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Hybridantrieb Daimlers S-Klasse knackt Japans Ökoförderung

Ausgerechnet die wuchtige S-Klasse von Mercedes-Benz ist Japans erstes offizielles Öko-Importauto. Trotz des ersten Erfolgs zeigen sich ausländische Anbieter über die Regeln für die japanischen Förderprogramme nach wie vor verärgert. Wie deutsche Hersteller versuchen, den Abstand zur einheimischen Konkurrenz zu verringern.
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Japans erstes Öko-Importauto: Die Mercedes-Benz S-Klasse. Quelle: ap

Japans erstes Öko-Importauto: Die Mercedes-Benz S-Klasse.

(Foto: ap)

TOKIO. „Wir bieten die verbrauchsgünstigste Luxuslimousine auf dem japanischen Markt an“, sagte Japan-Chef Hans Tempel in Tokio. Das Heimatland des Hybrid-Pioniers Toyota bietet im Rahmen der Konjunkturprogramme großzügige Steuererleichterungen für Autokäufer – doch diese sind an die japanischen Emissionsnormen gebunden. Bisher kam kein ausländisches Modell in den Genuss der Zuschüsse. Die neue S-Klasse stößt nun nicht nur in die besonders gehätschelte Kategorie der Hybridfahrzeuge vor, sie erfüllt auch die Emissionssanforderungen für die höheren Förderklassen.

Trotz des ersten Erfolgs: Den ausländischen Anbietern ist ein deutliches Grummeln über die Spielregeln für die japanischen Förderprogramme anzuhören. Tempel warnt gleichwohl davor, die Bestimmungen einfach als Barriere gegen Ausländer zu sehen. „Japans Standards sind anspruchsvoll und speziell“, sagt er. „Doch es ist eher so, dass uns die Japaner gar nicht so richtig zur Kenntnis nehmen.“ Ausländische Anbieter kommen nur auf einen Marktanteil von acht Prozent, Tendenz sinkend. „Die haben uns gar nicht auf der Platte“, urteilt Tempel. Das lange gültige japanische Abgastestverfahren ist auf langsamen Verkehr in überfüllten Großstädten ausgerichtet.

Der Chef von Daimler-Benz Japan ist derzeit auch Präsident des Verbands der Automobilimporteure in Japan und wirbt in dieser Rolle für eine stärkere internationale Angleichung der Messverfahren. Der Importeursverband forderte in einem Brief an das Wirtschaftsministerium zudem eine Verbreiterung der Kriterien, um mehr Überseemodelle einzuschließen. Da es vor der Autokrise in Japan keine ökoabhängige Absatzförderung gab, bemühten sich die nichtjapanischen Hersteller bisher jedoch gar nicht verstärkt um Einhaltung und Zertifizierung der speziell japanischen Regeln – zumal die Absatzzahlen insgesamt nicht hoch waren.

Die Lage hat sich gewandelt. Wer derzeit in ein japanisches Autohaus geht, dem macht das Personal die Neuanschaffung mit einen ganzen Strauß von Förderungen schmackhaft. Neben den Steuerstreichungen zählt dazu auch eine direktes Geschenk vom Staat in Höhe von rund 800 Euro. So kommen leicht mehrere Tausend Euro zusammen. Anders sieht es in den Verkaufsräumen der ausländischen Anbieter aus. BMW und Volkswagen haben kein einziges Modell auf dem Markt, das als „Eco Car“ teilnehmen darf. Von „klaren Vorteilen für die Einheimischen“ spricht ein Kenner der Branche.

Die deutschen Anbieter reagieren auf die plötzlich veränderte Lage damit, immer mehr eigene Rabatte zu geben, um den Abstand zur einheimischen Konkurrenz zumindest zu verringern. Sie lassen sich auch andere Anreize einfallen. Die örtliche Vertretung von Audi beispielsweise schenkt Kunden eine Reise nach Deutschland in der Business Class mit Unterkunft im Nobelhotel, wenn sie ihr einen Oberklassewagen vom Typ RS6 abkaufen.

Auf den Daimler-Markteintritt bei Hybriden angesprochen, begrüßen Toyota-Manager die steigende Aufmerksamkeit für Hybride. „Auf jeden Fall kommt sie der Umwelt zugute“, sagt ein Top-Manager politisch korrekt.

Unabhängig von der Ökoauto-Förderung gibt es in Japan auch eine Abwrackprämie, die der Staat ebenfalls nur für umweltfreundliche Neuwagen zahlt. Hier sind die Regeln jedoch anders gestrickt, so dass zahlreiche Importmodelle profitieren: Mercedes und Audi mit je 19 Modellen, BMW mit 15 Modellen. „Doch beim Preis unserer Autos fällt die Prämie als Kaufanreiz nicht so stark ins Gewicht“, sagt Tempel. Die Abwrackprämie ist zudem bis März kommenden Jahres beschränkt, während das Ökoförderprogramm bis 2012 laufen soll und damit für alle Anbieter in Japan noch eine Weile wichtig bleibt.

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