Insignia Bi-Turbo mit 195 PS Opel fährt den Super-High-Tech-Diesel vor

Mit dem neuen Diesel-Bi-Turbo hat Opel ein Sahnestück entwickelt. Vor allem, wenn es in Verbindung mit dem Insignia serviert wird. Die deutsche Konzerntochter hat es aber nicht leicht mit ihrer Rabenmutter GM.
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Opel krönt die Insigniabaureihe mit einem Zweiliter-Biturbodiesel, der 143/195 PS leistet. Quelle: PR

Opel krönt die Insigniabaureihe mit einem Zweiliter-Biturbodiesel, der 143/195 PS leistet.

(Foto: PR)

Lissabon/PortugalJetzt hat Opel (endlich) die richtigen Autos im Programm und steckt trotzdem tief im Tal der Verluste. Vielleicht liegt das auch daran, dass die deutsche Marke auf Befehl des amerikanischen Mutterkonzerns (General Motors) die neuen Produkte mit dem Blitz im Kühlergesicht nicht überall hin verkaufen darf. Da hält GM den Deckel darauf, versperrt Opel den Zugang und fördert statt dessen lieber die Billigmarke Chevrolet oder das Altherren-Label Buick.

Dabei könnte Opel im Fernen Osten oder in den USA mit dem noch immer frischen und Design-orientierten Insignia punkten. Dessen Familienmitgliedern sind immer zahlreicher geworden und es treten durchaus Versionen an, die auch bei anspruchsvolleren Kunden heißere Begehrlichkeiten fördern.

Dazu zählt zum Beispiel der nun vorgestellte Insignia 2.0 BiTurbo CDTi, der als Limousine (Sedan), als Fünftürer mit schrägem Heck, und als Kombi (Sports Tourer) zu haben ist. Die Preise für den stärksten und technisch aufwendigsten Serien-Diesel, den Opel je gebaut hat, beginnen bei 33 405 Euro für den Viertürer, bei 33 795 Euro für den Fünftürer, und für den Kombi bei 34 645 Euro. Alle sind mit dem neuen Zweiliter-BiTurbo-Triebwerk, Sechsgangschaltgetriebe und Frontantrieb ausgestattet. Für rund 3000 Euro Aufpreis gibt es dann noch den adaptiven, also anpassungsfähigen Allradantrieb und für etwa1700 Euro noch die sechsstufige Automatik.

Die entscheidende charakterbildende Maßnahme ist allerdings der Super-Diesel: Der Vierzylinder holt aus einem Hubraum von 1 956 Kubikzentimeter bei 4 000 U/min 143 kW /195 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 400 Nm schon bei 1 750 U/min bereit. Damit kommt der je nach Ausstattung 1 664 Kilo oder 1 733 Kilo wiegende Insignia aus dem Stand in knapp neun Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.

Die Versionen mit Schaltgetriebe haben ein angenehm-spontan arbeitendes Start-Stopp-System an Bord, mit dem die viertürige Limousine mit Frontantrieb auf einen erstaunlich niedrigen Normverbrauch von 4,9 Liter (CO2-Ausstoß von 129 g/km) kommt. Da wird jeder Dieseltropfen zur kleinen Kraftquelle und bei ersten Probefahrten in Portugal signalisierte der Bordcomputer praxisnahe Durchschnittsverbräuche zwischen 5,5 Liter und 7,3 Liter Diesel.

Der Zweiliter-Biturbo-Diesel verfügt über einen kleinen und einen großen Lader. Der kleine Lader (Bild) spricht bei niedrigen Drehzahlen schnell an und liefert den erforderlichen Ladedruck. Quelle: MID

Der Zweiliter-Biturbo-Diesel verfügt über einen kleinen und einen großen Lader. Der kleine Lader (Bild) spricht bei niedrigen Drehzahlen schnell an und liefert den erforderlichen Ladedruck.

