Kymco Xciting 400i im Roller-Test Raus aus der Stadt

Roller können auch jenseits der Stadtgrenze Spaß machen. Zumindest wenn sie genügend PS unter der Sitzbank haben. Der Kymco Xciting 400i fühlt sich diesbezüglich schon sehr groß an.
  • Ulf Böhringer
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Und auch anzuschauen ist der Kymco Xciting gut: Seine Proportionen stimmen, die Linie ist gefällig Quelle: SP-X/fbn

Anzuschauen ist der Kymco Xciting gut: Seine Proportionen stimmen, die Linie ist gefällig

Um satte 23 Prozent hat der taiwanesische Hersteller Kymco seinen Roller-Absatz in den ersten neun Monaten 2014 in Deutschland erhöhen können. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt der neue Maxiscooter Xciting 400i, der fast die Leistung gängiger 500er Roller erreicht. Er hat sich im täglichen Fahrbetrieb als sehr angenehm zu fahrend und dabei pfeilschnell erwiesen. Mehrfach zeigte der Digitaltacho gut 170 km/h an.

Auch wenn hier sicherlich einige km/h Voreilung abgezogen werden müssen (Homologations-Angabe 140 km/h), so ließ sich der Xciting im Verhältnis zu seinem Preis von 5.990 Euro in punkto Speed nun wirklich nicht lumpen. Sonst übrigens auch nicht.

Der neu konstruierte Einzylinder-Viertaktmotor mit obenliegender Nockenwelle und vier Ventilen ist mit 26.5 kW/36 PS Leistung sehr kräftig im Verhältnis zum Hubraum. Zudem ist er laufruhig und die Abstimmung mit der Variomatik erscheint gelungen. Jeder Dreh am Gasgriff wird flugs und spontan in Drehzahlerhöhung und Geschwindigkeitszuwachs umgesetzt.

Ungebührliche Vibrationen sind dem Triebwerk fremd. Auf freier Autobahn kann es durchaus vorkommen, dass der Xciting so schnell wird, dass der Motor in den elektronischen Drehzahlbegrenzer dreht. Doch selbst wenn der Tacho Tempi von 160 bis 170 km/h anzeigt, läuft der Taiwanese ohne Pendeln sauber geradeaus.

Sehr gut gefallen hat sowohl auf der Autobahn als auch auf Land- und Bundesstraßen das zugleich stabile wie agile Fahrwerk Quelle: SP-X/fbn

Sehr gut gefallen hat sowohl auf der Autobahn als auch auf Land- und Bundesstraßen das zugleich stabile wie agile Fahrwerk

Wer so schnell fährt, muss natürlich Expresszuschlag bezahlen. Unsere Verbräuche bei stets sehr zügiger bis schneller Fahrt lagen zwischen 4,2 und 4,4 Liter Super/100 Kilometer. Das ist, gemessen an modernen Motorrädern mit meist höherer Leistung, zwar eher viel, gemessen an den meisten Rollern jedoch günstig; eine Variomatik war noch nie ein Sparwunder. Angesichts des Verbrauchs ermöglicht der 12,5 Liter-Tank eine Praxis-Reichweite von rund 250 Kilometern.

Sehr gut gefallen hat sowohl auf der Autobahn als auch auf Land- und Bundesstraßen das zugleich stabile wie agile Fahrwerk. Der Xciting liegt gut auf der Straße, federt und dämpft ordentlich und umrundet enge wie weitere Bögen sehr stabil; ein wenig schaukelig wird es erst, wenn die Straßenoberfläche sehr narbig ist.

Erste Motorrad-Highlights für 2015
Ducati Scrambler
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Ducati zeigte auf der Intermot die lange erwartete Scrambler. Das neue Einstiegsmodell bietet Ducati in vier verschiedenen Styles an, als Icon, Urban Enduro (im Bild), Full Throttle und Classic. Angetrieben wird der Scrambler vom luftgekühlten L-Twin aus der Monster 796, der aus seinen 803 Kubik 75 PS und 68 Nm Drehmoment holt. Da die Scrambler als Alltagsmotorrad ausgelegt ist, hat Ducati auf die markentypische Trockenkupplung verzichtet und eine leichter zu bedienende Ölkupplung verbaut ...

Ducati Scrambler
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Da die Ducati mit 186 Kilo deutlich leichter ist als etwa die Triumph Scrambler mit 230 Kilo, versprechen sich die Italiener trotz der 75 PS ansprechende Fahrleistungen. In Deutschland soll der Preis für die Scrambler bei 8.390 Euro starten.

