieder. An dieses Motto hält sich die XV950: Der altgediente, luftgekühlte V2 wird von einem simplen Rohrrahmen umspannt, obendrauf ein kleines Spritfass, hintendran ein niedriger Sitz und fertig ist das, was Amerikaner einen Bobber nennen. Ach ja, zwei Räder samt Bremsen natürlich nicht zu vergessen.

Was das Ami-Eisen aus Japan kann
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Yamaha taucht mit einer Modellflut aus der Zulassungs-Versenkung auf. Das wohl gemütlichste der neuen Zweiräder ist die XV 950 – ein puristischer Bobber im amerikanischen Stil. Ein niedriger Sitz, ein breiter Lenker und dazwischen ein blubbernder V2 mit knapp unter einem Liter Hubraum: Das Konzept der neuen Yamaha erinnert frappierend an die Harley-Davidson Iron 883, ohne eine blinde Kopie zu sein.

(Foto: Sebastian Schaal)
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Der 52 PS starke Vau-Zwo stammt ursprünglich aus der etwas schwülstig gestalteten Yamaha XVS 950 Midnight Star, einem halbverkleideten Cruiser. Das luftgekühlte Triebwerk macht allerdings auch in dem Rohrrahmen des Bobbers eine gute Figur und passt mit seinem Drehmoment und der sanften Leistungsentfaltung sehr gut zu der XV.

(Foto: Sebastian Schaal)
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Etwas untypisch für einen Bobber ist die Position der Fußrasten: Sie sitzen relativ weit hinten, was für einen Kniewinkel von etwa 90 Grad sorgt. Im Gegensatz zu den sonst nach vorne versetzten Fußrasten, was mit ausgestreckten Beinen für eine passive Sitzhaltung ergibt, fühlt sich der Fahrer gut in die XV 950 eingebunden. Wer es doch „klassisch“ haben will, kann sich im Yamaha-Zubehörprogramm für weiter vorn montierte Fußrasten entscheiden.

(Foto: Sebastian Schaal)
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Doch auch die nach hinten versetzten Fußrasten können nicht das frühe Aufsetzen der selbigen verhindern. Selbst bei dieser mit etwa 65 km/h entspannt gefahrenen Biegung kommt die rechte Fußraste dem Boden nahe.

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Nur ein paar Grad Schräglage mehr – und dazu bedarf es keineswegs einer betont sportlichen Fahrweise – schrammen die Enden der Fußrasten über dem Asphalt.

(Foto: Sebastian Schaal)
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Ein einfacher Rohrrahmen umspannt den 60-Grad-V2, den noch die klassischen Kühlrippen zieren. Bei Beschleunigungsrennen sollte man sich seinen Gegner ganz genau aussuchen, Bäume reißt der V2 nicht aus. 52 PS sorgen aber für kontrolliertes und entspanntes Cruisen.

(Foto: Sebastian Schaal)
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Zwischen dem vorderen Ende des Einzelsitzes und dem Ventildeckel des hinteren Zylinders sitzt nur ein Rahmenrohr, mehr nicht. Auch wenn der Oberschenkel des Fahrers, vor allem der linke, dem Triebwerk sehr nahe kommt, wird es auch im Stadtverkehr an sonnigen Tagen nicht allzu heiß.

(Foto: Sebastian Schaal)

Mehr bietet die XV950 nicht – aber dennoch vermisst man auf der Yamaha nichts. Nichts lenkt vom Fahrvergnügen ab, man genießt den sanft pulsierenden Vau-Zwo zwischen seinen Beinen.

Klingt komisch, ist aber so: Der Kopf des hinteren Zylinders wird nur durch das faustdicke Rahmenrohr von den Weichteilen des Fahrers getrennt, die Knie lehnen sich quasi an den Kühlrippen des Motors an.

Die Nähe zum Triebwerk ist allerdings nicht unangenehm: Da der 950-Kubik-Motor mit seinen 52 PS nicht gerade zu den Hochleistungstriebwerken gehört, hält sich die Hitzeentwicklung in angenehmen Grenzen. Sie ist spürbar, bleibt aber selbst an heißen Sommertagen moderat.

Mit diesem Wort ließe sich auch die Sitzposition beschreiben. Der gut ausgeformte Einzelsitz ist auf 690 Millimeter Höhe montiert, um die Bobber-typsiche flache Seitenlinie zu erreichen. Dennoch hat die Ergonomie etwas Bobber-Untypisches: Die Fußrasten sind relativ weit hinten angebracht, was zu einem Kniewinkel von etwa 90 Grad führt. Wer den Harley-Look mit vorgesetzen Fußrasten und ausgestreckten Beinen will, muss bei Yamaha in das Zubehör-Regal greifen.

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