(Foto: MID)

Dabei ist der High-Tech-Diesel überhaupt kein Spaßverderber: Die Maschine reagiert wieselflink auf das Gaspedal, dreht ohne zu zögern hoch, und wirkt eher wie ein guter Sechszylinder- als ein Vierzylinder-Diesel. Das gilt sowohl für die sehr angenehm gedämpfte Tonart der Arbeitsgeräusche, als auch für den weitgehend vibrationsarmen Lauf. Dafür hat Opel einen in dieser Klasse bisher nicht üblichen technischen Aufwand getrieben: natürlich direkte Kraftstoffeinspritzung, aber in Verbindung mit nicht nur einem, sondern mit zwei Turboladern. Dazu kommen zwei Ladeluftkühlsysteme, damit die Verbrennungluft noch kühler und damit sauerstoffhaltiger wird, was zur Optimierung der Verbrennung einen wichtigen Beitrag leistet.

Der kleinere der beiden Lader kommt wegen seiner geringeren Trägheit gedankenschnell auf Touren und kann so bereits bei niedrigen Motordrehzahlen für Druck und sehr gute Füllung der Brennräume sorgen. Ein Durchhänger beim Aufbau der Leistung wird damit vermieden und der Opel-BiTurbo sprintet dementsprechend los. Wenn der Motor seine Abgase mit höherem Tempo abgibt, wird der Lader mit dem größeren Durchmesser tätig und sorgt dann ab 2 500 U/min kontinuierlich für Druck und der Motor schickt unentwegt recht angenehme Leistungspakete auf die Antriebsräder.

Das macht das Fahren auf langen Strecken und beim Bewältigen von Autobahnsteigungen so angenehm: Man bleibt im großen Gang, legt über das Gaspedal ein kleines Schäufelchen an Leistung nach und der Opel Insignia BiTurbo atmet mit breiterer Brust durch und jede Bergstrecke wird zur flachen Geraden. Mit dieser Diesel-Entwicklung zeigt Opel der Welt (nicht nur Europa), dass die Marke mit dem Blitz mehr kann, als Verluste anhäufen.

Ein dezenter Schriftzug am Heck weist auf das neue Dieselkraftpaket für den Opel Insignia hin. Quelle: PR

Ein dezenter Schriftzug am Heck weist auf das neue Dieselkraftpaket für den Opel Insignia hin.

(Foto: PR)

Technische Daten Opel Insignia 2.0 BiTurbo CDTi:

Fünftürige Limousine
Länge: 4.830 mm
Breite: 1.856 mm
Höhe: 1.498
Radstand: 2.737 mm
Leergewicht: 1.503 kg
zulässiges Gesamtgewicht: 2.020 kg
Gepäckraum: 500 - 1.010 Liter
Tankinhalt: 70 Liter
Preis: ab 26.700 Euro

Motor:
Vierzylinder-Boxer aus Leichtmetall, Diesel-Direkteinspritzung
Bi-Turbolader, Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 143 kW/195 PS bei 4.000 U/min
max. Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 U/min
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 9 sek.
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Normverbrauch kombiniert: 4,9 l/100km
CO2-Ausstoß: 129 g/km, Euro 5

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12 Kommentare zu "Insignia Bi-Turbo mit 195 PS: Opel fährt den Super-High-Tech-Diesel vor "

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  • Finger weg vom Insignia! Verlust von über 3000€ Umsatz und diverse Anmietungen eines Fahrzeugs auf eigene Kosten waren das Resultat des Kaufs eines nagelneuen Insignias Diesel 160PS Kombi!
    1 Jahr bin ich nun den Wagen gefahren. 53000 Kilometer ... nur Probleme! Ich würde als Selbstständiger nie wieder Opel fahren ...

