Hyundai Nexo So fährt sich der Wasserstoff-SUV der Koreaner

Nexo heißt das neue Wasserstoff-SUV von Hyundai. Mit der Brennstoffzelle lösen die Koreaner viele Probleme des elektrischen Fahrens, aber nicht alle.
  • Benjamin Bessinger
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  • Spotpress
Fahrbericht: Hyundai Nexo - Auf die saubere Tour Quelle: Hyundai
Gefällige Optik

Der Nexo wirkt futuristisch, aber nicht überdreht.

DüsseldorfWenn Sae Hoon Kim den Namen Toyota hört, legt sich ein anerkennendes Lächeln auf seine Lippen und zugleich zeigt seine Stirn tiefe Zornesfalten. Denn einerseits bewundert der Leiter der Brennstoffzellen-Entwicklung bei Hyundai den langen Atem der Japaner, ihr Engagement für die Energiewende und allem voran den Mut, ein Auto wie den Mirai zu bauen. Schließlich war es das erste Serienmodell, das um die Brennstoffzelle herum entwickelt worden ist. Doch zornig macht den Koreaner, dass die Kollegen nun allein Ruhm alleine einfahren.Aber lange wird sein Selbstbewusstsein nicht mehr auf die Probe gestellt. Denn jetzt ringt Hyundai mit dem Nexo um die Öko-Krone unter den Autoherstellern.

Ein gefälligeres Fahrzeug als die eigenwillige Toyota-Limousine Mirai zu gestalten, ist keine Kunst. Erst recht nicht, wenn man trotz der Beschränkung auf Frontantrieb den sicheren Weg geht und eine SUV-Silhouette wählt, die nur wegen der LED-Leiste im Bug und des eigenwilligen Kaskaden-Grills aus der Masse heraussticht.

Die E-Maschine des 4,67 Meter langen SUV Nexo leistet 120 kW/163 PS, schafft 179 km/h und aus den gut sechs Kilo Wasserstoff in den drei Karbontanks im Unterboden generiert die Brennstoffzelle im Normzyklus Strom für knapp 600 Kilometer. Wer das mit einem konventionellen Akku-Auto elektrisch fahren will, muss schon tief für einen Tesla in die Tasche greifen – und viel Zeit fürs Laden haben. Den Nexo dagegen macht man in maximal fünf Minuten wieder voll und genießt so Langstrecken-Komfort.

Der Fahrer genießt derweil den Blick auf ein ziemlich futuristisches Cockpit mit freistehenden Displays und einem elektronischen Rückspiegel Quelle: Hyundai
Futuristisches Cockpit

Der Fahrer genießt derweil den Blick auf ein ziemlich futuristisches Cockpit mit freistehenden Displays und einem elektronischen Rückspiegel.

Hyundai mag den Nexo als Revolution feiern und hat in das Projekt ganz sicher viele Milliarden investiert. Doch – und das ist die eigentliche Errungenschaft der Entwickler – hinter dem Steuer fühlt sich der Saubermann unter den SUV an wie jedes andere Elektroauto. Davon, dass unter der Haube Wasserstoff in einem komplizierten Prozess an speziellen, mit Platin beschichteten Membranen zu Wasser und Sauerstoff reagiert und dabei ohne jeden Schadstoffausstoß Strom für die E-Maschine abfällt, bekommt man jedenfalls nichts mit.

Stattdessen genießt man die übliche Stille der Stromer und den starken Antritt, selbst wenn der Nexo ganz sicher mehr als zwei Tonnen wiegt und sein Gewicht gerade in Kurven nicht verhehlen kann. Aber wenn die 120-kW-Maschine an der Vorderachse von der ersten Umdrehung an 395 Nm ins Rennen wirft, dann sind die 100 Sachen trotzdem in 9,2 Sekunden erreicht. Und wo die Elektronik bei der elektrischen Mittelklasse in der Regel bei 130 oder 150 Sachen den Stecker zieht, hat der Nexo Auslauf bis 179 km/h.

Immer noch viel zu teuer
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  • So sehr ich es begrüße, wenn ein Unternehmen zukunftsträchtige Technologie marktreif anbietet, so sehr bin ich überzeugt, dass die Wasserstoff-Brennstoffzelle aktuell keine Umweltprobleme löst. Erst bei einem Ökostromanteil nahe 100% und hohen Überkapazitäten wäre aufgrund des schlechten Well-To-Wheel Wirkungsgrades die Brennstoffzelle umwelt- und klimatechnisch konkurrenzfähig zum Batteriebetriebenen Elektroauto. Heute schon schlägt ein Tesla S 85D mit reinem Batterieantrieb den Toyota Mirai deutlich, was die Reichweite und Praxistauglichkeit angeht (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/toyota-mirai-wasserstoffauto-im-live-fahrtest-a-1060277.html), und auch beim Anschaffungs- und Treibstoffpreis sieht es für den H2-Antrieb nicht gut aus. Durch die schnelle Entwicklung in der Akkutechnologie wird es die Brennstoffzelle zunehmend noch schwerer haben, aufzuholen. Man muss ja auch bedenken, dass bereits vor 30 Jahren Fahrzeuge mit Brennstoffzellen auf dem Markt waren, bisher hat sich aber an der Technologie an sich kaum etwas getan, im Gegensatz zum batterieelektrischen Fahrzeug.

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