Modellvariante Full Throttle
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Ducatis Scrambler-Modellvariante Full Throttle ist von Flat-Track-Rennmaschinen inspiriert.

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Aprilia engagiert sich stärker beiden Reiseenduros. Die Italiener stellen ihrer im Verkauf nicht gerade explodierenden Reiseenduro Caponord mit der „Rallye“-Version eine Variante zur Seite. Der markanteste Unterschied liegt in der Optik, denn die Speichenräder zusammen mit dem von 17 auf 19 Zoll vergrößerten Vorderrad lassen die 125 PS starke Caponord Rallye wesentlich abenteuerlustiger wirken.

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BMW R1200R

In dem Roadster R1200R hat der 1,2 Liter große Boxermotor mit Luftkühlung ausgedient. Er wird durch den aus der R1200GS bekannten öl-/wassergekühlten Zweizylinder mit 125 PS ersetzt. Wer weiter den luftgekühlten Boxer genießen will, muss zum Classic-Bestseller R nineT greifen. Der Motor ist aber nicht die einzige Neuheit bei der R1200R: Der Rahmen ist vollkommen neu und integriert den Motor als tragendes Bauteil.

Zudem hat sich BMW von der eigenwilligen Telelever-Gabel verabschiedet und setzt jetzt auf eine herkömmliche Upside-Down-Gabel. Die R1200R wird im ersten Halbjahr 2015 zum Grundpreis von 12.800 Euro angeboten.

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BMW R1200RS

Zusammen mit der R bringt BMW auch die RS an den Start. Die verkleidete RS setzt wie die nackte R auf den 125-PS-Boxer. Beide Modelle verfügen serienmäßig über die Fahrmodi „Rain“ und „Road“ sowie eine Traktionskontrolle. Als Sonderausstattung lassen sich die dynamische Traktionskontrolle DTC mit Schräglagenerkennung sowie die zusätzlichen Fahrprogramme „Dynamic“ und das individuell programmierbare „User“ ordern.

Ebenfalls auf Wunsch gibt es die elektronische Stoßdämpferjustierung ESA und LED-Tagfahrlicht sowie den Schaltassistenten für Gangwechsel ohne Kupplungsbedienung. Der Aufpreis für den verkleideten Sporttourer beträgt 600 Euro, die R1200RS steht also mit 13.400 Euro in der Liste.

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BMW S1000RR

Neben den Boxer-Modellen hat BMW auch das Superbike S1000RR nachgeschärft. In Zahlen ausgedrückt heißt das: sechs PS mehr Leistung und vier Kilo weniger Gewicht. Die 199 PS starke Maschine soll durch einen neuen Rahmen und geänderte Fahrwerksgeometrie leichter kontrollierbar werden. Zudem haben die Techniker die Elektronik feiner abgestimmt.

Bei der Optik fallen der geänderte, aber weiter asymmetrische Scheinwerfer auf, sowie die neue Abgasanlage. Da bei dieser der Vorschalldämpfer entfällt, trägt sie entscheidend zur Gewichtsreduktion bei. Der neue Modelljahrgang der S1000RR kommt im ersten Halbjahr 2015 zu den BMW-Händlern. Noch steht aber nicht fest, welchen Preis diese verlangen werden.

Auf ebenfalls sehr hohem Niveau agiert die Bremsanlage, bei der Kymco nicht gespart hat: Die Bremssättel der vorderen Doppelscheibenbremse sind radial angelenkt und auch hinten arbeitet eine Scheibenbremse; abgesichert wird die Anlage durch ein Bosch-ABS neuester Bauart. Die Bremse ist nicht nur sehr wirksam und erfordert nur geringe Betätigungskräfte, sondern auch gut dosierbar; das ABS regelt feinfühlig, sofern es mal nötig ist.

Gut gelöst ist die Ergonomie des Xciting 400i. Der Roller bietet reichlich Platz für den Fahrer, doch muss ein Sozius weit nach vorne auf die harte Kante seiner Sitzfläche rücken, um nicht vollkommen vom Fahrer entkoppelt unterwegs zu sein. Die Aerodynamik ist sehr gut, denn der Helm wird gut angeströmt, so dass es – zumindest bei normalgroßen Fahrern – nicht zu Turbulenzen kommt.

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