  • Habe mehrere A6 2,7 TDI gefahren mit je 90 TKM und fahre jetzt 320 d mit 184 PS. Leider bin ich den neuen Opel Motor noch nicht gefahren. Aber Opel konnte auch schon in den 90iger Jahren gute Motoren bauen - ich fuhr einen Omega I 24 V mit mehr als 100 TKM.
    Ein Motor auf dem damaligen Niveau der BMW. Aber welcher Schreck, als ich den Wagen nach dem Erscheinen des 2. Omega mit 60 TKM verkaufen wollte. Wegen des hohen Wertverlustes fuhr ich das Modell noch mehr als 40 TKM weiter. Der Wertverlust war dann erträglicher aber immer noch so, dass ich keinen weiteren Opel kaufte.
    Opel "zerhackte" damals geradezu den Restwert des 1. Omega mit der Werbung für den 2. Omega. Werterhaltung kommt in der Welt von GM nicht vor!

  • Ich bin den Insignia auch schon gefahren und arbeite nicht für Opel.
    Ich finde, für den Preis den man zahlt und für das Image, welches Opel hat, ist der Insignia gelungen.
    Die Frage ist ja, was man mit dem Auto will.
    BMW, Audi und Mercedes spielen eine andere Liga und auch wenn Opel versucht in diese einzudringen, so haben eben genannte einen Vorsprung.
    Jedoch muss man sich bewusst sein, was man sich für ein Auto kauft.
    Ist das Geld für einen Audi da? Wenn nicht, muss man ein anderes Auto nehmen, vielleicht auch in der Mittelklasse und da ist Opel dann ja auch eine günstige Alternative, vielleicht nicht mit den großen Unternehmen zu vergleichen, aber ich denke daran sollte man sie nicht messen, auch wenn sie das selber vielleicht wollen, aber da fehlt ihnen noch ein Stück.

    Jedoch muss man Opel ganz klar zu buche halten, dass Opel mit dem Insignia ein Erfolgsauto gebaut hat und die Verkaufszahlen scheinen das ja auch am Kunden zu belegen.

  • Ach Franz, es ist ja schön, wenn Sie Opel die Stange halten! Da haben die ja richtig Glück gehabt!
    Und wo arbeiten Sie??

  • Kommentare von Leuten die diese Auto nie gefahren sind sind völlig entbehrlich. Die wenigen Knöpfe die man wirklich braucht hat man nach zwei Tagen im Griff, das Platzangebot hält mit jedem BMW oder Audi mit und wenn man die Realverbräuche hernimmt hält der Insignia auch hier locker mit. Die großen Verbrauchslügen a la blue motion, efficient dynamics & Co sollten endlich abgestellt werden, das ist Betrug am Kunden

  • Opel? *gähn*
    Wo ist das Direktschaltgetriebe? 6-Gang-Automat? Von vorgestern! Wo ist Start-Stopp? Nix dabei.
    Opel ist völliger Durchschnitt. Mit Hi-Tech hat das nichts zu tun. Der Insignia eine große Kiste mit wenig Platz. Ein Amaturenbrett mit verstreuselten Knöpfchen. Ohne Bedienkonzept.
    Moderner Automobilbau kann woanders besichtigt werden. Bei Opel sicherlich nicht!

  • BMW 520d:

    Leistung: 184 PS
    Drehmoment: 380 Nm
    0-100 km/h: 8,1 sec
    Topspeed: 227 km/h
    Verbrauch kombiniert: 4,7 l

    Immernoch sparsamer. Ich denke mal, auch in Sachen Leistungscharakteristik ist der Opel nicht besser. Zumal er ja auch deutlich behäbiger beschleunigt.

  • sorry, besser platzangebot anstatt "größe"

  • wenn schon ein vergleich, dann darf es nicht der 3er, sondern muss es der 5er sein.
    die größe vom dreier entspreicht nicht mal annähernde dem astra. von daher ist der insignia platztechnisch mit dem 5er zu vergleichen

  • Genau lesen: auf die Leistungscharakteristik kommt es an. Außerdem wäre da noch der Größen- und Gewichtsunterschied zum 3er, der nicht zu vernachlässigen ist.

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